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Anschubhilfe: Edith Fehrenbach mit einem radelnden Flüchtlingskind.

Asylbewerber in Mittenwald

Zu wenig Fahrräder für Flüchtlinge

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Mittenwald  - Das neue Asylbewerber-Heim Beim Gerber liegt außerhalb von Mittenwald. Um dorthin zu gelangen, benutzen die Bewohner Fahrräder. Davon gibt's aber noch zu wenige.

Die ersten Asylbewerber leben sich gerade langsam aber sicher in ihrem neuen Zuhause ein. Seit Anfang Februar haben elf Flüchtlinge – davon sechs Erwachsene und fünf Kinder aus dem Iran, Irak, aus Syrien und Eritrea – das ehemalige Haus Bergwald in Mittenwald bezogen. Alles läuft nach Plan und ohne Probleme – außer, dass sich Edith Fehrenbach derzeit noch mit Händen und Füßen verständigt, weil die Migranten kein Wort Deutsch sprechen.

Trotzdem ist der erste Eindruck ein guter. „Ich wäre froh gewesen, wenn ich immer solche Gäste gehabt hätte“, sagt die Hauseigentümerin und gleichzeitige Heimleiterin. Nur zwei Anliegen hat sie noch auf dem Herzen: Erstens würde sie sich wünschen, dass sich noch ein paar Ehrenamtliche finden, die Deutsch-Kurse anbieten, mit den Kindern spielen oder Ausflüge organisieren. „Das können auch Schüler sein.“ Zweitens würde Fehrenbach den Bewohnern gerne mehr Fahrräder zur Verfügung stellen und hofft auch in diesem Punkt auf Hilfe von den Bürgern.

Derzeit beschränkt sich das Angebot auf zwei Modelle für Kinder und drei für Erwachsene. Alle aus Fehrenbachs Besitz. Und zu wenig, wie sie findet. Aus einem einfachen Grund: Die Unterkunft Beim Gerber liegt im Außenbereich der Marktgemeinde. „Es wäre einfach gut, damit die Bewohner in den Ort reinkommen und die Kinder was zu tun haben“, sagt sie über die Hintergründe ihres Anliegens. Außerdem hat sich schon herausgestellt, dass die Räder sehr begehrt sind. „Die Asylbewerber sind jeden Tag damit unterwegs.“ In erster Linie um Einkäufe zu machen. Noch gibt es keine Abstimmungsschwierigkeiten, wer diese wann nehmen kann. „Sie werden hauptsächlich von zwei Familien genutzt“, sagt Fehrenbach, „die sich gut verstehen und sich absprechen.“

Die Situation wird sich aber demnächst ändern. Insgesamt bis zu 25 Flüchtlinge sollen das frühere Ferienhaus beziehen. Dann reichen die Räder nicht mehr aus. Vier Exemplare erhält Fehrenbach noch von der Marktgemeinde, wie Amtsleiter Hermann Baier mitteilt. Große Ansprüche stellt die Heimleiterin ohnehin nicht. Am dringendsten benötigt sie ein Kinder-Bike mit Stützrädern. Auch mit Tretbulldogs und Kettcars für die Kleinen wäre geholfen. Für die Erwachsenen genügen einfache, ausrangierte Drei-Gang-Räder, die im Keller oder der Garage vor sich hin altern.

In Bewegung wären diese mit Sicherheit, glaubt Baier. Er spricht aus Erfahrung. Die Gemeinde hat dem Asylbewerberheim am Weidenweg zehn Räder vermacht, die laut dem Amtsleiter gut angenommen werden – genau wie das Fahrsicherheitstraining mit der Polizei. Ob beziehungsweise wann ein solches auch für die Flüchtlinge Beim Gerber angeboten wird, steht noch nicht fest. „Wir müssen mal mit der Polizei reden“, sagt Baier. Aber sowohl er als auch Fehrenbach sind der Meinung, dass das Training erst Sinn macht, wenn die neue Unterkunft voll belegt ist. 

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