Professionelle Händler sollen in der Minderheit bleiben: Auf dem Murnauer Christkindlmarkt sollen sich heuer vermehrt heimische Künstler und Gewerbetreibende präsentieren. Das wünschen sich die Ortsvereine. Sie übernehmen heuer die Organisation vom Wirtschaftsförderverein. Foto: Kolb (a)

Ein Adventsmarkt aus dem Ort für den Ort: Vereine übernehmen Organisation

Murnau - Kleiner und ortsverbundener soll der Murnauer Christkindlmarkt am 10. und 11. Dezember im Obermarkt werden. Neu ist: Diesmal übernehmen die Ortsvereine die Organisation.

In den vergangenen Jahren war hierfür der Wirtschaftsförder- und zuvor der Gewerbeverein verantwortlich. Die Geschäftsleute scheinen nicht traurig darüber zu sein, das Kommando aus der Hand zu geben. Im Gegenteil: „Ich bin froh. Vergangenes Jahr war ich am Rande meiner Leistungsgrenze“, sagt Angelika Rebholz, Vorsitzende des Wirtschaftsfördervereins.

Die Arbeitsbelastung soll nicht der einzige Grund für den Wechsel gewesen sein. Im Ort ist die Rede davon, dass bei einigen Geschäftsleuten das bisherige Konzept mit einem Großaufgebot an auswärtigen Händlern auf wenig Gegenliebe stieß. Sie befürchteten, in der wichtigen Vorweihnachtszeit Umsätze zu verlieren. Auch wurden Stimmen laut, die forderten, den Markt ortsbezogener zu gestalten.

Im Laufe des Jahres riefen dieVereine die „Murnauer Vereinsgemeinschaft Weihnachtsmarkt“ ins Leben. Ihr gehören 23 Gruppierungen und Institutionen an. Ein Organisationsteam, dem unter anderem Vize-Bürgermeister Sepp Bierling (CSU) angehört, feilt bereits an den Feinheiten.

Die entscheidende Veränderung: Die Ortsvereine wollen den Großteil des Angebots selbst stellen - mit ihren 23 Ständen und einem gemeinsamen, zentralen Verkauf von Glühwein, Kinderpunsch und Würstln. Zudem wollen die Organisatoren eine Aktionsbühne aufbauen, auf der gesungen, musiziert und Theater gespielt wird.

Das Ziel der „Neuorientierung“ (Bierling) ist klar: Die professionellen Händler sollen in der Minderheit bleiben. Bierling schätzt, dass für diese vielleicht acht Stände Platz haben. 2010. waren neben den rund 30 Vereinen um die 50 Händler vertreten.

In einem Bewerbungsverfahren können sich interessierte Gewerbetreibende und Hobbykünstler - auch Auswärtige - melden. Allerdings müssen zwei wichtige Punkte erfüllt werden: Der Verkauf von Speisen und Getränken ist tabu, und es dürfen nur Weihnachtsartikel über den Ladentisch wandern.

Die Folge der neuen Ausrichtung: Der Markt wird kleiner, reicht nur noch von der Mariensäule bis zur Einmündung in die Griesbräustraße. (as)

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