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Ganz in seinem Element: Horst Demmelmayr (2.v.r.) genießt die Herzlichkeit, die er stets durch sein Engagement erfährt. Foto: Karl Wagner

Special Olympics

Absolute Ehrlichkeit und Herzlichkeit erleben

Garmisch-Partenkirchen - Die Special Olympics in Garmisch-Partenkirchen sind vorbei. Es waren auch die Spiele von Horst Demmelmayr. Seit über 25 Jahren engagiert er sich für Menschen mit Behinderung.

Die CSU wollte ihn schon haben, die CSB hat auch angefragt. Aber Horst Demmelmayr als Parteimitglied? Unter Umständen eine Fraktions-Meinung vertreten, der er eigentlich widerspricht? Undenkbar. Demmelmayr redet Klartext, sagt, was er denkt. „Ich war schon immer der mit der großen Klappe“, sagt er über sich. Mit einem Sprücheklopfer aber hat er nichts gemein. „Große Klappe“ bedeutet bei ihm: Er redet viel und gerne. Das aber gilt nur, wenn ihm eine Sache am Herzen liegt. So wie sein Engagement für Menschen mit geistiger Behinderung. Für sie setzt er sich seit über 25 Jahren ein. Heute ist der Garmisch-Partenkirchner Vize-Vorsitzender bei Special Olympics (SO) Bayern, betreut die international erfolgreichen Boccia-Spieler von SO Deutschland, sitzt im Vorstand der Kinder-, Jugend- und Erwachsenenhilfe (KJE) Garmisch-Partenkirchen und organisierte die Nationalen Winterspiele vor Ort. Im Rahmen der Schlussfeier am Donnerstag überreichte ihm Bürgermeister Thomas Schmid dafür die Goldene Bürgerplakette des Marktes. Angefangen hat alles mit einer Bushaltestelle in Aachen.

Als 34-jähriger Soldat war Demmelmayr dort mit Kameraden auf einer Übung. Der Bus, der sie zur Kaserne brachte, hielt vor einem Integrationskindergarten. Der Stopp der Männer in Uniform war ein Ereignis, fröhlich winkten ihnen die Mädchen und Buben zu. So hat der Mann mit der großen Klappe vorgeschlagen, die mit 800 Mark gefüllte Kasse - Zuspätkommen, Fluchen und Ähnliches wurden mit einer Geldbuße belegt - dem Kindergarten zu spenden. Die Begeisterung war riesig.

Zurück in der Kaserne in Mittenwald begann bald seine Unterstützung für die KJE: Die Werdenfelser Werkstätten suchten jemanden, der ihren VW-Bus überholen könnte. Sie fanden Demmelmayr, dessen Kompanie für die Instandsetzung zuständig war. Seitdem weitete er sein Engagement kontinuierlich aus. Die Arbeit mit jungen Menschen - unter anderem ist Demmelmayr im Skiclub Partenkirchen aktiv - gehört zu seinem Leben. „Das fordert Dich, das hält jung.“ Offensichtlich: 72 Jahre ist er alt, man mag’s kaum glauben. „Ich fühl’ mich auch nicht so.“

Berührungsängste, wie viele sie im Umgang mit Menschen mit geistiger Behinderung haben, kennt Demmelmayr nicht. Er behandelt sie "ganz normal". Dafür bekommt er viel zurück. Vor allem hebt er eine Eigenschaft hervor, die in der Gesellschaft wohl selten geworden ist: absolute Ehrlichkeit, ohne jedes Kalkül.

Dabei kann Demmelmayr verstehen, wenn man sich in diesem Bereich nicht engagieren kann oder will. Auch wenn manch einer sein begeistertes „Vielreden“ so empfinden mag: Er will niemanden bekehren - „das funktioniert sowieso nicht“. Das Engagement muss von Herzen kommen. Wie bei Demmelmayr. (kat)

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