Es wurde viel (Geld) bewegt: Für die Alpinen Ski-Weltmeisterschaften im Februar 2011 errichtete die Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen unter anderem einen neuen Sessellift für den Slalomhang Gudiberg. Foto: Archiv Sehr

Antrag der SPD-Fraktion: Kosten-Nutzen-Analyse für die Ski-WM

Garmisch-Partenkirchen - Die Frage ist einfach formuliert: Wie viel Geld hat die Gemeinde Garmisch-Partenkirchen für die Alpine Ski-WM 2011 ausgegeben? Die Antwort fällt der Verwaltung aber schwer.

Knapp 130 000 Zuschauer an den Rennstrecken, 50 000 im WM-Park sowie Millionen in vieler Herren Länder an den Fernsehgeräten - Sportfunktionäre und Touristiker geraten bei Zahlen wie diesen ins Schwärmen. Häufig wird eine weitere Zahl genannt: Der Werbewert der Alpinen Ski-Weltmeisterschaften 2011 habe für Garmisch-Partenkirchen bis zu 660 Millionen Euro betragen. Aber um Belastbarkeit dieser - kalkulierten - Summe geht es der SPD-Fraktionsvorsitzenden Dr. Sigrid Meierhofer gar nicht, es geht ihr um die Ausgaben für die Marktgemeinde: „Ich möchte eine Kosten-Nutzen-Analyse erstellen können“, erklärt sie.

Zunächst hatte sie eine Anfrage an die Verwaltung gerichtet. Weil diese „ohne entsprechenden Gemeinderatsbeschluss derzeit leider nicht“ beantwortet werden könne (Florian Nöbauer, Leiter des Bürgermeisterbüros, in einer Mail an Meierhofer), geht sie den formellen Weg: Sie hat einen Antrag gestellt, den der Finanzausschuss an diesem Dienstag in nicht öffentlicher Sitzung behandelt.

Doch schon das Vorgehen an sich verärgert die Mandatsträgerin: „Es hat noch nie einen Antrag dazu gebraucht“, sagt sie.

Es gebe keinen Knopf, den die Verwaltung drücken könne, damit eine Abschlusssumme ausgegegeben wird, erklärt der Geschäftsleitende Beamte Johannes Eitzenberger. „Wo fange ich also an? Wie weit gehe ich zurück?“, fragt er. Gehören zu der Summe die Bewerbungskosten? Ist der Neubau der Kreuzeckbahn hinzuzurechnen? Oder der Neubau des Kandahar-Expresses? Und wie verhält es sich mit den Personalkosten, weil das Personal ja ohnehin beschäftigt ist? „Eigentlich lässt sich das alles aus den Haushalten lesen“, meint Bürgermeister Thomas Schmid (CSB).

„Natürlich steht im Prinzip alles im Haushalt“, entgegnet Meierhofer, „aber immer nur für ein Jahr. Es gibt keine fortlaufenden Rechnungen.“ Sie zählt zu dem beantragten Überblick „alle Maßnahmen, die nach dem Zuschlag zur Ausrichtung der WM notwendig wurden, also nicht nur die unmittelbaren Kosten im Rahmen der Umbauten an den Skiabfahrtsstrecken, sondern auch die Kosten, die durch neue Bahnen, diverse Sicherheitseinrichtungen oder Straßen anfielen", präzisiert sie in ihrer Anfrage. "Jeder redet davon, dass zu viel Geld in den Wintersport und zu wenig in den Sommertourismus investiert wird“, erklärt Meierhofer. „Ich will die Zahlen auf dem Tisch haben.“

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