Neues Zuhause für größere Betriebe: Der Kunststoff- und Kleinserien-Spezialist Alphaform-Claho (r.) und die Spedition Wittwer haben sich bereits in dem Gewerbegebiet im Norden Eschenlohes angesiedelt. Foto: Herpen

Alpin Business Park: Ein Gewinn für die Region

Eschenlohe - Erfreuliche Zwischenbilanz: Das neue Eschenloher Gewerbegebiet, der Alpin Business Park, ist zur Hälfte verkauft.

Die ersten Planungen für den Alpin Business Park in Eschenlohe, die Anfang des abgelaufenen Jahrzehnts starteten, waren ausgesprochen ehrgeizig: Futuristisch anmutende Gebäude mit wellenförmigen Dächern waren auf den Skizzen zu sehen. Nach den Vorstellungen des Eigentümers, des Immobilien- und Bauriesen Hochtief, sollten dort rasch moderne und dynamische Unternehmen eine neue Heimat finden. Tatsächlich dauerte die Entwicklung des Areals direkt an der Bundesstraße 2, wo sich einst das Hartsteinwerk befand, länger als ursprünglich angenommen - und die Ansiedlungen fielen etwas bescheidener aus.

Nichtsdestotrotz kann sich die Zwischenbilanz des Mammutprojekts sehen lassen: Hochtief schuf eines der größten Gewerbegebiete im Landkreis - und hat eine entscheidende Etappe geschafft. Das Gelände ist vollständig erschlossen, die Hälfte der rund 36 000 Quadratmeter großen Verkaufsfläche (Quadratmeterpreis zwischen 130 und 150 Euro) wurde veräußert - ein kleiner Abschnitt an die Gemeinde Eschenlohe, der Großteil an drei Betriebe. Zwei davon, die Spedition Wittwer sowie der Kunststoff- und Kleinserien-Spezialist Alphaform-Claho, haben ihre neuen Domizile bezogen. Das gesamte Gewerbegebiet inklusive der Grünanlagen, Straßen und Wege umfasst 65 000 Quadratmeter.

Frank Feldmann, Prokurist der Hochtief-Tochter Deutsche Bau- und Siedlungs-Gesellschaft mbH, die die Entwicklung des Alpin Business Parks managt, ist „mit dem Vermarktungsverlauf zufrieden“. Zum weiteren Vorgehen und zu laufenden Verhandlungen möchte sich der Betriebswirt nicht äußern. Nur soviel: „Wir bevorzugen keine konkreten Branchen für unsere Gewerbegrundstücke. Uns ist der Handwerksbetrieb mit 1000 Quadratmeter Grundstücksgröße genauso lieb wie ein Investor mit größerem Grundstücksbedarf. Wünschenswert wäre ein gesunder Mix.“ Als Standortvorteile sieht Feldmann die Nähe zur Autobahn, die nach Bedarf zu wählenden Grundstücksgrößen, die „investorenfreundliche Gemeinde“, die vorhandene Erschließung und den Preis.

Für den Eschenloher Bürgermeister Anton Kölbl (CSU) ist das Gewerbegebiet „ein Gewinn für die ganze Region“. Sein Wunsch wäre es, wenn damit neue Firmen in den Landkreis gelockt werden könnten, die zusätzliche, qualifizierte Arbeitsplätze schaffen. Bisher handle es sich um Betriebe, die bereits hier in der Gegend angesiedelt waren und nur umgezogen sind. Es sei wichtig, so Kölbl weiter, sich die Interessenten genau anzusehen und notfalls auch abzulehnen - beispielsweise wenn jemand eine Spielhalle eröffnen will.

Aus Sicht der Kommune erfreulich verlaufen ist die Erschließung - auch wenn die Verhandlungen schwierig waren und sich in die Länge zogen. Letztlich entscheidend: Sämtliche Kosten trägt Hochtief. „Das ist optimal“, freut sich Rathaus-Chef Kölbl. Das Essener Unternehmen schloss das Gebiet unter anderem an die Wasser-, Strom- und Gasversorgung an, baute Straßen sowie Gehwege und legte Grünanlagen an. Zudem errichtete der Konzern einen Damm zum Schutz vor Hochwasser. Die Kosten des Projekts beziffert er auf 3,5 Millionen Euro. (as)

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