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Alle Hände voll zu tun: Die Arbeit am Schafstadel geht für die einzelnen Züchter so schnell nicht aus. Georg Strodel kann davon ein Lied singen.

Anton Sieß avanciert zum Mittenwalder Wollsieger

Ein Fall für die „Schafrichter“

Mittenwald - Wer ist das schönste Bergschaf in Mittenwald? Das hatte eine fachkundige Jury bei der diesjährigen Prämierung zu beurteilen. 

 Es ist ja allgemein bekannt: Die Mittenwalder Schafbauern haben eine ganz besondere Beziehung zu ihren Tieren. In vielen Familien hat die Zucht dieser wolligen Vierbeiner sogar eine lange Tradition. Einmal im Jahr dürfen die Schaferer die Früchte ihrer Arbeit ernten und ihre blökenden Exemplare voller Stolz einer breiten Öffentlichkeit präsentieren. Dann werden nach dem publikumsträchtigen Abtrieb am Schafstadel an der Gröblalm die schönsten Bergschafe gekürt – diesmal wurden 70 dieser Tiere von einer fachkundigen Jury beurteilt.

Die traditionelle Prämierung ist eine willkommene Abwechslung zum sonstigen, recht arbeitsintensiven Alltag außerhalb der Sommerweide. Denn es gibt immer was zu tun: Klauen pflegen, scheren, ausmisten, Zäune und Ställe ausbessern. Intensive Pflege hat eben ihren Preis.

Durch jahrzehntelange Erfahrung haben die vier Juroren ein scharfes Auge für die richtige Haltung und Aufzucht entwickelt. Nicht umsonst werden sie augenzwinkernd „Schafrichter“ genannt. Denn auf das Gespür und den Blick von Franz Ostler (Groana), Hans Schober, Max Buchwieser (Grainau) und Josef Grasegger kommt’s an. „Bitte no a bissl herdrehen zu uns“, dirigiert Buchwieser den Mittenwalder Sylvester Noder. Er hat gemeinsam mit seinem Sohn, ebenfalls ein „Vestl“, das Schaf vor die Jury geführt. Diese tauscht sich leise aus, beratschlagt und debattiert, Hans Neuner (Noderschuster) notiert derweil gewissenhaft.

Wichtigste Kriterien für die Bewertung sind unter anderem die sogenannte Bemuskelung, die Wolle, die Füße und die Zähne sowie der Rahmen. Mit dem vorgeführten Mutterschaf von Noder haben die Richter auch schon ihre Gewinnerin in der gleichnamigen Kategorie gefunden. Auch die zweite Dame von Noder schafft es auf Rang zwei. Sein Sohn ist mit den beiden „Weiberlan“ zwar fast auf Augenhöhe, doch hat der kleine Bub die Damen bereits jetzt gut im Griff.

Auch in den weiteren Kategorien gibt es regelrechte Prachtexemplare: Den schönsten Altwidder darf Hans Neuner (Noderschuster) sein Eigen nennen. Der erste Preis bei den Jungschafen geht an Simon Brandner (Melcher). Die Spitzenposition bei den Jungwiddern holt wiederum das Tier von Franz Strodel. Die Nummer eins bei den Kilbern kommt aus dem Stall von Stefan Sprenger (Schmid). Den Jugendpreis erhält Simon Schober, zum Wollsieger avanciert Anton Sieß.

„Uns freut es sehr, dass wieder so viele an der Prämierung teilgenommen haben“, meint ein sichtlich zufriedener Almmeister Thomas Frank. 

Ergebnisse:

Wollsieger: Anton Sieß – Mutterschafe: 1. Sylvester Noder, 2. Sylvester Noder, 3. Anton Sieß – Altwidder: 1. Hans Neuner, 2. Thomas Frank, 3. Sylvester Noder – Jungschafe: 1. Simon Brandner, 2. Anton Knilling, 3. Hans Neuner – Jungwidder: 1. Franz Strodel – Kilbern: 1. Stefan Sprenger, 2. Stefan Sprenger, 3. Veronika Brandner – Jugendsieger: Simon Schober

Josef Hornsteiner

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