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Gemeinsam stärker: (v. l.) die Vorstände Peter Lingg (Kreissparkasse), Martin Sperl und Martin Jocher (beide VR-Bank Werdenfels) sowie die Vorstandvorsitzenden Georg Fink (Kreissparkasse) und Walter Beller (VR-Bank).

Filialschließungen im Landkreis

Allianz von Sparkasse und VR-Bank

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Garmisch-Partenkirchen - Der Spardruck steigt. Und er zwingt die Kreissparkasse und die VR-Bank Werdenfels zu einer Kooperation. Beide Geldhäuser betreiben in Zukunft gemeinsam drei SB-Filialen. Die Sparkasse schließt ihre Zweigstellen in Burgrain, Unterammergau, Saulgrub, Eschenlohe und Wallgau.

Doppel-SB-Einheit: Das Haus der VR-Bank in Eschenlohe können bald auch Sparkassen-Kunden nutzen.

Sie betreiben ein ähnliches Geschäftsmodell, sie plagen die identischen Probleme – jetzt scheinen sie eine gemeinsame Lösung gefunden zu haben. Die Kreissparkasse Garmisch-Partenkirchen und die VR-Bank Werdenfels – laut Sparkassen-Chef Georg Fink verfügen beide Finanzinstitute im Landkreis über „einen Marktanteil zwischen 70 und 80 Prozent“ – schmieden für drei Standorte eine Allianz, um die Herausforderungen und Schwierigkeiten, die durch das veränderte Kundenverhalten und ganz besonders die Niedrigzinsphase entstanden sind, meistern zu können. Soll heißen: Beide Geldhäuser schließen in Unterammergau, Saulgrub und Eschenlohe ihre Filialen und führen sie in diesen Dörfern gemeinsam fort – allerdings nur als SB-Einheiten. „Wir arbeiten zum Wohle unserer Kunden zusammen“, sagt VR-Bank Vorstandvorsitzender Walter Beller. „Wir machen aus der Not eine Tugend, um auf den Markt und die Kosten reagieren zu können“, erklärt Peter Lingg, der ab Juni den Vorstandsvorsitz von Fink bei der Kreissparkasse übernimmt. Die Zusammenarbeit mit einer Sparkasse praktiziert die VR-Bank bereits im Landkreis Weilheim-Schongau. Bei dieser Art Kooperation soll’s auch bleiben. „Wir sind weiter Konkurrenten“, meint VR-Vorstand Martin Jocher. „Das ist gut für die Region.“

Beller verhehlt nicht, dass schwierige Zeiten angebrochen sind, die zum Handeln zwingen: „Die Entscheidungen der Europäischen Zentralbank treffen uns besonders hart.“ VR-Bank und Kreissparkasse verdienen ihr Geld über die Zinsdifferenz. Und die ist minimal, seit die EZB den Prozentsatz, zu dem sich Banken Geld leihen können, auf Null gesetzt hat. Der Gewinn 2015 der Kreissparkasse belief sich nur noch auf 416 000 Euro. Wie hoch der der VR-Bank Werdenfels ausfällt, will das Geldhaus auf der Bilanzpressekonferenz am 11. April bekannt geben.

Gezählte Tage: Die Sparkassen-Filiale in Burgrain wird dicht gemacht.

Die Kooperation mit der VR-Bank bedeutet für die Kreissparkasse noch nicht das Ende der Fahnenstange und der Sparmaßnahmen. Die Geschäftsstelle im Garmisch-Partenkirchner Ortsteil Burgrain wird ebenso geschlossen wie die in Wallgau. Die Filiale im Heimatdorf von Biathlon-Olympiasiegerin Magdalena Neuner wird immerhin als SB-Standort weiterbetrieben, die Kunden aus Burgrain müssen ihre Geschäfte künftig über die Zweigstelle in Farchant abwickeln. Beides passiert zum 27. Juni. „Die Bargeldversorgung bleibt gesichert“, beruhigt Lingg die Kunden.

Die Kreisparkasse versucht, ihre Hausaufgaben zu machen, die nach der gescheiterten Fusion mit der Kreissparkasse Schongau und den Vereinigten Sparkassen Weilheim nötig sind. Fink und Lingg lassen keinen Zweifel daran, dass die neue „Sparkasse Oberland“ dieselben Einschnitte vorgenommen hätte, zu denen sie sich gezwungen sehen – nur etwas später. „Die fusionierte Sparkasse hätte zunächst viel mit sich selbst zu tun gehabt“, sagt Fink.

Dass man in Zukunft weiter mit spitzer Feder rechnen wird, daran lassen die führenden Köpfe der Kreissparkasse und der VR-Bank keinen Zweifel. „Wir sind Kaufleute und müssen so arbeiten“, sagt Lingg. Und vor allem wird bei der VR-Bank und der Kreissparkasse über Geschäftsmodelle nachgedacht, die schon längst der Vergangenheit angehörten und von denen Kunden glaubten, sie seien ein für allemal in der Mottenkiste verschwunden. „Alles kommt auf den Prüfstand“, sagt Fink. Das bestätigt auch Beller. „Ich traue mich nicht zu sagen, bei diesen Maßnahmen, die wir jetzt ergriffen haben, bleibt’s. Das wäre unseriös“. Ganz konkret: Beide Finanzinstitute wollen wieder Gebühren verlangen, „damit wir die Selbstkosten reinbringen“. Negativzinsen für Einlagen der Normalkunden sind (vorerst) bei der Kreissparkasse nicht geplant. Keine Zukunftsmusik: Beide Geldhäuser planen, das ihnen anvertraute Geld in eigenen Tresoren einzulagern, damit ihnen die Strafzinsen der EZB erspart bleiben.

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