+
Seit Jahren gesperrt: der Ammerdamm. 

Gesperrter Weg

Ammerdamm: Zeit wird wieder knapp

Seit Jahren ist der Damm zwischen Ober- und Unterammergau gesperrt. Nun soll endlich etwas passieren. 

Unterammergau – Eigentlich ist es so idyllisch zwischen Ober- und Unterammergau. Doch den Weg entlang der Ammer verbinden viele nicht mehr nur mit entspannenden Spaziergängen durch wunderbare Moos-Natur. Der Ammerdamm ist zu einem Problem geworden – und das schon seit Jahren. Nun könnte in der Endlos-Geschichte um die Sanierung des weggebrochenen Wegs ein neues Kapitel aufgeschlagen werden. Doch die Zeit wird knapp – mal wieder.

Nur ungefähr zwei Wochen bleiben dem Wasserwirtschaftsamt, um die Arbeiten für die Wegverlegung auszuschreiben. „Bis Ende Oktober müssen wir anfangen zu arbeiten“, verdeutlicht Abteilungsleiter Johannes Riedl. Schließlich wird durch Auflagen und eingegrenzte Zeiträume festgelegt, wann in der sensiblen Natur überhaupt etwas getan werden kann. Bislang hat das Landratsamt kein grünes Licht für das Planfeststellungsverfahren gegeben. „Wir warten noch“, sagt Riedl.

Wir, dass sind in dem Fall auch die Gemeinden Unter- und Oberammergau, auf deren Flur der beliebte Weg verläuft. Nachdem er bei einem Hochwasser im Juni 2013 auf rund 400 Meter beschädigt worden ist, wurde er gesperrt. Seitdem ringen die Kommunen und das Wasserwirtschaftsamt um eine Lösung, vor allem wegen der Naturschutz-Auflagen und Ausgleichsflächen. „Der Weg kostet Nerven“, sagt Riedl.

Ach deshalb, weil das Amt zu einem Teil ja die Aufgaben der Kommunen übernimmt. Das liegt daran, dass die Arbeiten an der Ammer in zwei Teilen erfolgen: Noch in diesem Jahr soll der Weg – der in den Zuständigkeitsbereich der Gemeinden fällt – um einige Meter versetzt werden. Für 2018 ist die Renaturierung der Ammer geplant. Kosten: rund 1,2 Millionen Euro. Beide Punkte werden von den Aufsichtsbehörden, wie Riedl erklärt, aber als ein Verfahren behandelt.

Unter- und Oberammergau setzten für ihren Teil, der etwa 100 000 Euro ausmacht, auf umfassende Fördergelder von fast 100  Prozent. Diese sind zwar freigegeben, stehen aber nicht ewig zur Verfügung. Deshalb ist Unterammergaus Bürgermeister Michael Gansler (FDU) schon im vergangenen Jahr der Geduldsfaden gerissen. Weil das Planfeststellungsverfahren damals nicht abgeschlossen werden konnte, drohte die Förderung, wegzubrechen. Nach einigem politischen Druck, der auch vom Landtagsabgeordneten Florian Streibl (Freie Wähler) ausgeübt wurde, gab es eine Fristverlängerung bis März 2018.

Genau zwölf Monate nach dieser Aufregung wird nun wieder die Zeit knapp. „Es gab vor wenigen Wochen ein Treffen mit allen Beteiligten“, erzählt Gansler. Danach sei man positiv auseinander gegegang. Nach wie vor gehe es um ein Grundstück auf Oberammergauer Flur, bei dem nicht alles geklärt ist. Da habe die Gemeinde Riedl zufolge noch ihre Hausaufgaben zu machen. 

Stephan Scharf, Sprecher des Landratsamtes, kann dementsprechend keine Aussage machen, wann konkret ein Entscheid zu dem Planfeststellungsverfahren zu erwarten ist. Aktuell gibt es noch Abstimmungsbedarf mit der Regierung von Oberbayern. Derweil läuft die Zeit.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Dachs beschädigt Gräber am Garmischer Friedhof - so will man das Problem beheben
Ein Dachs tobt sich derzeit am Garmischer Friedhof aus. Jetzt reagiert die Gemeinde und gibt Tipps. 
Dachs beschädigt Gräber am Garmischer Friedhof - so will man das Problem beheben
Rechtsformänderung von GaPa-Tourismus: Gemeinderat erfüllt Wunsch der Mitarbeiter 
Es war ein eindeutiges Ergebnis des Gemeinderates. Das Gremium hat entschieden, dass das Personal von GaPa-Tourismus auch künftig im Tarifvertrag bleibt. 
Rechtsformänderung von GaPa-Tourismus: Gemeinderat erfüllt Wunsch der Mitarbeiter 
Digitalisierungsoffensive im Landkreis: Unabhängig von Zeit und Raum
Lediglich zehn Prozent der Isartaler Vermieter sind im Internet buchbar. Eine neue Online-Offensive der Zugspitz Region soll das jetzt ändern. Beim zweiten Tourismustag …
Digitalisierungsoffensive im Landkreis: Unabhängig von Zeit und Raum
Neustart: Suche nach Kioskbetreiber läuft
Das Hickhack um die künftige Gastronomie in der Murnauer Staffelsee-Bucht schlug hohe Wellen. Nun haben sich die Wogen geglättet. Die Marktgemeinde unternimmt einen …
Neustart: Suche nach Kioskbetreiber läuft

Kommentare