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Immer schneller, immer schneller: Die Teilnehmer laufen beim Baam-Haxln auf dem Stamm, der sich tückisch im Wasser dreht.

Sieg war nur noch Nebensache

Baam-Haxln in Seehausen: Bräutigam geht vor der Hochzeit baden

Seehausen -Es war ein feucht-fröhliches Spektakel, eine Gaudi für Teilnehmer und Publikum: das Baam-Haxln des Vereins „Da Sea is inser“ auf dem Staffelsee. 24 Teilnehmer zeigten ihr Geschick auf dem sich im Wasser drehenden Baumstamm – angefeuert von hunderten Zuschauern. 

Drum prüfe, wer sich ewig bindet – ob man sich auch noch lieb hat, wenn die Braut im Haxln besser ist als der Bräutigam. Beinahe stilecht – mit rotem Schleier und im Frack – waren Meike und ihr Fertl die Ersten, die über die Planke auf den dicken Holzstamm balancierten. „Heute haxln sie gegeneinander, morgen wollen sie heiraten“, verkündete Moderator Anton Geisenberger. Langsam begannen Meike und Fertl, die regelmäßig Betreuer im Kinderzeltlager Lindenbichl sind, auf dem Stamm zu laufen. Der rote Schleier flatterte, schneller und schneller drehte sich der Stamm, schneller und schneller liefen die Beine. Platsch. Nach wenigen Sekunden lag Fertl im Wasser. „Gib doch nicht jetzt schon nach“, frotzelte Geisenberger.

Nicht nachgeben, haxln, so schnell wie möglich, ohne das Gleichgewicht zu verlieren: Darum ging es auch den anderen 22 Teilnehmern, die jeweils in Zweierteams gegeneinander antraten. Mann gegen Frau, Jugendlicher gegen Erwachsenen, Einheimischer gegen Urlauber. „Mitmachen darf jeder ab 16 Jahren“, erklärte Michael Krüger aus dem Vereinsvorstand.

Dabei sein wollte auch Nikola Dopfer aus Huglfing. Unbedingt: „Das ist doch a Gaudi.“ Und um diese noch zu betonen, wagte sie sich in knallgelbem T-Shirt und mit roter Perücke auf den Stamm. Dass sie als Erste ins Wasser flog und der Wettkampf somit für sie vorbei war, störte sie nicht. Denn ums Siegen ging es gar nicht. Sondern darum, dass etwas geboten ist im Dorf, fand Stefan Gugler. „Und wenn eine Aktion ist, nehme ich die gerne an“, begründete der Seehauser seine Teilnahme. Eine Taktik, wie er sich möglichst lange auf dem sich drehenden Holz halten könnte, hatte er sich vorab nicht überlegt. „Man muss nur schauen, dass man das Gleichgewicht hält und die Bewegung vom Stamm so gut wie möglich mitmacht.“ Dass das Trumm so viel Eigendynamik entwickelte, habe ihn überrascht.

Trotz Sturmwarnung („Die werden ja eh nass“) und aufziehendem Gewitter: Gehaxelt wurde, bis mittels K.o.-Verfahren die Besten – Christoph Bernhard siegte vor Thomas Gugler junior und Daniel Flöter – ermittelt waren. Michael Krüger war mit der Resonanz zufrieden, auch wenn viele potenzielle Haxler von der Dorfjugend keine Zeit hatten und die Teilnehmerzahl somit etwas geringer ausfiel als gedacht. Auch den Zuschauern hat’s Spaß gemacht. „Eine herrliche Idee“, fand Gertrud Lutz aus Seehausen. Freundin Alexandra Franke stimmte zu. „Gut, dass so was gemacht wird.“

Übrigens: Meike und ihr Fertl haben sich natürlich immer noch lieb. Und geheiratet haben sie am Samstag auch.

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