Schlager-Star Werner Böhm alias Gottlieb Wendehals ist tot: Vermutung zur Todesursache

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Ist-Zustand: das ehemalige Geschäft an der Bahnhofstraße 9 steht leer.

Nachbarn sammeln Unterschriften

Asylbewerberunterkunft: Gemeinderat stimmt zu

Oberammergau - Es war eine Abstimmung, bei der so manch einer Bauchschmerzen bekam: Und trotzdem - der Gemeinderat erlaubt die Nutzungsänderung für den Tedi-Markt.

Am Ende einer langen Aussprache stand im Oberammergauer Gemeinderat die Erkenntnis, eigentlich mit gebundenen Händen dazustehen. „Die Flüchtlingsunterkunft wird kommen. Wenn nicht dort, dann woanders“, sagte Bürgermeister Arno Nunn (parteifrei). Dazu ist die Lage mittlerweile auch im Landkreis zu angespannt: statt 1200 werden bis Jahresende 1400 Flüchtlinge erwartet. „Und 300 Plätze fehlen“, lieferte Nunn aktuelle Zahlen aus dem Landratsamt. Und so stimmte das Gremium mit breiter Mehrheit dafür, dass der ehemalige Tedi-Markt an der Bahnhofstraße umgebaut wird. Wenn auch mit Bauchschmerzen. „Das wird unser Dorf verändern“, brachte Markus Köpf (CSU) die Gedanken von wohl vielen auf den Punkt.

15 Anwohner haben sich sogar mit einer Unterschriftenliste und dem Appell, die Nutzungsänderung abzulehnen, an die Gemeinde gewandt. Doch diese ist bei diesem Verfahren außen vor. Der Vertrag wird mit einer Gültigkeit von zehn Jahren zwischen der Regierung von Oberbayern und den Hausbesitzern geschlossen. Dass es sich dabei um Thomas Feldmann und Peter Höldrich handelt, wurde in der Sitzung namentlich genannt. Karl-Heinz Götz (Freie Wähler) lag zudem richtig mit seiner Nachfrage, ob es nicht drei Besitzer gibt. Doch der bisherige Geschäftspartner Stephan Burkhart ist, wie er gegenüber demTagblatt erklärte, künftig nicht mehr dabei.

Die Baupläne, die für das Geschäftshaus gemacht wurden, standen im Mittelpunkt der Diskussion. Auch weil sie, wie von den Freien Wählern moniert wurde, nicht vorab allen Räten zur Verfügung gestanden hätten. Demnach sollen bis zu 99 Personen auf den beiden Etagen untergebracht werden. Dazu entstehen insgesamt 31 Zimmer für zwei bis fünf Personen. Pro Bewohner werden sieben Quadratmeter eingeplant. Sanitäre Anlagen sind nur im Obergeschoss geplant, was Ludwig Utschneider (Freie Wähler) kritisierte. Gleiches galt für den Umstand, dass nur drei Gemeinschaftsbereiche und keine Räume für handwerkliche Beschäftigungen zur Verfügung stehen. Es gibt eine Küche, gegessen werden soll aber hauptsächlich auf den Zimmern. Betreut werden die Ankommenden von einer sozialpädagogischen Fachkraft und einem Hausverwalter.

Katharina Floßmann (Frauenliste) setzt in diesem Punkt auf ehrenamtliches Engagement. Es müsse Bemühungen geben, „die Menschen dort nicht sich selbst zu überlassen“. Das unterstrich auch der Rathaus-Chef: „Je besser es der Unterkunft geht, umso besser geht es auch unserem Dorf.“ 

Bei allen positiven Ansätzen: Es gibt auch viele Zweifel. „Das wird für den Ort gravierende soziale Auswirkungen haben“, betonte Michael Fux (Freie Wähler). Er kritisierte das „Hau-Ruck-Verfahren“, bei dem praktisch über den Kopf der Gemeinde entschieden wird. Und er erinnerte an die Bedenken, die von den Anwohnern geäußert werden. Laut Nunn fürchten diese, dass ihre Grundstückswerte zurückgehen, dass bei den Gewerbetreibenden die Stammkunden ausbleiben, und dass die Flüchtlinge das ganze Umfeld ihrer Unterkunft in Beschlag nehmen.

Im aktuellen Fall gab es im Gemeinderat eine 16:3-Mehrheit für die Nutzungsänderung. Dagegen stimmten Peter Held, Karl-Heinz Götz und Michael Fux von den Freien Wählern.

So sieht der Zeitplan aus: 

In naher Zukunft soll es Bürgermeister Arno Nunn zufolge zum Vertragsabschluss mit der Regierung von Oberbayern kommen. Wenn die Baugenehmigung vorliegt, dauert es vier bis sechs Monate, bis das zweistöckige Haus entsprechend umgerüstet wurde. Eine umfassende Informationsveranstaltung mit Vertretern der Regierung von Oberbayern, des Landratsamtes, der Polizei, Sozialverbänden und den Kirchen soll am Dienstag, 10. November, um 19.30 Uhr im Ammergauer Haus stattfinden. Ort und Uhrzeit bleiben gleich bei einem Helfer-Treffen, dass für Dienstag, 1. Dezember, angesetzt ist.

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