Deckenarbeiten: Erneuert wird unter anderem die Beleuchtung in beiden Tunneln. foto: sehr

Arbeiten an Tunnelröhren in Oberammergau dauern noch einen Monat

Oberammergau - Moderne Technik für insgesamt 710 000 Euro wird derzeit in den beiden Tunneln der Ortsumfahrung Oberammergau installiert. Wartezeiten fordern weiter die Geduld der Autofahrer.

Wer dieser Tage durch das Ammertal fährt, plant besser einige Minuten mehr für einen Stopp auf der Oberammergauer Ortsumfahrung ein. Da am Kolben- und Osterbichltunnel gearbeitet wird, muss der Verkehr per Ampelanlage geregelt werden - Wartezeit inklusive. Die Nerven der Autofahrer werden noch bis Ende September strapaziert. So lange dauert es, bis beide Tunnel mit moderner Betriebstechnik ausgestattet sind. Das Projekt des Staatlichen Bauamtes Weilheim ist erst zur Hälfte umgesetzt.

Nötig wurden die Arbeiten, da die Ausstattung der Röhren nicht mehr den aktuellen Vorschriften entspricht. Hintergrund dafür ist eine Änderung der Richtlinien, wie Wolfgang Mrazek, Abteilungsleiter für Elektrotechnik, erklärt. Die Vorgaben hätten bislang nur eingeschränkt für kurze Tunnel wie jene bei Oberammergau (260 und 105 Meter) gegolten. Nun muss das Amt richtig Geld in die Hand nehmen.

„Der Auftrag, den wir vergeben haben, beläuft sich auf 710 000 Euro“, sagt Mrazek. Eine Summe, für die es aber ein ganzes Modernisierungspaket gibt. So erhalten die Tunnel zum Beispiel eine neue Beleuchtunganlage. Zum einen werden die stark durchgerosteten Halterungen ausgetauscht, zum anderen wird die Einstellung der Lichtintensität im Einfahrtsbereich verbessert. „Der Autofahrer soll sich nicht gleich komplett im Dunkeln wiederfinden“, beschreibt der Experte die Planung. Zu der gehört auch, die Fluchtwege in den Röhren besser zu markieren. Dies geschieht alle 50 Meter mit Hinweisen darauf, wie weit es bis zum nächsten Ausgang ist.

Wichtig ist zudem, den Brandschutz auf den neuesten Stand zu bringen. Dazu wird Mrazek zufolge ein automatisches Meldesystem installiert, das mit der Integrierten Leitstelle verbunden ist - und bei Rauchentwicklung Alarm schlägt. Außerdem werden vier Notrufsäulen an den Portalen aufgestellt.

Für Rettungskräfte haben die beiden Tunnel bislang ein Problem dargestellt - da ihr Funk darin nicht funktionierte. „Wir müssen die Anlage deshalb verbessern“, sagt der Mitarbeiter. Dabei hätte man auch schon den künftigen digitalen Funk im Blick. Wo ein dafür notwendiger, zehn Meter hoher Mast aufgestellt wird, sei aber noch unklar. Neue digitale Hinweistafeln an den Portalen runden dann das Paket ab.

Wie Mrazek betont, wird mit der neuen Technik, dessen Einbau Anfang August begonnen hat, auch eine geänderte EU-Richtlinie umgesetzt. Neue europaweite Vorschriften waren auch vor zwei Jahren Grund dafür, dass 1,25 Millionen Euro in die Tunnel gesteckt wurden. „Damals waren es aber bauliche Veränderungen“, erklärt Mrazek zu der Umfahrung, die es seit nunmehr 22 Jahren gibt.

Nadja Hoffmann

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