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Auch in diesem Winter bleibt der Pürschling für Tagesgäste und Übernachter geschlossen.

August-Schuster-Haus am Pürschling

Bettwanzen, Brandschutz, jetzt das: Darum bleibt Haus auch im zweiten Winter dicht

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Der Pürschling, beliebter Ausflugsberg in den Ammergauer Alpen, sorgt wieder für Schlagzeilen:

Unterammergau – Der Bergsport boomt. So hat zum Beispiel der Deutsche Alpenverein seit 2000 bis heute seinen Mitgliederstand nahezu verdoppelt, auf inzwischen 1,2 Millionen Menschen. Ein beliebtes Ausflugsziel – Sommer wie Winter – ist dabei das Pürschlinghaus in den Ammergauer Alpen. Doch die Situation um die Bergwirtschaft auf 1566 Metern Meereshöhe stellt sich in jüngster Zeit nicht mehr sehr positiv dar . . .

Vor einem Jahr führte ein massiver Befall von Bettwanzen im Schlaflager dazu, dass der Übernachtungsbetrieb zum bevorstehenden Winter eingestellt werden musste. Im Mai dann, als die Pächter Hubert Spindler und Christine Claussen, die seit mittlerweile acht Jahren das August-Schuster-Haus bewirtschaften, wieder öffnen wollten, folgte der nächste Nackenschlag für die Hüttenwirte: Nach wenigen Tagen, als wieder Übernachtungen gebucht wurden, sperrte die AV-Sektion Bergland, zuständig für das Alpenvereins-Haus, das komplette Schlaflager im ersten Stock mit insgesamt 66 Plätzen. Die Begründung diesmal – fehlender Brandschutz.

Bei einer gemeinsamen Ortsbesichtigung von Sektion und Genehmigungsbehörden war von Ämter-Seite aus festgestellt und moniert worden, dass es am Pürschling keinen zweiten Fluchtweg aus dem Obergeschoss gibt. Die Forderung nach einer Rettungstreppe außen am Gebäude kam auf den Tisch. In der Folgezeit passierte erst einmal nichts, um die Umsetzung auf den Weg zu bringen. Erst vor zwei Wochen stimmte der Unterammergauer Gemeinderat dem Baugesuch zur Errichtung der Treppe zu. Weil aber jetzt schon wieder der Winter vor der Tür steht und gerade erst die Vorarbeiten für die Fundamente angelaufen sind, kann die Treppe eventuell erst im Frühjahr fertiggestellt werden.

Wasser und Abwasser auf der Agenda

Dass jetzt am Pürschling bereits im zweiten Winter kein Übernachtungsbetrieb möglich ist, hängt nach Aussage von Thomas Bucher, Pressesprecher des DAV, mit dem Brand in der Holzindustrie zusammen: „Da sind die Räumfahrzeuge des Hüttenwirts mit verbrannt. Und ohne Schneeräumung kann die Sektion die Hütte nicht aufmachen.“ Konsequenz daraus: Komplettschließung des August-Schuster-Hauses bis zum Mai kommenden Jahres. Für Hüttenwirt Hubert Spindler erneut ein herber Schlag, verbunden mit ganz erheblichen Umsatzausfällen: „Ein Winterbetrieb ohne Übernachtungen am Pürschling ist für mich absolut unrentabel.“ AV-Sprecher Bucher: „Die Sektion weiß, dass dies für alle Beteiligten eine unbefriedigende Situation ist – nicht zuletzt für sie selbst. Eben deshalb macht sie das nicht leichten Herzens. Es geht nicht anders, als zuzulassen.“

2018 will der Alpenverein indes Nägel mit Köpfen machen und entschlossener zu Werke gehen. So soll die Hütte an die öffentliche Wasserversorgung und Abwasserentsorgung angeschlossen werden. Dazu sind umfangreiche Grabungsarbeiten notwendig. Ob dafür Aufträge bereits vergeben und wie hoch die Kosten sind, das konnte der Pressesprecher nicht sagen. Ebenso wenig, wann es losgehen wird.

Darüberhinaus plant die Sektion nach den Worten von Bucher eine Modernisierung des Gebäudes: „Dies betrifft in erster Linie die Sanitärräume. Was sonst noch in Angriff genommen wird, darüber wird in der Sektion gerade intensiv diskutiert.“ Gerüchten, dass die Übernachtungskapazität erhöht werden soll beziehungsweise das Haus eventuell komplett abgerissen und durch einen Neubau ersetzt wird, erteilt der Alpenvereins-Mitarbeiter eine generelle Absage: „Zum einen ist es grundsätzliche Linie für alle Hütten des Deutschen Alpenvereins, dass die Anzahl der Schlafplätze nicht erweitert wird. Zum anderen wird es in diesem Fall keinen Neubau geben.“

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