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Diese Kurve wird oft geschnitten, sagt Welf Probst – und beantragt deshalb eine Verkehrsinsel. 

Mehr Verkehrssicherheit an der Unfallklinik Murnau 

Verkehrsinsel als Mittel gegens Kurvenschneiden

Murnau - Welf Probst hat zur Zeit viel zu tun. Nicht nur mit dem Thema „Autofreier Untermarkt? Ja oder nein?“ und der teils kritisierten Wegeführung am geplanten Infocenter am Murnauer Moos ist er beschäftigt. Jetzt hat der Vorsitzende der Freien Wähler eine Verkehrsinsel auf der Staatsstraße 2062 an der süd-östlichen Einfahrt zur Unfallklinik beantragt. Dort werde zu zügig gefahren, sagt er.

Der Verkehr, derzeit ein beliebtes Thema in Murnau. Die oft überlastete Umgehungsstraße, die durch einen Kran blockierte Durchfahrt von Untermarkt zur Schlossbergstraße, die mitunter dadurch bedingte Zunahme des Verkehrs auf der Schwaigangerstraße – samt entsprechender Anwohnerproteste, ein geplantes Gesamt-Verkehrskonzept und, und, und. Welf Probst, Vorsitzender der Freien Wähler Murnau und Gemeinderat, ist derzeit jedenfalls ein begehrter Ansprechpartner. Außerdem hält Probst, der zusätzlich das Amt des Referenten für Wege, Plätze und Parkanlagen innehat, bei seinen Touren in und um Murnau immer die Augen offen.

Dabei ist ihm aufgefallen, dass die schraffierten Flächen und die Linksabbiegerspur für aus Richtung Großweil kommende Fahrzeuge an der südöstlichen Einfahrt zur Unfallklinik Murnau oft und gerne von Autofahrern übersehen und gar geschnitten wird. Zur Verbesserung der Verkehrssicherheit dort beantragt Probst im Namen der Freie Wählergemeinschaft Murnau deshalb nun, auf der Staatsstraße 2062 an dortiger Stelle eine Verkehrsinsel zu errichten, die ein Überfahren der Schraffierungen und das Schneiden der Kurve von Norden aus verhindert. „Für die in Richtung Kochel fahrenden Kfz ist diese Abbiegespur erst spät erkennbar“ erläutert er den Vorstoß, „und führt deshalb möglicherweise zu unnötigen Konfliktsituationen mit von Osten her kommenden Abbiegern in Richtung Unfallklinik.“

Der Polizei ist diese Stelle nicht als Unfallschwerpunkt bekannt. Unterstützung erhält Probst aber von Sarah Heinze, der Geschäftsführerin der Unfallklinik Murnau. „Gerade im Winter kommt es bei Straßenglätte immer wieder zu gefährlichen Situationen im Bereich der Einfahrt Ost“, erklärt sie auf Anfrage des Tagblatts. Zusammenstöße seien ihr aktuell nicht bekannt, vor einigen Jahren sei es jedoch zu einem tödlichen Unfall beim Zusammenstoß eines Motorrads mit einem Lkw gekommen.

„Aufgrund der Änderungen im Bereich der Klinik, dem Bezug der Erweiterung Ost, gehen wir davon aus, dass auch die Einfahrt Ost künftig vermehrt angefahren wird. Bisher wird diese Einfahrt überwiegend durch Mitarbeiter genutzt. Patienten und Besucher fahren die Klinik hauptsächlich über die Haupteinfahrt an. Daher unterstützen wir die Intension, den Verkehr an dieser Einfahrt zu verlangsamen.“ Dies könne durch eine Verkehrsinsel, einen Kreisverkehr oder durch eine besser erkennbare und gegebenenfalls breitere und längere Abbiegespur erfolgen, sagt Heinze. „Auch eine Geschwindigkeitsbegrenzung aus Richtung Murnau wäre aus unserer Sicht wünschenswert.“

Jetzt muss sich zuerst einmal der Verkehrsausschuss der Marktgemeinde mit dem Antrag der Freien Wähler auseinandersetzen. Falls diesem stattgeben wird, soll er an das Staatliche Bauamt Weilheim zur Überprüfung weitergeleitet werden. Der dort für den Bereich Murnau zuständige Werner Hüntelmann erklärt, seinem Amt sei an dieser Stelle kein Unfallschwerpunkt bekannt, der Maßnahmen nötig mache. „Dort gibt es in unseren Augen bisher keine Auffälligkeiten“, sagt Hüntelmann. „Die Stelle befindet sich außerorts, es gibt dort auch keinen Gehweg.“ Selbstverständlich werde das Amt den Antrag der Freien Wähler aber, falls dieser eingereicht werde, überprüfen und dazu Stellung beziehen.

Zusätzlich zu diesem Anliegen ist Probst gerade damit beschäftigt, die Vor- und Nachteile eines autofreien Untermarkts zusammenzutragen. „Ich gehe von Geschäft zu Geschäft, um mir Meinungen anzuhören.“ Damit sei er noch nicht ganz fertig, die Ergebnisse sollen später als Diskussionsgrundlage dienen. Er selbst stehe einer autofreien Untermarkt eher kritisch gegenüber.

Auch die geplante Wegeführung für Fußgänger am neuen Info-Center am Parkplatz Am Ödanger am Murnauer Moos bemängelt er. Auch hier wollen die Freien Wähler einen Antrag zur Verbesserung der Verkehrssituation einreichen (Bericht folgt).

Michaela Sperer

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