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Ausgerastet: Freizeit-Arrest für Mittenwalder (19)

Mittenwald - Ein abgebrochener Zahn und eine blutige Lippe sind die bösen Folgen eines Faustschlags, den ein Isartaler im Vollrausch einer 18-Jährigen verpasst hat. Und zwar, weil er aus der Disko geflogen war...

Gegen 1.50 Uhr hatte der Mittenwalder auf einmal das Mädchen in dem Lokal angepöbelt und auch berührt. Darüber informierte die 18-Jährige, die den Täter gut kennt, den Sicherheitsmann. Dieser schmiss den Einheimischen aus dem Lokal.

Doch dabei ließ der es dann nicht bewenden. Kaum eine halbe Stunde später verließ die 18-Jährige die Disko und fragte den Isartaler, der noch immer draußen stand: „Hat’s das gebraucht?“ Seine Antwort hatte es in sich. Er schlug der jungen Frau mit der Faust mitten ins Gesicht. Die schmerzhaften Folgen: eine stark blutende Wunde an der Lippe und ein an der Wurzel gebrochener Zahn, der wohl aufwändig und teuer ersetzt werden muss.

Als ihm aber bewusst wurde, was er angerichtet hatte, wurde der 19-Jährige allerdings schnell wieder nüchtern, meldete sich selbst noch in der selben Nacht bei der Polizei, unterzog sich einem Alkotest und entschuldigte sich drei Tage später bei seinem Opfer. Zudem arrangierte er mit Anwalt Christian Langhorst (Garmisch-Partenkirchen) eine Alkoholberatung bei der Caritas in Bad Tölz, wo der Isartaler wohnt. Zur Wiedergutmachung zahlte er außerdem im Vorgriff auf das zu erwartende Schmerzensgeld der jungen Frau 2300 Euro.

Wie es überhaupt zu dem Ausraster kommen konnte, berichtete der Angeklagte in der Verhandlung ganz offen. „Mit meinem besten Freund, den ich nach langer Zeit wieder getroffen hatte, habe ich Wiedersehen gefeiert. Ich trank zuviel und schlug dann ich über die Stränge.“ 1,62 Promille Alkohol hatte er im Blut. „Ich weiß, dass das, was ich getan habe, unentschuldbar ist. Es tut mir zutiefst leid“, betonte er zum Opfer gewandt.

Die Staatsanwältin beantragte daraufhin einen zweitägigen Kurzarrest, Verteidiger Langhorst bat hingegen um Milde und hielt 80 Stunden Sozialarbeit für ausreichend.

Dieser Bitte folgte Richter Stefan Lindig nicht. Er verhängte neben 48 Stunden Sozialarbeit einen Freizeitarrest für ein Wochenende. Zudem muss der Mittenwalder weitere 200 Euro Schmerzensgeld zahlen.

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