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Nichtangeleinte Hunde sollen in Farchant in Zukunft nicht mehr erlaubt sein.

Nach Vorfällen in den vergangenen Wochen

Anleinpflicht für Hunde beschlossen

Farchant - Nach Angriffen durch Hunde: Vierbeiner dürfen in Zukunft in Farchant nicht mehr frei laufen. Das Thema wurde heiß diskutiert.

Noch immer kein Erfolg. Immer noch vermisst Familie Ostler ihre sechs Ziegen und Kitze. Seitdem ein freilaufender Hund die Tiere und 15 weitere Geißen auf der Farchanter Föhrenheide gejagt hatte und diese auf den Hohen Fricken geflüchtet waren, versuchen die Ostlers ihr Vieh einzufangen. Dieses Vorhaben gestaltet sich jedoch als äußerst schwierig. Immer wieder verschwinden die Tiere im Wald und tauchen tagelang nicht mehr auf. „Nun hat sie wieder jemand gesichtet“, sagt Helene Ostler. „Wegen der Wassergräben bekommen wir die Geißen aber nicht herunter.“

Die Familie tröstet zumindest, dass der Farchanter Gemeinderat das Problem freilaufender Hunde angeht. Bei der Sitzung am haben sich die Gemeinderäte für eine Anleinpflicht ausgesprochen. Damit kommen sie den Forderungen der hiesigen Weidegenossenschaft nach. Auslöser war ein Unfall vor einigen Wochen, bei dem ein Husky ein Kitz getötet hat. Dennoch ging dem Beschluss für die neue Vorschrift eine hitzige Diskussion voraus.

Christian Hornsteiner, Geschäftsführender Angestellter der Gemeinde, machte den Räten deutlich, dass eine Anleinpflicht genau definiert werden müsse. Unter anderem ist dabei das Tierschutzgesetz zu beachten, das den Auslauf von Hunden fordert. Nach dem Landesstraf- und Verordnungsgesetz kann man jedoch das freie Herumrennen von großen Hunden (mit einer Schulterhöhe von mindestens 50 Zentimetern) und Kampfhunden in öffentlichen Anlagen, Straßen, Wegen und Plätzen verbieten. Die Aussagen Hornsteiners sorgten bei einigen Gemeinderäten für Zündstoff.

Vor allem Claus Walcher (CSU) argumentierte gegen eine Vorschrift für Hundehalter. Der Förster gab zu bedenken, dass zum einem auch kleine Vierbeiner für Weidevieh gefährlich seien. Zum anderem hält er den Anleinzwang generell für „unnötig“. Seiner Meinung nach müssen die Landwirte Verantwortung übernehmen und ihre Weiden deutlicher ausschildern. „Dann weiß jeder Bescheid und der Hund kommt an die Leine.“ Aus der Runde tönte es, dass auf der Föhrenheide bereits ein Hinweis stünde und sich auch an ein größeres Schild wahrscheinlich niemand halten würde.

Eine weitere Debatte löste die Frage aus, in welchen Bereichen Farchants eine Leinenpflicht umgesetzt werden soll. Gesetzlich sei keine Verordnung im gesamten Gemeindegebiet zulässig, sagte Hornsteiner. Dass diese im Farchanter Naturkurpark und an Kinderspielplätzen gelten soll, darin war sich die Mehrheit der Runde einig. Anders sah es bei der Frage aus, inwiefern Hunde im Innenbereich des Ortes und nahe der Freiweideflächen an die Leine müssen. Walcher appellierte leidenschaftlich dafür, Hundehalter nicht zu sehr in ihrer Freiheit einzuschränken. Mitunter musste ihn Bürgermeister Martin Wohlketzetter (SPD) sogar zur Ordnung ermahnen.

Letztlich bot der Rathauschef den Diskussionen im Sitzungssaal Einhalt. Es sei sinnvoller, zuerst über den Erlass einer Anleinpflicht abzustimmen und im nächsten Schritt über die genauen Einschränkungen und Definitionen zu beraten. Mit einer Mehrheit von 11:4-Stimmen sprachen sich die Gemeindevertreter für die neue Vorschrift aus. Diese wird bei einer der nächsten Sitzungen wieder auf der Tagesordnung zu finden sein.

Magdalena Kratzer

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