Umzug von Asylbewerber-Familien 

Sicherheit hat Vorrang

Oberau - Zwei afghanische Flüchtlingsfamilien müssen von Oberau nach Mittenwald ziehen. Grund ist unzureichender Brandschutz in der Asylbewerber-Unterkunft in der Loisach-Gemeinde.

Zwei afghanische Familien mussten nun ihre Koffer packen. Es ging für sie allerdings nicht wieder zurück in ihre Heimat, die Flüchtlinge zogen von der Asylbewerber-Unterkunft in Oberau nach Mittenwald um. Ursache dafür sind Brandschutzmaßnahmen. Die von ihnen bezogenen Räumlichkeiten entsprachen nämlich nicht den gängigen Sicherheitsvorgaben. Bürgermeister Peter Imminger (CSU) erklärte dazu im Gemeinderat: „Das Risiko, dass in den Unterkünften etwas passiert, wollen wir nicht eingehen. Am Ende müssen wir dafür geradestehen und stehen in der Verantwortung.“

Oberau folgt damit dem Beispiel der Gemeinde Schneizlreuth (Landkreis Berchtesgadener Land). Dort mussten im Februar ebenfalls 98 Asylbewerber aus Brandschutzgründen aus ihren Unterkünften ausziehen. Ursache für diesen Schritt war wiederum ein großes Feuer in der Gemeinde einige Monate zuvor. In einem denkmalgeschützten Bauernhof, das vom Pächter unerlaubterweise als Gästehaus genutzt wurde, starben dabei sechs Menschen. Gegen die Gemeinde und den Pächter wurde ermittelt, letzterer wurde schließlich wegen fahrlässiger Tötung zu drei Jahren Haft verurteilt. Daraufhin wurden auch Unterkünfte für Flüchtlinge genauer unter die Lupe genommen, wobei man erhebliche Mängel bezüglich des Brandschutzes feststellte.

Dass Nachlässigkeiten in punkto Sicherheit bei Asylbewerber-Unterkünften eine Katastrophe wären, darin sind sich sowohl der Oberauer Bürgermeister, als auch das Landratsamt einig. Deshalb kam es auch jetzt dazu, dass die Afghanen ihre Koffer packen mussten. Umzüge innerhalb der Flüchtlingsheime im Landkreis seien keine Seltenheit, betont Florian Hibler, Sachgebietsleiter für Migration und Personenstand im Landratsamt. „So etwas kommt andauernd vor. Zum Beispiel wenn Wohnungen hergerichtet werden müssen oder auch aus organisatorischen Gründen. Das ist nichts Besonderes.“

Für die betroffenen Asylbewerber war der Umzug in Mittenwalder Ferienwohnungen dennoch eine große Umstellung. Die afghanischen Familien hatten sich schließlich in Oberau schon eingelebt. Die Kinder besuchten dort bereits die Schule und den Kindergarten. „Zuerst waren die Betroffenen von der Veränderung nicht begeistert“, berichtet Günther Meck (CSU). „Sicherheit hat jedoch absoluten Vorrang, da hilft alles nichts.“ Ihm zufolge haben sich die Familien schnell mit ihrer neuen Situation angefreundet. „Die Wohnungen in Mittenwald sind sehr schön und geräumig, darum sind die Familien mit ihrer neuen Umgebung auch zufrieden.“

Magdalena Kratzer

Rubriklistenbild: © MM-Archiv

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