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Ein schmuckes Gebäude ist es geworden, die neue Aussegnungshalle neben der Pfarrkirche St. Martin.

Bürokratischen Hemmnisse wurden beseitigt

Neue Aussegnungshalle endlich eingeweiht

Bad Kohlgrub - Der Weg war steinig und mit vielen Hürden behaftet: Nach sieben Jahren Kampf konnte nun endlich die neue Aussegnungshalle in Bad Kohlgrub eingeweiht werden. 

Sage und schreibe sieben Jahre zog sich die Angelegenheit für die Pfarrei St. Martin hin, mussten die Kohlgruber jede Menge Überzeugungsarbeit leisten und kämpfen, ehe Pfarrer Rudolf Scherer am 2. Adventssonntag nun endlich die neue Aussegnungshalle im kirchlichen Friedhof einweihen konnte – am Tag des Christkindlmarktes.

Planer Otto Fussenegger brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, dass mit dem neuen Leichenhaus „ein sakraler Raum geschaffen wurde, in dem Pfarrangehörige in schweren Stunden in einem würdevollen Rahmen Abschied von einem lieben Menschen nehmen können.“ Schließlich wisse keiner, wann er vorübergehend hier einziehen werde. Erster Bürgermeister Karl-Heinz Reichert begann seine Rede mit einem historischen Zitat: „Willst Du etwas über die seelische Verfassung eines Volkes erfahren, dann besuche seinen Friedhof“. In den letzten Jahren sei es demnach um die seelische Verfassung Bad Kohlgrubs nicht gut gestanden. Deshalb habe er – wie schon sein Vorgänger – das vorrangige Ziel verfolgt: Das alte Leichenhaus muss durch ein neues, würdigeres Gebäude ersetzt werden. Der Neubau möge nun Trost spenden und „Stimmungen erzeugen, in denen Trauernde einen Weg für sich selbst finden können“, so der Rathauschef.

Die neue Aussegnungshalle sei eine Visitenkarte für die Gemeinde, so Reichert, füge sich harmonisch in die Umgebung ein und sehe aus, als würde sie immer schon hierstehen. Dass nunmehr endlich das Vorhaben für 185 000 Euro Kosten realisiert werden konnte, sei auch Landrat Anton Speer zu verdanken, der schließlich ein Machtwort bei der Denkmalschutzbehörde gesprochen habe, die den Abbruch der alten Leichenhalle verhindern wollte.

„Als ein wichtiges, auch persönliches Anliegen“ bezeichnete Pfarrer Rudolf Scherer die Realisierung der neuen barrierefreien Aussegnungshalle. Er erzählte von einer Beerdigung, bei der die im Rollstuhl sitzende Frau des Verstorbenen nicht in die alte Leichenhalle hochgekommen sei. So etwas gebe es nun nicht mehr. „Die Aktion hat mich so manch’ schlaflose Nacht gekostet.“ Nunmehr ist also trotz mancher bürokratischer Hemmnisse ein drängendes Problem für die Pfarrgemeinde St. Martin endlich aus der Welt geschafft.

Michaela Feldmann-Kirschner

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