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Religiöses Schauspiel: 102 Vorstellungen sind bei der Passion geplant, bei 100 Prozent Auslastung wären dies 460 000 Besucher. 

Oberammergau stellt Weichen bei Übernachtung und Verpflegung der Besucher für das Jahr 2020

1549 Zimmer für Passionsgäste reserviert

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Wo werden sie schlafen, wo und was essen? Für die Besucher der Passion 2020 in Oberammergau sind jetzt die Rahmenbedingungen festgelegt worden.

Oberammergau – 16. Mai 2017. Ein Tag in dieser Woche. Für Oberammergau ein nicht ganz unwichtiges Datum. Denn am Dienstag waren es noch drei Jahre bis zur Premiere der Passionsspiele 2020. Viel haben die politisch Verantwortlichen in der Gemeinde bislang schon auf den Weg gebracht, auf verschiedensten Ebenen. Ein weiteres Kapitel – das Ergebnis der Ausschreibungen für Vertrieb und Arrangementbildung – kam nun im Gemeinderat zur Sprache. Das Fazit daraus fasste Bürgermeister Arno Nunn in Worte: „Wir haben die Ergebnisse bekommen, die wir uns erhofft und gewünscht haben.“

In einer anschaulichen Präsentation stellte Dr. Markus Heller von der Unternehmensberatung Dr. Fried & Partner in München, die für die Gemeinde die Ausschreibungen koordinierte, die einzelnen Schritte vor. Im Sommer 2016 starteten die Vorbereitungen für die Suche eines neuen Vertriebs- und Systempartners. Mit der DER Deutsches Reisebüro in Frankfurt, mit der man noch bei der Passion 2010 zusammengearbeitet hatte, will sich Oberammergau nicht mehr den Kuchen teilen. Das Tischtuch ist zerschnitten: Aufgrund von Unstimmigkeiten in den Bilanzen und „unberechtigten Verteilungen“ hat die Gemeinde den Touristik-Konzern auf Zahlung von 2,8 Millionen Euro verklagt.

AOVO und FTI - ein Kopf-an-Kopf-Rennen

Die Wahl für 2020 fiel auf die AOVO Touristik AG mit Sitz in Hannover. Martin Heller vor dem Gemeinderat: „Wir hatten zwei Angebote, AOVO und FTI Touristik. Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Letztlich haben wir das Unternehmen aus Hannover favorisiert, weil es unserer Meinung nach für die beiden Systeme Ticketverkauf und Arrangementbildung besser aufgestellt erscheint und auch aus wirtschaftlicher Sicht zu bevorzugen war.“ Die zweite Ausschreibung betraf die Leistungsträger, sprich die Vermieter und Essensgeber. Diese mussten binnen 30 Tage ihr Angebot abgeben – eine straffe Vorgabe. Was auch der Chef des Beraterbüros zugab: „Die Dokumente, die ausgefüllt werden mussten, waren sehr umfangreich und komplex. Das hatte aber den Zweck, dass juristisch alles sauber sein muss und Prüfungen standzuhalten hat.“ In einem Workshop und einem runden Tisch sei man beratend zur Seite gestanden. Insgesamt 250 000 Arrangements wurden von der neu gegründeten Passionsspiele Oberammergau Vertriebs GmbH & Co. KG gebildet, von denen man hofft, dass alle beziehungsweise möglichst viele verkauft werden.

54 Essensgeber - 94 Vermieter

Die Verpflegung der Passionsbesucher teilten die Verantwortlichen in vier Lose auf:

-Los 1: Übernachtung mit Frühstück

-Los 2: Vorabendessen

-Los 3: Mittagessen am Spieltag in Oberammergau

-Los 4: Passionsessen in Oberammergau, Graswang, Unterammergau oder Ettal. Auf 54 Angebote erfolgte der Zuschlag, aufgeteilt wie folgt: Zone 1 (Oberammergau, Unterammergau, Ettal) 22 Essensgeber, Zone 2 (Ammergauer Alpen) 19, Zone 3 (bis Garmisch-Partenkirchen) 15. Die Aufteilung nach Losen: 4856 Plätze Vorabendessen, 979 Plätze Mittagessen, 2884 Plätze Passionsessen (1819 Oberammergau, 880 Ettal, 185 Unterammergau).

Bei der Vermietung wurden 94 Angebote mit insgesamt 1549 Zimmern angenommen – mit folgender Verteilung: Zone 1: 38; Zone 2: 36; Zone 3: 20. Die Staffelung nach Betriebsarten: 1371 Zimmer in Hotels, 78 in Pensionen und Gasthäusern, 76 Ferienwohnungen und 24 Privatzimmer.

Nach Abschluss der Vergabe zeigte sich die Berateragentur laut Dr. Markus Heller zufrieden mit der Resonanz: „Es schaut momentan sehr gut aus. Wir haben mehr als genügend Essensgeber und auch ausreichend Vermieter.“ Bei den Quartieren werde ein hoher Standard angelegt: „Alle Passions-Unterkünfte müssen nach Dehoga-Kriterien klassifiziert sein. Zusätzlich wird noch jedes gemeldete Zimmer von einer neutralen Fachkraft begutachtet, geprüft und eingestuft. Damit ist die Qualität gesichert.“ Zum Abschluss der Vergabe möchte Heller noch „das immense Engagement“ der örtlichen Verantwortlichen, Gemeinderäte und Werkleiter Walter Rutz herausstellen, und ruft zur Gemeinsamkeit auf: „Es geht um Oberammergau und darum, wie sich der Ort in drei Jahren den Besuchern aus aller Welt präsentiert.“

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