Je enger, desto gemütlicher: Brechend voll war’s auch in der Kino-Bar, wo „Floque & Roque“ einheizten.

1. Ammergauer Brettl-Nacht - absolut kultverdächtig

Oberammergau - Voll eingeschlagen hat am Samstag das Musik- und Kabarett-Festival mit elf Auftritten in elf Lokalitäten in Oberammergau: Über 900 Besucher drängten sich in den Kneipen, im Museum sowie im Kleinen Theater.

Ein starker Wind bläst. Die Straßen sind fast menschenleer, als ob der Sturm sie davongefegt hätte. Doch der Schein trügt. Ganz gewaltig sogar. Denn hinter den geschlossenen Türen der Wirtschaften, Cafés sowie dem Museum in Oberammergau versammeln sich ganze Heerscharen an Menschen, die bei der 1. Ammergauer Brettl-Nacht live dabei sein wollen. Die rund 900 Besucher, die es am Samstag waren, kamen jedenfalls voll auf ihre Kosten. Neben der Murnauer Kunstnacht und der „GAP Live Night“ stellte der Veranstalter „Holiday Event“ einmal mehr den richtigen Riecher bei der Zusammenstellung des Programms unter Beweis. Mit der Premiere des Kunst- und Musikfestivals in Oberammergau traf Chef-Organisator Rupert Reggel ins Schwarze. „Der Aufwand hat sich gelohnt“, sagt er über den reibungslosen Verlauf der Veranstaltung.

Das bestätigte auch das durchwegs positiv überraschte Publikum. „Es ist für Jeden was dabei und noch dazu belebt es den Ort“, sagte Lilo Geiger aus Wildsteig mit großer Begeisterung. Ihr hat es vor allem die Lesung von Marc Völker aus seinem Buch „Phoetus“ schwer angetan. „Lyrik zusammen mit Gitarre zu hören, war schön und eine gute Ergänzung zum Restprogramm.“ Dass kein Platz im „Fischer“ am Passionstheater frei blieb, freute auch den Murnauer. „Super, dass so viele Leute gekommen sind, vor allem viele, die ich gar nicht kenne.“ Auch die Lesung von Martin Norz und Otto Huber über Josef Ruederer im Oberammergau-Museum stieß auf großen Anklang. Mit ihren immer abwechselnden Ausführungen zogen die Mitwirkenden der Passion das Publikum in ihren Bann. Da verwunderte es nicht, dass sogar die Treppe als Sitzgelegenheit diente.

Ähnlich verhielt es sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite - im Wirtshaus „Zur Tini“, wo die Türe wegen Überfüllung kaum noch zu öffnen war. Hanse Schoierer brachte dort die Stimmung, unter anderem mit seinem bekannten Hit „Haberfeldtreiber“, fast zum Überkochen. „Er trifft genau meinen Humor“, schwärmte Michaela Sisto (45). Oberammergau kannte der Musikkabarettist bisher nur flüchtig, fand den Ort für ein solches Event aber „sehr charmant“. Doch die drei angesagtesten Treffpunkte für das alterstechnisch bunt gemischten Gäste waren das Kleine Theater, wo bei der Band „Big Bad Wolf“ eifrig das Tanzbein geschwungen wurde, sowie die Kino-Bar. Dort heizte die Covergruppe „Floque & Roque“ kräftig ein, was Lena Deutschmann (26) aus Murnau gefiel: „Das ist Musik zum Tanzen, Mitsingen und Träumen.“

Mit ihrem ganz eigenen Sound brillierte vor allem eine Gruppe - nämlich „Kofelgschroa“. Ihre Bekanntheit sorgte wohl auch dafür, dass wegen Überfüllung des Saals im Gasthof Rose der Einlass beschränkt werden musste. „Ich mag ihren eigenen Stil“, betonte Ferdinand Meier (25) aus Oberammergau. Dem stimmte Vreni Mittermeier (22) aus Garmisch-Partenkirchen zu, und ergänzte: „Das ist toll. Man geht auch mal in Lokale, in die man sonst nie kommt.“ Oberammergau hat sich also als perfekter Gastgeber präsentiert. Deshalb soll sich die Brettl-Nacht auch dauerhaft etablieren. Organisator Reggel: „Das kann Kult werden.“

(msch)

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