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Winter & Wetter

Wassermangel auf der Pürschlinghütte

Unterammergau - Das August-Schuster-Haus auf 1564 Metern muss unter der Woche schließen.

Wer sich in den vergangenen Tagen spontan zu einer Bergtour in Unterammergau mit dem Ziel Pürschlinghütte entschlossen hat, der wurde enttäuscht. Denn das August-Schuster-Haus auf 1564 Metern blieb in dieser Woche geschlossen. „Wegen akuten Wassermangels“ heißt es auf dem Anrufbeantworter des beliebten Ausflugsziels. Jetzt am Wochenende soll aber wieder geöffnet sein. Mehr ist vor Ort nicht zu erfahren, Pächter Hubert Spindler war in den vergangenen Tagen genauso wenig erreichbar wie Verantwortliche der Sektion Bergland beim Deutschen Alpenverein. In dessen Zentrale in München ist die Situation am Pürschling aber bekannt. Pressesprecher Thomas Bucher bestätigt die Probleme mit der Wasserversorgung und die deshalb notwendige Teil-Schließung. „Eine Hütte ist nun mal kein Hotel“, erklärt er. Und wenn es kein Wasser für die Küche und die sanitären Anlagen gibt, müsse halt die Konsequenz gezogen werden. „Das Problem ist aber nicht neu“, sagt Bucher. Das Wetter im vergangenen Jahr war in seinen Augen nun mal speziell: Auf einen trockenen Sommer sei ein trockener Herbst gefolgt. Eine Einschätzung, die vom Deutschen Wetterdienst geteilt wird. Dessen Jahresbilanz für 2015 fällt – zusammengefasst – so aus: zu sonnig, zu warm, zu trocken. „2015 war in Garmisch-Partenkirchen das viertwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen 1889“, erklärt Wetterwart Robert Schardt. Das Phänomen gilt für den Landkreis und alle Berghütten. Das August-Schuster-Haus auf dem Pürschling ist aber, anders alles andere Einkehr-Möglichkeiten, fast ganzjährig geöffnet. „Wasserprobleme gab es auch schon mal auf der Meilerhütte oder der Höllentalangerhütte“, berichtet Bucher. Aber die haben derzeit nicht auf. Hubert Spindler hätte nach der Pause im Herbst jetzt sicher gern die Pforten des Hauses, in dem es Zimmerlager für 60 Personen gibt, geöffnet. Wann der normale Betrieb wieder möglich ist, muss sich zeigen. Der aktuelle Wassermangel wird sicher ein wichtiges Thema für die Sektion Bergland bleiben, die zuletzt große Pläne auf dem Pürschling hatte. Das dortige Haus, das in den Jahren 1970 bis 1972 erbaut wurde, sollte grundsaniert und teilweise unterkellert werden. Das aufwändige Bauvorhaben wurde bereits 2013 vorberaten, 2014 war es Thema im Gemeinderat. Schon damals sprach Bürgermeister Michael Gansler (FDU) offene Frage zur Quelle am Pürschling und mögliche Probleme an.

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