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Der Kiosk in der Ludwigstraße ist verschwunden.

Der "Schandfleck" ist weg

Alter Kiosk abgerissen

Garmisch-Partenkirchen - Der Kiosk, der jahrelang das Bild der historischen Ludwigstraße störte, steht nicht mehr

Dieter Herfurth ist glücklich. Schon lange war dem Garmisch-Partenkirchner der alte Kiosk in der historischen Ludwigstraße ein großer Dorn im Auge. Als „Schandfleck“ und „unschönen, überflüssigen Anblick“ bezeichnete er das alte Holzhäuschen neben der Kirche, dass schon seit Jahren leer stand. Nach Aussage Herfurths hatte der Stadel auch schon lange „ein Geruchsproblem“. Bürger hatten hinter dem Schuppen regelmäßig ihre Notdurft erledigt, berichtet der Rentner entrüstet. Des Öfteren hatte er in der Vergangenheit beanstandet, dass der Stadel weg muss. Dieses Bemühen war jedoch vergeblich. Herfurth erhielt wiederholt die Antwort, dass sich der Kiosk in Privatbesitz befindet und man nichts dagegen machen könne. Umso mehr hat er sich nun gefreut, dass der „Schandfleck“ plötzlich verschwunden ist.

Vor Kurzem fiel dem Rentner auf, dass das „Holzhäusl“ nicht mehr an seinem gewohnten Platz steht. „Eine Bekannte meinte aber, dass er schon seit über eine Woche nicht mehr da ist“, sagt er. Auch Hubert Kuger wundert sich darüber, dass der Schuppen so plötzlich abgerissen wurde. Das Cafe des Gastronomen grenzte direkt an den Kiosk an. „Der war aus irgend einem Grunde unantastbar“, sagt er. „Obwohl er ja keinerlei Funktion hatte.“ Irgendwann in der vergangenen Woche hat es in seinem Geschäft schließlich „g’scheid gescheppert“, sagt der Café-Betreiber. Da wurde der Schuppen abgerissen. Seitdem hat er keine Ruhe. Ständig wird er von Einheimischen angesprochen, was denn mit dem Kiosk passiert sei. „Einige haben uns sogar schon beschuldigt, dass er wegen uns weggekommen ist, damit wir draußen weiter bestuhlen können.“

Im Raum stehen Vermutungen, dass private Bauvorhaben der Grundstücks-Besitzer die Ursache für den plötzlichen Abriss sind. Vonseiten der Eigentümer – die namentlich nicht genannt werden möchten – gibt es keinen Kommentar zu der Angelegenheit. Der Gemeinde ist der Abbau der Hütte bekannt, bestätigt Pressesprecher Florian Nöbauer. Dieser war jedoch „verfahrens- und genehmigungsfrei“ – sprich, die Besitzer mussten sich dafür keine Genehmigung einholen.

Aus welchem Grund der alte Schuppen nach „Jahrzehnten des Leerstehens“ nun doch entfernt wurde, ist Herfurth ziemlich egal. Er freut sich einfach, dass der Schandfleck endlich weg ist. Lachend sagt er: „Wer immer das erreicht hat, vielen vielen Dank dafür!“ Seiner Ansicht nach habe sich das Bild der Ludwigstraße ohne den Kiosk „enorm verbessert“. Einen Vorschlag hat er, damit die Straße noch ästhetischer wird. Die zugemauerten Fenster am Café-Gebäude, die der Schuppen bis vor Kurzem verdeckt hatte, sollten unbedingt erneuert werden. „Baut man dort richtige Fenster ein, dann sieht die Ludwigstraße gleich noch viel besser aus."

Magdalena Kratzer

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