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So schaut’s aus: Heimatminister Dr. Markus Söder (stehend) lässt sich von einem Mitarbeiter dessen Arbeitsplatz zeigen. Weder sein Name noch der anderer Personen auf dem Bild dürfen laut Ministerium genannt werden.

Viel Brimborium um einen Fototermin

Minister Söders Führung durch die Büros der Schlösserverwaltung

Garmisch-Partenkirchen - Vor einem Monat hat das Tagblatt darum gebeten, ein Foto in den Büros der Bayerischen Schlösserverwaltung machen zu dürfen. Das wurde abgelehnt und um Geduld gebeten. Nun durfte die Außenstelle begutachtet werden. Minister Markus Söder hat die Führung selbst übernommen – wohl nicht ohne Grund.

Viele Ordner in den Regalen sind noch leer. An den Blumenstöcken hängen nur strahlend grüne und nicht etwa braune Blätter. Das Weiß der Wände wird von keinem dunklen Strich oder Fleck beeinträchtigt. Und auf den Schreibtischen stören weder privater Schnickschnack noch Staub das akkurate Bild. Kurzum: Wer die Außenstelle der Bayerischen Schlösserverwaltung in Garmisch-Partenkirchen betritt, der findet sich in Büroräumen wieder, die ein bisschen an Ausstellungsflächen in Möbelhäusern erinnern. Die so aussehen, als wären sie gerade erst eingerichtet worden.

Die Frage, ob dort im ersten Stock der Hauptpost überhaupt jemand arbeitet,ist vor einem Monat öffentlich diskutiert worden. Weil Vertreter verschiedener Medien, unter anderem von „quer“, dem Satiremagazin des Bayerischen Rundfunks, dort geklingelt hatten – ohne dass je aufgemacht wurde.

Am  Montagmorgen stand, wenn man so will, mit Bayerns Finanz- und Heimatminister Markus Söder (CSU) der oberste Hausherr selbst an der Tür. Aufgemacht hat er nicht nur Lokaljournalisten, sondern auch den drei Landtagsabgeordneten Martin Bachhuber, Harald Kühn (beide CSU) und Florian Streibl dazu Landrat Anton Speer (beide Freie Wähler) und Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD). Jede Menge Polit-Prominenz und Brimborium für einen Fototermin. Dabei sollte die Außenstelle nach der Berichterstattung, bei der Söders Behördenverlagerung in der Kritik stand, der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Auch wollte sich der Minister, wie er erklärte, selbst davon überzeugen, dass an dem Standort alles passt. „Er ist ideal gelegen“, schwärmte Söder mit Blick zum Bahnhof gegenüber. Und dass sich die Büros ist einem historischen Gebäude befinden, passe ebenfalls gut zur Behörde.

In der 252 Quadratmeter großen Außenstelle arbeiten mittlerweile, führte Söder weiter aus, vier der geplanten zehn Mitarbeiter. Einer ist ganz öffentlichkeitsscheu, die anderen dürfen nicht mit Namen genannt werden – auch wenn sie auf einem der Fotos für die Presse zu sehen sind. Um ein solches hatte das Tagblatt schon vor einem Monat gebeten, um die ersten Mitarbeiter vorzustellen. Inmitten des damaligen Medientrubels hätte Söder ganz einfach zeigen können: Seht her, hier wird seit Ende Oktober gearbeitet. Doch das wurde abgelehnt. Dazu, dass die Räume schon seit April angemietet sind und seitdem 26 000 Euro Miete gezahlt wurden, nahm Söder gestern Stellung. Man habe schnell handeln müssen. „Sonst wären andere Interessenten zum Zug gekommen.“

Auf der Suche ist das Ministerium jedoch noch nach einem Platz in Garmisch-Partenkirchen, an dem das ebenfalls im Zuge der Behördenverlagerung geplante Zentraldepot der Schlösserverwaltung untergebracht werden kann. Wegen der spezifischen Anforderungen – gebraucht werden 2000 Quadratmeter und „stabile Verhältnisse“ bei Raumtemperatur und Feuchtigkeit, komme auch ein Neubau in Betracht. Aktuell nehme ein Planer das Projekt in die Hand. Das Stichwort Neubau fiel auch in Bezug auf Mittenwald, wo das Eichamt mit zehn Mitarbeitern einen Standort finden soll. Aktuell gebe es Verhandlungen.

„Wir sind voll im Plan“, unterstreicht Söder. Die Behördenverlagerung laufe mit Blick auf frühere Anstrengungen „sensationell schnell“. Ziel ist, bis 2025 zum Abschluss zu kommen. In Außenstelle der Schlösserverwaltung in Garmisch-Partenkirchen schon bis 2018. Dann sind die Mitarbeiter für eine zentrales Service-Telefon, Medien- und Veranstaltungsanfragen und Fortbildungen zuständig. Jeder der kommt, mache das auch gern. „Sie arbeiten dort“, erklärte der Minister, „wo andere Urlaub machen.“

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