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Im Fokus der Debatte - der Max-Streibl-Platz in der Ortsmitte. Wie eine Neugestaltung ausschauen könnte, ist derzeit völlig offen.

Städtebauförderung: Gemeinderats-Mehrheit hat ein Problem mit dem Auslobungstext

Max-Streibl-Platz - ein Politikum

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Oberammergau - Eine mögliche Neugestaltung des   Max-Streibl-Platzes hat für viele Gemeinderäte in Oberammergau eine große Bedeutung. Das zeigte sich in der jüngsten Sitzung.

Petra Schober, Diplom-Architektin aus München, war nun schon einige Male in Oberammergau, um die Gemeinde bei ihrem Realisierungswettbewerb Dorfstraße im Rahmen der Städtebauförderung zu beraten. Daher hat sie am Mittwoch, als der Gemeinderat über den 26-seitigen Auslobungstext für einen Architekten-Wettbewerb zu befinden hatte und dabei intensiv über eine Aufnahme des Max-Streibl-Platzes diskutierte, treffend erkannt: „Man merkt schon, dass dieser Platz hier ein Politikum ist.“

Nicht wegen des Namens, sondern vielmehr aufgrund der verschiedenen Ideen der Kommunalpolitiker, ob und wie man dieses Areal vor dem Museum künftig verändern sollte. Auf jeden Fall beschloss das Gremium nach diversen Wortbeiträgen mit 15:4-Stimmen die Aufnahme des Platzes in das Wettbewerbsgebiet. Dabei hatte eine örtliche Arbeitsgruppe, der auch sechs Gemeinderäte angehören, vorher bestimmt und dem Gemeinderat empfohlen, der Auslobung in der vorliegenden Form (ohne Max-Streibl-Platz) zuzustimmen.

Das Rats-Votum hat nun freilich Konsequenzen: Wäre der Wettbewerbs-Entwurf am Mittwoch durchgewunken worden, hätte das Büro Schober die Unterlagen umgehend an die Bieter versenden können. Auch ein Termin der Preisgerichtssitzung stand mit dem 9. Dezember bereits fest, so dass erste Maßnahmen des Pakets womöglich schon 2017 hätten realisiert werden können.

Dieser Zeitplan ist jetzt gehörig durcheinander geraten. Architektin Schober: „Vor Februar wird das Preisgericht nun wohl kaum zusammenkommen. Aufgrund weiterer vorbereitender Arbeiten könnte es 2018 werden, bis es mit dem Bau losgeht.“ Allerdings sieht die Münchner Planerin durch die neue Konstellation keine gravierenden Nachteile: „Das ist kein Beinbruch. Man hat jetzt halt mehr Zeit. Unser Büro wird das umsetzen, was der Gemeinderat wünscht.“ Das weitere Prozedere sieht nun so aus, dass sich der örtliche Bauausschuss noch einmal mit dem Max-Streibl-Platz befasst. Dazu Petra Schober: „Die Gemeinde muss sagen, was mit der Fläche passieren soll. Denkt man an einen Brunnen? Kommt die frühere Skulptur wieder hierher? Was passiert mit der Kastanie?“ Wahrscheinlich wird sich dann erneut der Rat mit der Thematik befassen.

Kleine Gassen wie in der Schweiz

Grundsätzlich begrüßt die Architektin die Entscheidung der Gemeinde, für die Neugestaltung des Areals Ludwig-Thoma-Straße, Museumswiese, Verlegergasse, Sternplatz und Dorfstraße (bis zur Pfarrkirche St. Peter und Paul) ein Projekt im Rahmen der Städtebauförderung in Angriff zu nehmen: „In Oberammergau gibt es so viele kleine Gassen und Durchgänge. So etwas kenne ich nur aus der Schweiz. Das ist schon etwas Besonderes.“ Mit rund 50 Prozent staatlicher Förderung kann die Gemeinde rechnen. Voraussetzung dafür ist allerdings die Durchführung eines Wettbewerbs. Petra Schober weiter: „Ziel der Maßnahme ist es, die Aufenthaltsqualität und das Wohnumfeld im Wettbewerbsgebiet zu verbessern.“

Durch die Erweiterung des Gebiets um den Max-Streibl-Platz muss Oberammergau nun womöglich eine Kröte schlucken. Um unter einer vorgegebenen Schwelle bei den Planungskosten zu bleiben (knapp über 200 000 Euro), die keine EU-weite Ausschreibung erforderlich macht, werden jetzt vielleicht andere geplante Flächen wie Museumswiese und/oder Bauhofergasse aus der Planung herausfallen. Noch einen weiteren Beschluss fällte der Gemeinderat (12:7): Unabhängig vom Wettbewerb soll für die Dorfstraße neben dem Max-Streibl-Platz ein Vorschlag zur Unterbrechung des Asphaltbandes (gepflasteter Bereich) erarbeitet werden. Dadurch könnte eine Verlangsamung des Verkehrs erreicht werden.

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