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400 Bäume muss die Firma an der Bundesstraße 2 auf 770 Metern Länge fällen. Dabei kommt sie deutlich schneller voran als gedacht. 

Verkehrschaos blieb aus

Sperrung der B 2 zwischen Eschenlohe und Oberau aufgehoben - Verkehr fließt wieder

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Damit hat keiner gerechnet: Die Sperrung der Bundesstraße 2 zwischen Eschenlohe und Oberau wird vermutlich bereits am Mittwochvormittag aufgehoben. Das Verkehrschaos blieb aus. 

+++ Update: Mittwoch, 9. Oktober:

Die Vollsperrung der B2 zwischen Eschenlohe und Oberau ist aufgehoben. Seit 10 Uhr fließt der Verkehr wieder in beide Richtungen. Wie das Staatliche Bauamt Weilheim mitteilt, ist eine ungehinderte Durchfahrt bis einschließlich Sonntag, 13. Oktober, möglich. Dann beginnt die halbseitige Sperrung mit Ampelregelung. 
“Mein Dank gilt dem Unternehmen aus der Region, das den Rodungsauftrag so rasant erledigen konnte“, sagt Nadine Heiß, die zuständige Abteilungsleiterin. Aber auch den Anwohnern, Verkehrsteilnehmern und Wirtschaftsbetrieben vor Ort für ihr kooperatives Verhalten und Verständnis.


+++ Update: Dienstag, 8. Oktober:

Die Arbeiten liefen wohl perfekt. Bereits am heutigen Mittwochvormittag soll die Bundesstraße 2 zwischen Oberau und Eschenlohe wieder für den Verkehr frei gegeben werden. Das meldete das Staatliche Bauamt Weilheim am Dienstagabend. Ursprünglich sollte die Sperrung bis Samstag, 12. Oktober, dauern.

Gute Nachrichten gab es bereits gestern Vormittag. Denn die Befürchtungen im Vorfeld, es könnte auf den Umleitungsstrecken ein Verkehrschaos eintreten, bewahrheiteten sich nicht. Alles lief aus Sicht der Polizei reibungslos. „Keinerlei Störungen, weder bei uns, noch bei den Kollegen aus Tölz oder Murnau“, bestätigt Hubert Hohenleitner von der Inspektion Garmisch-Partenkirchen. Nur am Nachmittag wurde die Situation am Ettaler Berg durch die Schwerlaster „etwas knifflig“. Etwa drei Stunden war Hohenleitner vor Ort, um die Lage zu beobachten. „Es lief sehr gut.“

400 Bäume musste die Firma fällen. Das hat sie offenbar in Rekordzeit geschafft. Im nächsten Schritt stehen nun Felssicherungsarbeiten an. Dafür wird der Verkehr über eine Ampel an der Baustelle vorbeigeleitet – wie geplant jedoch erst ab Montag, 14. Oktober. 


Bericht vom 6. Oktober: 

Landkreis – Ein Garmisch-Partenkirchner hat sich schon nach den Hotelpreisen in München erkundigt. Zwei andere haben sich eine Bleibe bei Verwandten in Wolfratshausen organisiert. Wieder andere, die aus dem Norden nach Garmisch-Partenkirchen pendeln, quartieren sich in der kommenden Woche bei Freunden in der Marktgemeinde ein. Die Bürger bereiten sich vor auf die Vollsperrung der Bundesstraße 2. Im Süden geht es ab Oberau nicht weiter. Für alle, die von Norden kommen, geht es auf der Autobahn 95 ab der Anschlussstelle Großweil nicht weiter. Die Umleitungen sind weiträumig, führen über den Walchensee beziehungsweise das Ammertal. Gesperrt ist die B2 ab Dienstag, 8., bis Samstag, 12. Oktober. Im schlechtesten Fall.

Sperrung der B2: Die Arbeiten

1,5 Millionen Euro investiert das Straßenbauamt Weilheim in die Arbeiten an der B2 zwischen Eschenlohe und Oberau. Sie sind notwendig, da sind sich alle Beteiligten einig. Dringend muss die Straße vor Felsstürzen gesichert werden. Nun stehen zunächst Rodungen an. Tag und Nacht sind etwa zwölf Mann beschäftigt. Die Felsarbeiten beginnen am Montag, 14. Oktober. Ab dann wird der Verkehr voraussichtlich bis 6. Dezember über eine Ampel geregelt. Der einspurige Bereich soll maximal 100 Meter lang sein, kündigt Bauleiter Thomas Herrmann an.

