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Diese Studenten wollen helfen.

Hilfsprojekt in Ecuador 

Mittenwalder plant, baut, schenkt Hoffnung 

Andreas Reiser aus Mittenwald hat Großes vor: In Südamerika will er gemeinsam mit Studenten der Hochschule München in einem Dorf in Ecuador ein Kinder-Kulturzentrum errichten, das vergangenes Jahr durch ein Erdbeben zerstört wurde. Doch eines benötigen die Helfer dringend:Geld für Baumaterial.

Mittenwald/München Es war das stärkste Erdbeben in Ecuador seit Jahrzehnten. Über 530 Menschen sind bei der Katastrophe am 16. April 2016 ums Leben gekommen. Das Beben mit der Stärke von 7,8 auf der Richterskala zerstörte große Teile der Westküste Südamerikas. Das kleine Fischerdorf Chamanga in der Provinz Esmeraldas wurde dabei komplett dem Erdboden gleichgemacht. Die wenigen Überlebenden mussten ihre Häuser – oder das was davon übrig geblieben ist – verlassen. Selbst eineinhalb Jahre später sind die Verwüstungen enorm, viele Kinder leben seither verwahrlost und ohne Zukunftsperspektive.

Diese Geschichte berührt Andreas Reiser. Denn der Mittenwalder, der 2016 bereits im Rahmen seines Architektur-Master-Studiums eine Schule in Afrika baute, weiß um die Probleme eines der ärmsten Länder in Südamerika. „Vor allem Drogen und Korruption machen dem Land zu schaffen.“ Nicht nur Erwachsene richtet der verheerende Rauschgift-Konsum zugrunde, auch der Nachwuchs wird in diesen aussichtslosen Strudel hineingezogen. Die Politik macht nur wenig dagegen, das Vertrauen in die Behörden sinkt trotz zahlreicher Anti-Korruptionskampagnen. „Drogen destabilisieren auch das soziale Gefüge“, meint Reiser, „ein sinnvolles Angebot außerhalb der Schule gibt es nicht.“

Hier will Reiser nun weiteren Studenten tatkräftig helfen. Insgesamt 21 angehende Architekten und Bauingenieure der Hochschule München entwerfen und planen während ihres Wintersemesters ein Kinder-Kulturzentrum. Entstehen soll „ein dringender Bedarf an Raum, um den Kindern und Jugendlichen eine ,Option Mehr‘ zu bieten“. Das Mehr bedeutet in diesem Fall neue Unterrichtsräume für Musik, Tanz, Theater, ein Musik- und Radiostudio, eine kleine Bibliothek sowie ein Aufführungsraum. „Auch Sanitäranlagen werden dringend benötigt“, ergänzt Reiser.

In der Vorentwurfsphase wurde gemeinsam mit der Deutschen Botschaft in Ecuador sowie der renommierten US-amerikanischen Portland-Universität zusammengearbeitet. „Da waren viele Skype-Sitzungen (Anm. der Red.: Video-Konferenzen) nötig, bis erste Ergebnisse vorlagen“, erinnert sich der Architekt in spe. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Ein moderner Komplex in umweltverträglicher Bauweise hatten Reiser und Co. auf die Beine gestellt.

„Wir wollen vor allem viel Bambus für das Gebäude verwenden, der Rohstoff ist einfach unglaublich.“ Denn dieses Gehölz hat nicht nur die Eigenschaft sehr stabil und witterungsfest zu sein, „es wächst auch unheimlich schnell“. An „guten Tagen“ schaffe er es auf einen Wuchs von „über einem Meter“.

Die Südamerikaner waren zu Beginn aber noch nicht ganz überzeugt von dieser ökologischen Denkweise. „Dort hat ein Gebäude nur einen Wert, wenn es aus Stein gebaut wurde.“ Doch die Studenten wollen sich den Einheimischen annähern, wenn sie Ende Februar in das Flugzeug nach Südamerika steigen. Rund zwei Monate lang wird Reiser dort mit den anderen Kommilitonen vor Ort dann mit viel Kraft, Schweiß und Motivation ein Kulturzentrum mit Hilfe der Einheimischen realisieren.

Doch um anpacken zu können und so ein Projekt überhaupt erst realisierbar zu machen, braucht es eben nicht nur engagierte bayerische Studenten, sondern vor allem Geld. Den Flug und die Unterkünfte bezahlen sich die Studenten selbst. Was fehlt, ist Baumaterial. Das kostet auch auf der anderen Seite der Erde alles andere als wenig. „Wir hoffen nun auf viele Spenden seitens der Bevölkerung.“ Denn eines ist gewiss: „Jeder Cent wird zur Finanzierung verwendet und auch dringend benötigt.“

Josef Hornsteiner

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