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Wenig Platz: Nur vier Wohnmobile passen auf die dafür ausgewiesene Fläche am Parkplatz.

Areal am Murnauer Bahnhof

Mageres Angebot für Wohnmobil-Urlauber

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Murnau - Ferien auf vier Rädern liegen absolut im Trend. Murnau ist dafür mit dem kleinen Wohnmobil-Parkplatz am Bahnhof eher schwach aufgestellt. Ernüchternd fiel jetzt ein Test eines Fachmagazins aus. Der Ruf nach einer deutlichen Verbesserung des Angebots wird daher lauter.

Herbert Richter aus Grafenaschau ist Wohnmobil-Fan – und kommt viel herum. Vergangenes Jahr zählten der 63-Jährige und seine Frau rund 70 Übernachtungen in ihrer Ferienwohnung auf vier Rädern. Damit seien sie „ungebunden und frei“, schwärmt er. Dass sich der Tourismus-Ort Murnau nur eine verhältnismäßig mickrige Abstellmöglichkeit für Wohnmobile mit gerade mal vier Plätzen leistet, kann Richter, der sich in der Sache ans Tagblatt gewandt hat, nicht nachvollziehen. Dem Ort gehe damit eine wichtige Einnahmequelle flöten, ist er sich sicher, denn: „Reisemobilisten sind eine für den Tourismus ernstzunehmende Gruppe, mit der Bereitschaft, Geld in der gewählten Urlaubsregion auszugeben.“

 Richter ist von dem Standort im Nordwesten des Marktes wenig überzeugt. In der Tat kommen direkt an den Gleisen zwischen Bahnhof und Wertstoffhof keine großen Urlaubsgefühle auf. Bei den Testern des Fachmagazins „Reisemobil International“ hielt sich die Begeisterung offenbar ebenfalls in Grenzen. Für die aktuelle Ausgabe nahmen sie die Angebote für Reisemobile an den bayerischen Seen unter die Lupe und machten auch Halt auf dem ausgewiesenen Areal (maximale Parkzeit: 72 Stunden) am Murnauer Bahnhof. Das wenig schmeichelhafte Urteil: „bedingt empfehlenswert.“ Im Text dazu heißt es: „Nicht ganz ruhig, aber relativ zentrumsnah“.

Richter kann sich der Bewertung nur anschließen: „Ich finde, dass sogar neben der Lage auch noch die Ver- und Entsorgung mit einem ,nicht empfehlenswert’ hätte aufgeführt werden müssen.“ Er meint damit die Anlagen für Wasser und Abwasser, die in seinen Augen schwer zu handhaben sind und nicht dem neuesten Standard entsprechen. Nach Ansicht des Grafenaschauers besteht Handlungsbedarf. In dem besagten Test schnitten die anderen Adressen am Staffelsee und Riegsee (Seehausen, Uffing und Hofheim) besser ab, sie erhielten die Note „sehr empfehlenswert“. Allerdings hinkt der Vergleich. Denn es handelt sich um große Campingplätze, die eine bessere Infrastruktur aufweisen. Dafür sind sie auch teurer. In Murnau beträgt die Gebühr gerade mal einen Euro pro Werktag. Auch die Beträge, die für frisches Trinkwasser und Strom fällig werden, sind moderat. Anderswo zahlt man für den Aufenthalt ein Mehrfaches.

Auf diese Umstände verweist Murnaus Chef der Tourist-Info, Philip Schürlein. Der Platz am Bahnhof sei nur für ein bis zwei Nächte gedacht – für Leute, die sich den Markt ansehen wollen, argumentiert er. Mit den Campingplätzen der Umgebung, meist schön am See gelegen, könne und wolle man nicht konkurrieren. „Das kann man nicht vergleichen“, sagt er. Der Murnauer Standort sei nicht schlecht. Er liege zentral und sei sauber. Und gleich in der Nähe im Bahnhof gebe es Toiletten und ein Café. Trotzdem reiche der Platz, gerade in der Hochsaison, nicht aus. „Es könnten mehr Stellplätze sein, etwa zehn bis 15“, meint der Tourismus-Fachmann. Es werde bereits geprüft, wie und wo eine Erweiterung realisierbar wäre. Für Schürlein steht fest: Das Geschäft mit Urlaubern, die mit dem Wohnmobil unterwegs sind, nimmt zu.

So sieht es auch die Tourismus-Referentin des Gemeinderats, Regina Samm (CSU). „Das Angebot müsste erweitert und verbessert werden“, sagt sie. Zudem müsste man es stärker bewerben. Entsprechende Überlegungen habe es bereits im Gemeinderat gegeben. Nur sei bislang nichts passiert. Ihrer Meinung nach ist jetzt die Verwaltung gefordert, aktiv zu werden. Die Reisemobilisten seien, so Samm weiter, eine wichtige Gruppe an Tagesgästen.

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