Sperrung der B2: Die Zeiten

Nach Mitternacht würde Herrmann sein Glück nicht mehr versuchen. Denn die Sperrung wird am Dienstag sukzessive aufgebaut, in den frühen Morgenstunden kommen die Autofahrer nicht mehr durch. Doch der Bauleiter macht den Verkehrsteilnehmern Hoffnung: Läuft alles nach Plan, wird die Sperrung früher als geplant aufgehoben. Denn in diesem Fall erhält die beauftragte Firma einen Bonus. Tempo also lohnt sich. Tag und Nacht sind die Arbeiter im Einsatz.

Sperrung der B2: Lösung für Retter & Schleichwege

Lange im Vorfeld haben sich Rettungsdienste, Polizei, Straßenbauamt, Naturschützer zusammengesetzt, um über jene Strecken zu reden, die Einsatzkräfte in Notfällen nutzen können. Wenn jede Minute zählt. Sie können die normalerweise für Fahrzeuge gesperrten Wege über die Sieben Quellen zwischen Oberau und Eschenlohe nutzen oder diesseits und jenseits der Loisach. Autofahrer, die dort ihr Glück versuchen, haben Pech: Die Wege sind mit Schranken gesichert. Um sie zu öffnen, braucht man einen Zahlencode. Wer es dennoch versucht, muss mit Polizeikontrollen und Strafen rechnen. Josef Grasegger von der Inspektion Garmisch-Partenkirchen warnt Schleichwegenutzer: „Da verstehen wir keinen Spaß.“

Lesen Sie auch: B2-Sperrung wird verschoben - Bahnverkehr läuft normal

Sperrung der B2: Die Bahn

Viele Pendler werden auf die Bahn umsteigen. Die Kapazitäten zu erhöhen, hält das Unternehmen aber für unnötig. „Wir fahren das Betriebsprogramm wie geplant“, sagt ein Sprecher. Ihm ist klar: „Die Züge werden etwas voller sein“, doch reiche das Angebot aus. Sollte der Ansturm auf Tickets zwischen Murnau und Garmisch-Partenkirchen ab Dienstag enorm steigen, bleibe Zeit zu reagieren. Jedoch seien viele Pendler aufs Auto angewiesen, für viele sei Garmisch-Partenkirchen zudem nicht Endstation. Der Bahn-Sprecher verweist auf die Erfahrung des Unternehmens. „Wir haben ein Gespür dafür, wie sich die Fahrgäste verhalten.“

Sperrung der B2: Ausweichstrecken

Mit gemischten Gefühlen blicken die Einheimischen im Oberen Isartal der Vollsperrung der B 2 entgegen, wohlwissend, dass viele Autofahrer die Strecke über den Kesselberg, Walchensee und Wallgau/Krün als Alternativroute nutzen. „Freuen tun wir uns nicht“, sagt Krüns Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (CSU). „Aber es gibt keine andere Möglichkeit.“ Die Arbeiten seien zwingend notwendig. „Daher müssen wir das auf uns zukommen lassen.“ Und wer weiß: „Vielleicht wird’s ja gar nicht so tragisch.“ Ähnlich äußert sich sein Kollege Manfred Sporer aus Großweil. Schlimmer als an den Wochenenden im Sommer, sagt er, wird’s schon nicht werden. Um auf die drohenden Verkehrsprobleme zu reagieren, hatte die Gemeinde, wie berichtet, eine mobile Ampelanlage für die Kreuzung in der Ortsmitte gefordert. Diese aber lehnte das Landratsamt nun ab. Maßnahmen wie diese sind weder in Krün noch in Wallgau geplant. „Falls sich der Verkehr aber chaotisch entwickelt, müssen wir etwas tun“, unterstreicht Rathauschef Hansjörg Zahler (CSU). Viele Möglichkeiten hat der Ort nicht, Zahler bleibt entspannt. Er erinnert an die Schreckgespinste im Vorfeld des G7-Gipfels 2015. Keines sei eingetroffen. 

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