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Hightech: Der Film lässt sich am besten mit einer entsprechenden Brille schauen, ein einfacheres Modell ist bei den Ammergauer Alpen erhältlich. Es geht aber auch ohne – nur halt mit weniger Spaß.

Heimat im Vollformat

Der erste 360-Grad-Image-Film Deutschlands

Ammertal - Neueste Technik für wenig Geld: Die Ammergauer Alpen präsentieren bei der Internationalen Tourismusmesse in Berlin ein Novum. Davon gibt es weltweit nur wenige. 

Kein Tag wie jeder andere ist der 9. März für Christian Loth und die Ammergauer Alpen. Die Mitarbeiter des Tourismusverbundes sind zur Internationalen Tourismusmesse ITB in Berlin gefahren und haben dort etwas Besonderes geplant: die Premiere eines absoluten Novums. Gezeigt wird ein touristischer Imagefilm in 360-Grad-Technik. Davon gibt es weltweit nur wenige, in Deutschland wohl noch keinen.

„Wir haben zumindest keinen gefunden“, sagt Loth nicht ohne Stolz. Denn er weiß, dass die Ammergauer Alpen mit „Ein bisschen Heimweh“ neue Maßstäbe setzen. Der vierminütige Streifen wird im Idealfall mit einer so genannten Virtual-Reality-Brille geschaut. Diese neue Technik für Smartphones sorgt seit Wochen für Schlagzeilen. Denn wer sie aufhat, erlebt das, was er sieht, praktisch wie real. Drehe ich meinen Kopf nach links, passiert dies auch im Film. Der Zuschauer ist mittendrin im Geschehen.

Darum geht's in dem Imagefilm

Bei „Ein bisschen Heimweh“ geht es um einen Vater, der seiner Tochter den 360-Grad-Film von daheim ins Ausland schickt. So kann sie sich anschauen, was sie alles vermisst. Der Vater, das ist der erfahrene Oberammergauer Schauspieler Stephan Burkhart. Seine Tochter mimt Sophie Schuster, die als „Julia“ im vergangenen Kultursommer bei „Romeo und Julia“ auf sich aufmerksam gemacht hat.

Burkhart nimmt den Zuschauer mit auf den Laber. In der Bergbahngondel hat er den vollen Ausblick auf das Ammertal und seine ganze Schönheit. Danach steht eine Einkehr auf der Kolbensattelhütte an, bei der Burkhardt einem einen Knödel vom Teller klaut. Rasant geht es bei einer Fahrt mit dem Alpine Coaster weiter, die Soier Blaskapelle gibt ein Ständchen und ein Kuhstall wird besucht, bevor die beeindruckenden Wand- und Deckenmalereien in der Ettaler Basilika den Abschluss bilden.

Kostenersparnis durch gute Kontakte

„Der Aufwand war enorm“, sagt Loth. Gedreht wurde an acht Tagen mit einem Kamerawürfeln. Die Aufnahmen mussten dann, wie es der Tourismus-Experte nennt, „zusammengenäht“ werden. Allein dieser Arbeitsschritt hat fast eineinhalb Monate gedauert. Entsprechend teuer wäre das Produkt im Normalfall. „Bis zu 400 000 Euro“, sagt Loth. So viel Geld hätten die Ammergauer Alpen aber nicht bereitstellen können. Umso glücklicher sind die Gesellschafter über die mehr als guten Kontakte ihres Chefs, die zwar nicht Gold, aber rund 350 000 Euro wert sind. Denn gerade mal 50 000 Euro mussten gezahlt werden. Und das, obwohl mit „Serviceplan“ zum Beispiel eine der größten Werbeagenturen Deutschlands beim Projekt dabei war. Weitere Partner: „Domzelt Deutschland“, Regisseur Justus Becker und die 360-Grad-Filmprofis von „Helhed“. Sie alle sind bei dem Imagefilm neue Wege gegangen und hoffen vom Ergebnis zu profitieren.

Der große Vorteil der Ammergauer Alpen ist es nun, mehr in der Hand zu haben als schnöde Prospekte. Jeder kann sich ein Rundum-Bild davon machen, wie schön es zwischen Ettal und Bad Bayersoien ist. „Ein echter Heimatfilm“, sagt Loth. Und ein Riesen-Vorteil im Wettbewerb um Gäste.

„Ein bisschen Heimweh“

ist ab dem 9. März auf der Seite www.ammergau360.de zu sehen. Außerdem wird eine gleichnamige App angeboten. Im Idealfall wird der Film mit einer Virtual-Reality-Brille angeschaut, bei den Ammergauer Alpen gibt es eine einfach Variante zum Selbstbasteln. Es geht aber auch ohne.

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