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Über 10 000 Fahrzeuge rollen jeden Tag über die Ammerbrücke in Unterammergau.

Ammerbrücke in Unterammergau muss saniert werden: Ab 2. Mai halbseitige Sperrungen

Salz macht Beton und Stahl spröde

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Mit Verkehrsbehinderungen müssen Autofahrer ab nächster Woche in Unterammergau: Grund sind Arbeiten auf der Ammerbrücke.

Unterammergau – 40 Jahre lang hat sie allem standgehalten: dem permanenten Verkehr mit Sattelzügen, Bussen und Schwerlastern, aber auch den verschiedensten Umwelt- und Witterungseinflüssen von Hitze über Regen bis Kälte und Frost. Jetzt muss die Ammerbrücke in Unterammergau ihrem Alter erstmals Tribut zollen: Salzhaltiges Wasser vom Winterdienst ist in eine brüchige Bewegungsfuge aus Gummi eingedrungen und hat Beton und Spannstahl angegriffen. Wie stark, das muss erst ein Gutachten klären. Wenn massive Schäden diagnostiziert werden, sind hohe Kosten – bis zu einer halben Million Euro – und Verkehrsbeeinträchtigungen unausweichlich.

Bauingenieurin Julia Mair ist beim Staatlichen Bauamt in Weilheim für das Projekt zuständig: „Wir wissen derzeit nicht, wie sehr das Bauwerk geschädigt ist. Das müssen nun Untersuchungen klären.“ Aus diesem Grund wird der Übergang, der eine Spannweite von 32 Metern und eine Breite von 13,50 Metern aufweist, ab Dienstag, 2. Mai, halbseitig und für die Dauer von voraussichtlich drei Wochen gesperrt. Unterammergaus Bürgermeister Michael Gansler zu den weiteren Folgen: „Man kann dann vom Dorf aus nicht mehr in die Bundesstraße einbiegen, rein kommt man ungehindert.“ Froh ist das Gemeindeoberhaupt, dass die Sperrung jetzt und nicht im Sommer zur Ferienzeit erfolgt: „Dann gäb’s ein Chaos.“

Kosten von 40 000 Euro

Saniert werden muss die Brücke auf jeden Fall. Wie hoch der Aufwand sein wird, hängt nach den Worten von Bauleiterin Mair vom Grad der Schädigung ab: „Die Standsicherheit ist keineswegs gefährdet. Jedoch gilt es, zu verhindern, dass die Schädigung weiter voranschreitet.“ Die mit den Arbeiten (Kostenschätzung 40 000 Euro) beauftragte Firma Dobler aus Kaufbeuren, die vom Unternehmen Schweiger aus Oberammergau unterstützt wird, wird zunächst ein Widerlager freilegen und dazu eine Baugrube in der Fahrbahn in Fahrtrichtung Saulgrub ausheben. „Dann erst sehen wir, was Sache ist und wie stark Beton und Stahl angegriffen sind. Weitere Untersuchungen werden danach klären, was zu tun ist.“

Seit dem Bau der Ammerbrücke 1976/77 waren bisher keine Sanierungsarbeiten notwendig. Nur 2006 musste der Gummi der Bewegungsfuge ausgetauscht werden. Macht das Ergebnis des Gutachtens eine aufwändige Wiederherstellung notwendig, „tauschen wir sämtliche Bauteile, die dem Wetter ausgesetzt sind, aus“, kündigt Julia Mair bereits an. Nicht geklärt ist bislang, wann dann die Arbeiten erfolgen. „2018 wird es schwierig, weil da ja die Landesausstellung in Ettal stattfindet“, blickt die Ingenieurin schon mal voraus. Mit Beeinträchtigungen „bis zu einem halben Jahr“ rechnet in diesem Fall Bürgermeister Michael Gansler, der in Sorge ist, dass der Verkehr der B 23 phasenweise auch mal durchs Dorf umgeleitet werden muss. Eine Behelfsbrücke wie zum Beispiel jetzt bei der Echelsbacher Brücke komme nach den Worten der Bauleiterin nicht in Frage. Das sei aufgrund der Bahnlinie nicht möglich.

Eine große Sanierung steht durchaus im Raum: „Wir gehen davon aus, dass der Beton und der verbaute Stahl durch das Salzwasser stark geschädigt sind“, heißt es nämlich in einer Pressemitteilung des Staatlichen Bauamts in Weilheim.

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