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Beschlossene Sache: Die Rathaus-Verwaltung soll ins Ammergauer Haus ziehen. Dafür votierte der Gemeinderat Oberammergau.

"Bürgerwille hat kein Verfallsdatum"

Ammergauer Haus: Bürgerbegehren angekündigt

Oberammergau - Vor nicht mal einer Woche hat der Gemeinderat Oberammergau beschlossen, mit der Verwaltung ins Ammergauer Haus umzuziehen. Und schon jetzt steht ein Bürgerbegehren im Raum.

Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Wenn es denn eine Gemeinde im Landkreis gibt, auf die diese „Weisheit“ zutrifft, dann wohl Oberammergau. Das bewahrheitet sich jetzt einmal mehr. Nicht einmal eine Woche nach dem Gemeinderatsentscheid mit 13:8-Stimmen, die Verwaltung ins Ammergauer Haus umzusiedeln und das Gebäude zu diesem Zweck für geschätzte 2,8 Millionen Euro umzubauen, kündigte nun gestern Martina Fischer, Tochter des verstorbenen Landrats Dr. Helmut Fischer, ein Bürgerbegehren an: „Ich war mit meinem Vater in dieser Sache immer einig, und sehe mich zu diesem Schritt aus voller Überzeugung gezwungen.“

Damit könnte es nach 2011 erneut zu einem Bürgerentscheid zu ein und demselben Thema kommen. Rathauschef Arno Nunn ist von Fischer bereits über ihre Pläne in Kenntnis gesetzt worden. Der Argumentation derjenigen Gemeinderäte, die vergangene Woche für einen Umzug gestimmt haben, die Voraussetzungen hätten sich gegenüber 2011 völlig verändert, lässt die Initiatorin nicht gelten: „Damals wie heute ging es um die gleiche Sache, nämlich die Verlagerung der Gemeindeverwaltung ins Ammergauer Haus. Dass es inzwischen kein Rathaus mehr gibt in Oberammergau, dafür können wir ja nichts.“

Wen Martina Fischer bei einem Bürgerbegehren um sich scharen wird, lässt sie (noch) offen: „Wir treffen uns erst diese Woche. Dann legen wir los und sammeln Unterschriften.“ Zur Erinnerung: Vor vier Jahren sind für die Zulassung des Begehrens 411 Unterstützer notwendig gewesen, innerhalb von zwei Wochen kam damals das Doppelte zusammen.

Noch einmal erinnert Fischer an den Ausgang des Bürgerentscheids 2011, als sich eine klare Mehrheit (957:715-Stimmen) gegen einen Umzug der Verwaltung ausgesprochen hatte: „Bürgerwille hat kein Verfallsdatum. Außerdem hat die Gemeinde danach keinerlei Anstrengungen unternommen, das Ammergauer Haus einer neuen, verbesserten Nutzung und Belebung zuzuführen.“

Dass nun wohl erneut der Bürger zur Abstimmung gerufen wird, nimmt Bürgermeister Nunn zur Kenntnis: „Ich hatte gehofft, dass unsere intensive Aufklärungs- und Informationspolitik in dieser Angelegenheit beim Bürger auf Zustimmung stößt. Schade, dem war wohl nicht so. Nun kommt es anders.“ Der Chef der Kommune wünscht sich, dass es nicht darum gehe, dem Bürgermeister und Gemeinderat etwas beweisen zu wollen.

Ludwig Hutter

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