Urkunden für die Treuen: Johann Finsterwalder, Michael Guglhör und Peter Wiesendanger (v., v. l.) werden für ihre langjährige Mitgliedschaft ebenso geehrt wie Leonhard Weingand (2. Reihe, l.). Kommandant Andreas Kern (M.) und Erster Vorstand Michael Krüger (r.) freuen sich mit ihnen. Mit dabei (hinten, v. l.) Kreisbrandinspektor Herbert Maurus, Kreisbrandrat Johannes Eitzenberger, Bürgermeister Markus Hörmann und Kreisbrandmeister Andreas Weiß. foto: herpen

Alle Appelle bisher umsonst

Seehausen - Auch bei der Jahresversammlung der Freiwillige Feuerwehr Seehausen konnte noch kein Nachfolger für den scheidenden Kommandanten Andreas Kern gefunden werden. In vier Wochen soll es zu einem weiteren Treffen kommen.

Die Appelle von Bürgermeister Markus Hörmann (CSU) waren vergebens. Fast zwei Stunden lang hatte der Seehauser Rathauschef bei der Jahresversammlung der Freiwilligen Feuerwehr, immer wieder mit Unterbrechungen, versucht, einen neuen ersten Kommandanten zu finden. Doch bei seinen wiederholten Aufforderungen an die Aktiven, sich einen Ruck zu geben, blieb es im Saal des Gasthofes „Zum Stern“ mucksmäuschenstill. Folglich wird nun innerhalb von vier Wochen eine weitere Sitzung einberufen, bei der ein Kommandant gewählt werden muss. Ist hierfür niemand bereit, ernennt der Bürgermeister zwangsweise den dienstältesten Feuerwehrmann zum kommissarischen Kommandanten - so steht es im Bayerischen Feuerwehrgesetz.

Wie berichtet, steht der bisherige Amtsinhaber Andreas Kern für den Posten nicht mehr zur Verfügung. „Sechs Jahre als Zweiter und zwölf Jahre als Erster Kommandant sind genug“, erklärte der 50-Jährige knapp den Grund für seinen Rückzug.

Etwas deutlicher wurde einer der 46 Wahlberechtigten, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. So warb er für mehr Unterstützung des Kommandanten durch die Gemeinde. „Der Andreas hat alles gemacht, zum Beispiel Hausmeisterdienste im Gerätehaus übernommen, und die Autos zum Richten gefahren.“ Für das Gebäude sei jedoch die Kommune zuständig: „Könnte nicht ein Bauhof-Mitarbeiter bei der Feuerwehr mithelfen?“ wollte er von Hörmann wissen. Die Gemeinde habe immer ein offenes Ohr für die Wehr, entgegnete ihm dieser. „Ich nehme diese Anregung gerne auf.“

Bei der Sitzung in zirka vier Wochen muss zudem der Zweite Kommandant neu gewählt werden, weil auch Amtsinhaber Michael Scheu aus familiären und beruflichen Gründen seinen Posten aufgibt. Dass etwa die Hälfte der Aktiven auswärts arbeitet, schränkt nach den Worten des Bürgermeisters den Kreis der in Frage Kommenden ein. Unterstützung bei seiner Suche erhielt er von Kreisbrandrat Johannes Eitzenberger. „Die Wehr steht so gut da wie noch nie zuvor“, sagte der ranghöchste Feuerwehrmann des Landkreises, der seine Zuhörer im Zusammenhang mit der Wahl an das „Selbstverständnis“ erinnerte, das „aus den eigenen Reihen kommen“ müsse. Überdies würdigte er Kern für sein jahrzehntelanges Engagement: „Er war für viele Vorbild und Lehrmeister.“

„Bringt’s mal einen Jungen nach vorn, die Älteren können ihn dann unterstützen“, empfahl Kreisbrandinspektor Herbert Maurus. Im gleichen Sinne äußerte sich Kreisbrandmeister Andreas Weiß (32) aus der Schöffau: „Ich war bereits mit 23 Jahren Kommandant unserer Wehr, und bereue es keine Minute. Es bringt viele Erfahrungen in allen Lebenslagen.“ Am Donnerstag, 14. Januar, werde sich der Feuerwehrausschuss mit dem Thema auseinandersetzen, kündigte Vereinsvorstand Michael Krüger an. Ein Termin für die weitere Versammlung steht noch nicht fest.

In seinem Jahresbericht für 2015 blickte Kern auf 27 Einsätze, darunter vier Brände, 19 Technische Hilfeleistungen und drei Sicherheitswachen der gegenwärtig 61 Aktiven zurück. 674 reine Arbeitsstunden seien dabei geleistet worden - zusammen mit den Übungen sowie Wartungs- und Pflegearbeiten für die Gerätschaft sogar rund 2300 Stunden. Mit einem Kleinbus als Einsatzleitfahrzeug stünde demnächst eine größere Anschaffung an, sagte er weiter.

Für 40 Jahre aktiven Feuerwehrdienst erhielt Michael Guglhör senior von Eitzenberger das Feuerwehr-Ehrenzeichen in Gold, über Silber durften sich Josef Finsterwalder junior, Leonhard Weingand und Peter Wiesendanger für 25 Dienstjahre freuen. Von Vorstand Michael Krüger wurde Guglhör wegen seiner 24-jährigen Tätigkeit als Schriftführer zum Ehrenschriftführer ernannt. (Herpen)

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