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In die Jahre gekommen: die Bebauung des Solarfreibads Ohlstadt.

Ohlstadts Politik vor wichtiger Entscheidung

Solarfreibad: Experten legen Varianten auf den Tisch

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Ohlstadt - Die Ohlstädter Politik steht beim Solarfreibad vor einer richtungweisenden Entscheidung. Die Gemeinderäte müssen festlegen, wie sie mit dem teils maroden Gebäude weiter verfahren wollen. Experten werden Varianten in einer Sondersitzung vorstellen.

Viele Kommunen machen in diesen Zeiten Tabula rasa: Sie schließen jahrzehntealte, abgewirtschaftete Schwimmbäder, weil ihnen die Kosten davonlaufen. Ohlstadt steht in Treue fest zu seinem Solarfreibad – an dieser Einrichtung werde in keiner Weise gerüttelt, betont Bürgermeister Christian Scheuerer (parteifrei) gebetsmühlenartig. Und doch sehen sich die Verantwortlichen zum Handeln gezwungen, weil der Gebäudebestand aus dem Jahr 1976, um den es aktuell allein geht, in vielen Bereichen heruntergewirtschaftet, die Heizung fürs Gebäude und für die Sanitäranlagen defekt ist (wir berichteten).

Experten haben sich eingehend mit dem Status quo des gemeindeeigenen Areals sowie mit möglichen Varianten und Optionen beschäftigt und werden die Fakten am Donnerstag, 26. Januar, in einer öffentlichen Sondersitzung des Gemeinderats präsentieren. „Sie werden uns vorstellen, was Sinn macht“, erklärt Scheuerer. Die Politik hatte die Notbremse gezogen, als die Kosten für eine geplante Sanierung aus dem Ruder zu laufen drohten; mehr als 650 000 Euro waren zuletzt im Raum gestanden. „Wir wollen etwas machen, aber das Gesamtpaket muss Hand und Fuß haben“, untermauert Scheuerer. Die Finanzlage lade zum Investieren ein. „Es wäre fahrlässig, sich diese Gedanken nicht zu machen.“

Die beiden Fachleute Hagen Pohl, ein Architekt und Schwimmbad-Experte, sowie Wolfgang Schwegler, der sich mit der Sanitär- und Anlagentechnik auseinandersetzt, werden Antworten liefern auf die Fragen, was die Kommune dringend machen muss, was sie unternehmen kann – und welche Wege wirtschaftlich sinnvoll sind. Stellt eine Sanierung der vorhandenen Bebauung, in der sich unter anderem Kasse, Kiosk, Gaststätte, Technik, Toiletten und Wärmehalle befinden, eine tragfähige Lösung dar? Oder fährt Ohlstadt mit einem Gebäude-Abbruch und einem Neubau langfristig besser?

Aktuell schultert die Gemeinde für die gesamte Anlage, also Bad und Gebäude, jedes Jahr ein Defizit von rund 100 000 Euro. „Das ist ein Batzen“, räumt Scheuerer ein. Aber auch eine Investition, die man sich leisten will: Es handle sich um ein Bad für Ohlstadts Familien und Kinder, das entsprechend genutzt werde. In der Bevölkerung ist es emotional fest verankert. „Wir sind fast alle damit groß geworden.“

Nun soll beleuchtet werden, an welchen Stellen sich wie viel sparen lasse. „Vielleicht kann man dabei die Attraktivität sogar steigern“, meint der Bürgermeister. Nahezu alles soll auf den Prüfstand kommen; ausgenommen sind aktuell nur die Becken und die Badewassertechnik – allerdings im Wissen, dass auch hier früher oder später Handlungsbedarf besteht. Am Technikkeller wird ebenfalls nicht gerüttelt.

Wohl aber könnte die Schwimmbad-Gaststätte zur Disposition stehen. Ende Januar wird für das Lokal Stad’l Schluss sein, dessen Betreiber sich mit der Gemeinde ein juristisches Scharmützel geliefert hatte, das in einem Vergleich endete (wir berichteten). Dann ist die Gemeinde auch in diesem Punkt ungebunden.

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