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Humorvoll, kritisch, in seiner letzten Lebensphase aber auch umstritten: Ludwig Thoma

Ludwig Thoma war ein gebürtiger Oberammergauer

Wieviel der Ehre darf es sein?

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Die Gemeinde Oberammergau würdigt den großen Heimatdichter Ludwig Thoma zu dessen 150. Geburtstag nächstes Jahr mit einer Ausstellung und Lesungen.

Oberammergau - Herausragende Persönlichkeiten brachte Oberammergau in seiner Geschichte einige hervor: Pfarrer Joseph Alois Daisenberger etwa, den Schöpfer des Passionsspieltextes, dann den Lüftlmaler Franz Seraph Zwink oder den Generalmusikdirektor Eugen Papst. Weit über die Grenzen Bayerns hinaus bekannt geworden ist jedoch der Heimatdichter und Schriftsteller Ludwig Thoma, der am 21. Januar 1867 in Oberammergau als fünftes von acht Kindern im Klepper-Anwesen das Licht der Welt erblickte. Im kommenden Jahr jährt sich der Geburtstag des großen Heimatsohns zum 150. Mal.

Was zu diesem Anlass in Oberammergau passieren wird, stellte Museumschefin Dr. Constanze Werner am Mittwochabend im Werkausschuss des Gemeinderates vor. Ab Mitte Januar soll in den Schaufenstern des Museums eine Ausstellung über Ludwig Thoma und seine Wurzeln in Ammergau gezeigt werden. Ferner seien, so Werner, Lesungen aus seinem Werk geplant, „mit dem Schwerpunkt auf den Lebenserinnerungen, in denen Oberammergau ausführlich erwähnt wird“. Für die Museumsleiterin werde man dadurch der Bedeutung Thomas für den Ort „ganz gut gerecht“.

Einen etwas anderen Blickwinkel hat hier offenbar Ludwig Utschneider (Freie Wähler). Nach seiner Kritik, „dass nach der Anregung unserer Gruppierung über Monate nichts passiert ist“, zeigte sich der Fraktionssprecher enttäuscht darüber, dass zu diesem Jubiläum der Ort nicht mehr eingebunden wäre. So lasse beispielsweise Florian Lang, heutiger Eigentümer des Geburtshauses von Thoma, eine silberne Gedenkmünze prägen. Denkbar sei auch, so Utschneider, dass vielleicht Theatergruppen im Dorf Stücke des Dichters aufführen: „Hier wurden offenbar keine Gespräche geführt. Bürgerschaftliches Engagement sollte schon mehr gewürdigt werden.“

Diesen Schuh will sich Bürgermeister Arno Nunn nicht anziehen: „Ich verstehe die Aufregung nicht ganz, denn wir hatten auch andere wichtige Persönlichkeiten, denen wir in Form einer Ausstellung gerecht geworden sind. Warum sollen wir ausgerechnet bei Ludwig Thoma ein Riesenprogramm aufziehen?“ Werkleiter Walter Rutz pflichtete Nunn bei: „Gut, Thoma ist in Oberammergau geboren, aber er war eigentlich nur immer in den Ferien hier. Außerdem ist er nicht unumstritten durch die Veröffentlichungen in seiner letzten Lebensphase.“ Rutz hielt Utschneider weiter entgegen, dass die Leiterin des Museums sehr wohl in einem regen Austausch mit Florian Lang stehe. Es sei aber grundsätzlich nicht zu spät, noch etwas anzuleiern. So versprach Bürgermeister Nunn, zeitnah zu einem gemeinsamen Treffen mit Lang und Theatervertretern im Ort einzuladen, um Vorschläge auszulooten. Die Gemeinde Tegernsee übrigens, wo Ludwig Thoma im August 1921 starb, plant nächstes Jahr eine wissenschaftliche Tagung über das Wirken des Schriftstellers.

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