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Allergiefreundliche Region: Die Ammergauer Alpen wollen sich von der Europäischen Stiftung für Allergieforschung zertifizieren lassen. 

Urlaub ohne Niesattacken

Ammergauer Alpen werden zur allergikerfreundlichen Region

Allergiker haben es nicht leicht. Im Urlaub müssen sie ihr Bettzeug oft selbst mitnehmen, um nicht von Niesattacken geplagt zu werden. Die Ammergauer Alpen wollen sich zur „allergikerfreundlichen Region“ zertifizieren lassen - als erste in Bayern

Ammertal – Der Tourismusverband „Ammergauer Alpen“ hat ein Ziel: Er will das Ammertal zur allergikerfreundlichen Region machen – der ersten in Bayern. Bei einem Treffen informierte der Bayerische Heilbäder-Verband (BHV) einheimische Gastgeber, Gastronomie, Bäcker, Metzger und den Lebensmittel-Einzelhandel darüber, was sie zur Verbesserung der Urlaubsqualität von Allergikern beitragen können. 15 Betriebe wollten wissen, wie es geht. BHV-Projektleiterein Anja Bode stand Rede und Antwort.

Medizinisch fundierter Mindeststandard für Allergiker

Bode erläuterte, wie das angestrebte Netzwerk aus allergikerfreundlichen Unterkünften, Gastronomie und Einzelhandel aussehen soll. Teilnehmende Betriebe werden dabei zunächst geschult und geprüft, bevor sie von der Europäische Stiftung für Allergieforschung (ECARF) das Zertifikat erhalten. „Diese gibt auch die Kriterien vor, die erfüllt werden müssen“, betonte Bode. Einen „pragmatisch umsetzbaren, medizinisch fundierten Mindeststandard“ sollten Gastgeber und Einzelhändler den Urlaubern bieten. Klinische Verhältnisse sind nicht gefordert.

Hundebesitzer schlafen im Haustierzimmer

In der Praxis sieht das so aus: Gäste müssen in einem allergikerfreundlich zertifiziertes Restaurant die Möglichkeit haben, bereits bei der Tischreservierung Unverträglichkeiten oder Allergien anzugeben. Daraufhin erhalten sie einen Menüvorschlag mit Speisen, die sie gut vertragen. In Herbergen sollten Zimmer und Teile im öffentlichen Bereich als „allergikerfreundliche Umgebung“ ausgewiesen sein. Hundebesitzer wiederum schlafen in „Haustierzimmern“. Die Anforderungen lassen sich Bode zufolge gut mit bestehenden Angeboten kombinieren. Teppichböden im Zimmer sind beispielsweise kein Ausschlusskriterium.

Die Vorstellung des Projekts weckte bei den Zuhörern großes Interesse. Viele Standards werden von den Gastgebern bereits jetzt im Alltag umgesetzt. Offenbar unabdingbar. Denn: Die Zahl von Allergikern steigt weiter an. Laut ECARF leiden momentan 25 Millionen Menschen an einer Allergie oder Nahrungsmittelunverträglichkeit. Projektleiterin der „Ammergauer Alpen“ Jasmine Holfeld erachtet das Ganze als „zukunftsträchtige Profilierungsmöglichkeit“. Sie rät ansässigen Betrieben dazu, sich ausführlich über das Thema zu informieren.

Sonja Hössl

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