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Babys, Babys, Babys: Im Klinikum Garmisch-Partenkirchen kamen im vergangenen Jahr 939 Kinder zur Welt. 

So viele Geburten wie nie

Babyboom am Klinikum

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So viele Kinder wie nie sind 2016 im Klinikum Garmisch-Partenkirchen zur Welt gekommen. Geschäftsführer Bernward Schröter will weiter in die Geburtshilfe investieren. Und er denkt darüber nach, die Geburtsstation in der Bad Tölzer Asklepiosklinik zu übernehmen, die geschlossen werden soll.

Landkreis– Babys, Babys und noch mal Babys: Ein regelrechter Boom ist am Klinikum Garmisch-Partenkirchen ausgebrochen. 939 Buben und Mädchen erblickten auf der Geburtshilfestation unter Mithilfe von Hebammen, Ärzten und Pflegerinnen im vergangenen Jahr das elektrische Licht der Welt. So viele wie nie zuvor. 2015 waren es 773 gewesen. Kinder von Asylbewerbern spielen in der Statistik nur eine untergeordnete Rolle. „Ihr Anteil ist marginal“, sagt Klinikums-Geschäftsführer Bernward Schröter (63).

Der neue Rekord hat einen Grund – einen guten: Nicht nur Frauen aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen kommen zur Entbindung gern in das 505-Betten-Haus an der Auenstraße. Auch bei Schwangeren aus der Region erfreut sich das Klinikum großer Beliebtheit. Der Ruf ist bestens, und viele werdende Mütter gehen auf Nummer sicher und suchen größere Hospitale auf, die den absolut höchsten medizinischen Standard bieten. Den bekommen sie in Garmisch-Partenkirchen – auch und vor allem durch die an die Geburtshilfe angeschlossene Kinderklinik. Vom Boom zeigt sich Schröter trotzdem überrascht. „Wir waren von rund 800 Geburten ausgegangen. Mit 915 hätten wir nie gerechnet.“ Und er glaubt, dass sich der Positivtrend fortsetzen wird. Deshalb hat man die Kapazität auf der Geburtshilfestation um zehn Betten gesteigert.

Nicht nur am Standort Garmisch-Partenkirchen befindet sich Schröter, der seit 15 Monaten auf dem Chefsessel sitzt, auf Expansionskurs. Der Gesundheitskonzern Asklepios, der in Bad Tölz die Stadtklinik betreibt, will die Geburtshilfe schließen. Schröter räumt Interesse ein, sie zu übernehmen. Josef Niedermaier (Freie Wähler), der Landrat von Bad Tölz-Wolfratshausen, hat mit Schröter in Garmisch-Partenkirchen Gespräche geführt. Ergebnis offen. „Wir haben ein Konzept vorgelegt“, sagt Schröter.

Sein Vorschlag: Das Kreisklinikum würde die Mediziner stellen und auch mit den Belegärzten zusammenarbeiten. Das Pflegepersonal müsste weiter Asklepios vorhalten. Was der Konzern allerdings gerne anders hätte. Garmisch-Partenkirchen soll auch diesen Bereich übernehmen. Schröter lehnt das allerdings ab. Er möchte nicht das gesamte unternehmerische Risiko tragen. In wirtschaftlicher Hinsicht wäre der Einstieg in Bad Tölz wohl nicht der große Gewinnbringer. „Wir würden wohl keinen Cent verdienen.“ Dass Garmisch-Partenkirchen den Zuschlag erhält, ist längst nicht sicher. Im Rennen befindet sich noch die Klinik Agatharied (Landkreis Miesbach).

Die Kriegskasse des Klinikums ist ganz gut gefüllt. Obwohl die Bilanz für 2016 noch nicht völlig abgeschlossen ist, rechnet Schröter mit einem Gewinn von mehr als zwei Millionen Euro. In etwa das Ergebnis von 2015, als man einen Überschuss von 2,5 Millionen Euro erwirtschafte. Im Vergleich mit anderen kommunalen Krankenhäusern steht man glänzend da: Landrat Anton Speer hatte bei der Bürgerversammlung des Marktes Garmisch-Partenkirchen deutlich gemacht, dass das Klinikum des Landkreises Weilheim-Schongau wohl ein Jahresminus von sechs Millionen Euro ausweisen werde. Schröter geht davon aus, dass sein Haus auch 2107 schwarze Zahlen schreiben wird. Den Aufsichtsräten wird er in der Sitzung am morgigen Freitag einen Finanzplan vorlegen, der ein Plus von 1,1 Millionen Euro prognostiziert. „Ich kalkuliere lieber etwas vorsichtiger“, sagt Schröter. „Wir sollten nicht anfangen zu spinnen.“

Investitionen sind weiter geplant. So soll heuer der Parkplatz vor dem Eingang endlich asphaltiert und die Klinikumsfassade zum 50-jährigen Bestehen 2018 aufgehübscht werden. Geld steckt er nicht nur in Steine, sondern auch in Personal. Um 100 Mitarbeiter, darunter 70 Pflegekräfte und zwölf Ärzte, ist das Unternehmen 2016 auf 1351 angewachsen. „Gut angelegtes Geld“, sagt Schröter.

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