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Eine Sicherung für die Retter setzen die Einsatzkräfte vor der Bergung.

So schwierig war die Bergung

Alpspitz-Klettersteig: Familienvater verunglückt tödlich

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Grainau - Tragischer Unfall im Gebirge: Ein 37 Jahre alter Bergsteiger aus Garmisch-Partenkirchen ist am Mittwoch auf dem Alpspitz-Klettersteig „Ferrata“ ums Leben gekommen. Die Einsatzkräfte konnten vor Ort nichts mehr für ihn tun. 

Strahlender Sonnenschein, blauer Himmel, endlich perfekte Bedingungen für eine Bergtour – das hat sich wohl auch ein 37-jähriger Garmisch-Partenkirchner gedacht, der am Mittwoch kurz vor 14 Uhr die Alpspitze über den Klettersteig Ferrata bezwingen wollte. Den Großteil der Route hatte der Mann, der allein unterwegs war, bereits geschafft, als ihn im oberen Drittel Zeugen zufolge ein Stein traf, er sich nicht mehr halten konnte und circa 150 Meter in eine schwer zugängliche Rinne abstürzte. Der Notarzt, der mit Kräften der Bergwachtbereitschaft Grainau per ADAC-Hubschrauber Christoph Murnau an die Unglücksstelle gelangt war, konnte nur mehr den Tod des gebürtigen Arnstadters (Thüringen) feststellen.

Mit dem Polizeihubschrauber gelangen der Verunglückte und die Bergretter ins Tal.

Die Bergung des Leichnams stellte die Einsatzkräfte vor eine Herausforderung. „Steil, mit viel brüchigem Gestein durchsetzt“ beschreibt Polizei-Bergführer Leonhard Habersetzer von der Alpinen Einsatzgruppe der Inspektion Garmisch-Partenkirchen das Gelände. Damit die Retter sicher zu dem Verunglückten gelangen konnten, mussten sie erst einmal eine Sicherung mit einem Fixseil aufbauen. Neben Habersetzer waren drei Grainauer Bergwachtkräfte vor Ort. Angesichts der Schwierigkeiten, sich zu dem Familienvater abseilen zu können, zog sich der Einsatz hin. Erst gegen 17.30 Uhr konnte der Polizeihubschrauber die Rettungsmannschaft und den Verunglückten in Grainau absetzen.

Wie es zu dem tragischen Unfall kommen konnte, das ermittelt noch die Polizei. Zwar scheint klar, dass den 37-Jährigen ein Stein getroffen hat. Ob dieser von einem Bergsteiger über ihm losgetreten wurde oder ob sich loses Gestein, von dem es im Bereich der Alpspitz-Nordwand jede Menge gibt, selbstständig gemacht hat, ist unklar.

„Gut ausgerüstet und körperlich fit“ sei der Mann gewesen, sagt Habersetzer. Inwieweit der Werdenfelser über Berg-Erfahrung verfügte, könne er aber nicht sagen. Was derweil feststeht, ist, dass er keine persönliche Schutzausrüstung, das heißt weder Helm noch Klettergurt, angelegt hatte. „Daraus kann man ihm keinen Vorwurf machen“, unterstreicht der Ermittler. Die Ferrata gelte als Anfänger- oder Einsteiger-Klettersteig, den geübte Alpinisten auch so meistern können. Angesichts der Vielzahl an Menschen, die gerade an Traumtagen, wie der Mittwoch einer war, diese Route nutzen, rät Habersetzer aber dazu, sich trotzdem entsprechend auszustatten. „Die Gefahr, dass ein Unfall passiert, ist wesentlich größer, wenn viele Menschen unterwegs sind.“ Die Stelle, an der der Garmisch-Partenkirchner abgestürzt war, liegt kurz vor dem Übergang von der Nord- in die Nordwestwand unterhalb eines Serpentinen-Abschnitts.

Aufruf

Zeugen werden gebeten, sich unter Telefon 0 88 21/91 70 zu melden.

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