BMW rauscht in die roten Zahlen - Verlust schlimmer als befürchtet

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Die Peißenberger Hütte: Hier will die AV-Sektion Peißenberg ein Grundstück für eine Holzlege erwerben. Foto: fkn

Almbauern contra Alpenverein: Streit um Grundstückskauf auf der Hörnlealm

Bad Kohlgrub - Widerstand schlägt der Alpenvereinssektion Peißenberg entgegen, weil sie am Hörnle ein Grundstück für eine Holzlege erwerben will. Jetzt muss das Verwaltungsgericht entscheiden.

Die Alm- und Weidegenossenschaft Bad Kohlgrub staunte nicht schlecht, als plötzlich ein Grundstück am Hörnle vermessen wurde. Eine Rechtlerin aus Bad Kohlgrub, die inzwischen verstorben ist, wollte einen Teil ihres bewaldeten Flurstücks an den Deutschen Alpenverein (DAV), Sektion Peißenberg, verkaufen. Doch damit hat die Genossenschaft Probleme. Auch das Landratsamt war dagegen - und lehnte die Genehmigung des Kaufvertrags ab. Jetzt klagt der DAV vor dem Verwaltungsgericht in München.

Warum der Alpenverein das Grundstück will? Die Sektion besitzt auf dem Hörnle bereits die Peißenberger Hütte, rund 250 Meter von der Hörnlehütte der DAV-Sektion Starnberg entfernt. Als die Hörnlehütte einen Kanal bauen musste, habe die Sektion Peißenberg beschlossen, sich dranzuhängen, erklärte DAV-Chef Fritz Dirschowski. Der Verein baute eine Toilette und einen Waschraum ein. Doch damit ging der Platz für eine Holzlege verloren - die soll nun auf einem schmalen Streifen des Nachbargrundstücks errichtet werden.

Doch daraus wird wohl nichts. Das Landratsamt machte dem Geschäft einen Strich durch die Rechnung. Öffentliche Belange würden „der Veräußerung entgegenstehen“. Die Kulturlandschaft müsse erhalten bleiben. So gibt es etwa eine Teilungserklärung von 1876, die besagt, dass die Fläche als Ganzes aufgrund der Pflege- und Mäharbeiten bestehen bleiben müsse.

Das Landratsamt hatte im Vorfeld mehrere Stellungnahmen eingeholt. Gemeinde und Naturschutz hatten keine Bedenken. Das Landwirtschaftsamt in Weilheim aber sehr wohl: Es sei wichtig, dass die Almen erhalten bleiben. So solle es erleichtert werden, Almwirtschaft zu betreiben. Ein Verkauf sei mit dem Almgesetz von 1932 nicht vereinbar.

Der Vorsitzende der Weidegenossenschaft, Josef Schauer, sprach sich vor Gericht vehement gegen den Verkauf des Grundstückteils aus: Man müsse die Weideflächen erhalten, „weil wir sie von unseren Vorfahren so geerbt haben“. Der Anwalt der Genossenschaft, Hans Baur, fürchtet eine „Zerfledderung“: „Wenn jeder ein Stück verkauft, kann bald keine Almwirtschaft mehr betrieben werden.“

Der Vorsitzende Richter zeigte Verständnis für die Angst vor der Zerfledderung. Es gebe aber wohl keinen „Wehret-den-Anfängen-Gedanken“. Noch gilt es ohnehin, zahlreiche rechtliche Fragen zu klären. Zum Beispiel, welche Rechtsform die Weidegenossenschaft überhaupt hat. Weil sie ein uralter Verbund ist, wurde offiziell nie etwas eingetragen. Außerdem will der Richter prüfen, ob es nicht das Beste für die Beteiligten wäre, wenn ein „dingliches Recht“ für eine 15 Meter lange Holzlege im Grundbuch eingetragen wird. Das Verfahren wurde vertagt.

Nina Gut

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