Präsentieren den Helikopter: (v.l.) Dr. Wolfgang Schoder, CEO Airbus Helicopters Deutschland, Thomas Burkhardt, Vizepräsident für Technik beim ADAC, die Weilheim-Schongauer Landrätin Andrea Jochner-Weiß sowie der Ärztliche Direktor der UKM Professor Dr. Volker Bühren und Hubschrauberpilot Heiner Wehberg. Foto: Wilz

Neuer Hubschrauber für 8,5 Millionen Euro

Murnau - Mit der Einführung einer neuen Hubschraubergeneration weht an der Murnauer Unfallklinik (UKM) im wahrsten Sinne des Wortes ein frischer Wind. Die ADAC Luftrettung stellte dort gestern die erste Maschine des Typs H 145 mit Rettungswinde vor. Sie stammt vom weltweit führenden Hubschrauberhersteller Airbus Helicopters und stellt eine echte Innovation in puncto Sicherheit und Funktionalität dar.

„Mit dieser modernen, leisen und leistungsstarken Maschine gehen wir einen großen Schritt in die Zukunft“, betonte Thomas Burkhardt, ADAC-Vizepräsident für Technik. Der Hubschrauber hat einen stolzen Preis, nämlich rund 8,5 Millionen Euro.

Durch den ummantelten Heckrotor verursacht der neue „Christoph“ nur noch einen Schalldruck von 70 Dezibel bei Start und Landung - was in etwa der Lautstärke eines Rasenmähers entspricht. Zudem bedeutet die Ummantelung mehr Sicherheit für Passagiere und Besatzung. Auch in medizinischer Ausstattung hat es der weltweit modernste Helikopter in sich: Durch die neu platzierte Trage auf der rechten Seite müssen Notarzt und Rettungsassistent nicht mehr über Kreuz arbeiten. Erleichtert wird die Patientenversorgung auch durch drehbare Sitze sowie ein flexibles Schienensystem an der Decke, um medizinische Geräte zu befestigen. An Pferdestärken mangelt es auch nicht: Zwei Turbinen mit je 1083 PS sorgen dafür, dass der Hubschrauber bei einer Nutzlast von 1550 Kilo nicht nur weite Strecken für Intensivverlegungen zurücklegen kann, sondern auch genügend Leistung für riskante Einsätze im Gebirge mitbringt. Laut dem Ärztlichen Direktor der UKM, Professor Dr. Volker Bühren, ist dies für den Standort Murnau besonders wichtig: „Da mittlerweile fünfzehn bis achtzehn Prozent unserer Patienten per Luftweg kommen, müssen wir mit der Zeit gehen. Als größte deutsche Unfallklinik sind wir in der Pflicht, Qualität und Versorgung anzupassen.“ Ihm zufolge stellen die modernen Funk- und Navigationsanlagen eine Erleichterung dar, weil die Piloten hiermit ohne Sicht durch Wolken fliegen können und Einsätze unter erschwerten Bedingungen sicherer ablaufen.

Die Landrätin des Landkreises Weilheim-Schongau, Andrea Jochner-Weiß (CSU), zeigte sich angetan: „Für die Notfallversorgung im Oberland ist dies ein Meilenstein.“ Der Helikopter stelle einen „enormen Gewinn für Patienten, Flugbesatzung und Umwelt dar“. Der Hubschrauber wird ab Montag, 23. März, in Probebetrieb gehen.

Der alte „Christoph“, der 30 Jahre lang treue Dienste leistete, wird weiterhin als Ersatzmaschine genutzt. Bis 2018 sollen vierzehn neue Helikopter des ADAC ihre Vorgängermodelle ablösen. Rund 130 Millionen Euro investiert der Club in die gesamte Modernisierung. (co)

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Nach Drogenkonsum: Drei Oberammergauer auf Zerstörungstour
Einen Schaden in Höhe von mehreren tausend Euro haben drei junge Männer in Oberammergau verursacht. Das Trio erwartet nun ein umfangreiches Strafverfahren.
Nach Drogenkonsum: Drei Oberammergauer auf Zerstörungstour
Seniorenheim Unterammergau: Noch keine Entscheidung gefallen
Die Zeit wird knapp: Nur noch bis Monatsende läuft die Frist, damit sich Gemeinde und Investor beim geplanten Seniorenheim in Unterammergau einig werden. Die Kommune …
Seniorenheim Unterammergau: Noch keine Entscheidung gefallen
Gefährliches Verkehrschaos an der Kita: Jetzt reagieren die Eltern
Selbstgemalte Zebrastreifen, schmale und lückenhafte Gehwege, die im Winter mit Schnee zugeschoben werden, sowie unzählige Autos – die Zustände rund um die Kita …
Gefährliches Verkehrschaos an der Kita: Jetzt reagieren die Eltern
Kiosk: Zuschlag für neues Pächterpaar
Der neue Kiosk in der Murnauer Bucht erhält auch neue Betreiber. Christian Höller, der 14 Jahre lang den Vorgänger Platzl am See für seinen Bruder bewirtschaftet und …
Kiosk: Zuschlag für neues Pächterpaar

Kommentare