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Erst Anfang Juli hat es an der B23 bei Bayersoien einen schweren Unfall gegeben. 

Vor allem die Einmündungen sind heikel

100 Stundenkilometer – ein „Irrsinn“: Bürger fordert Tempo-Limit an der B23

  • Manuela Schauer
    vonManuela Schauer
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Runter vom Gas: Die Diskussion um ein Tempo-Limit an der B 23 in Bad Bayersoien nimmt wieder an Fahrt auf. Trauriger Anlass: ein tödlicher Unfall. Bis dahin sahen die Behörden rein rechtlich keinen Handlungsbedarf. Und künftig? Das bleibt abzuwarten.

Bad Bayersoien– Roland Richter ist erzürnt. „Wie viele Menschen müssen noch sterben oder verletzt werden, bis die zuständigen Behörden endlich aufwachen?“. Er spielt auf den schrecklichen Unfall an, der sich Anfang Juli an der B 23 auf Höhe von Bad Bayersoien zugetragen hat. Ein Motorradfahrer war an der südlichen Ortseinfahrt mit einem einbiegenden Wohnmobil zusammengestoßen. Der 65-Jährige starb. Der Anlass für Richters Kritik ist aktuell, der Wunsch nach einer Geschwindigkeitsbeschränkung besteht schon lange. Bei ihm und anderen Bürgern. „Mehrere im Dorf sind sauer.“

Vergangenes Jahr hat es bereits eine Messung gegeben. Das Ergebnis: Rund 85 Prozent halten die Regelgeschwindigkeit ein. Schön und recht, findet Richter. Die Kernproblematik ist für ihn aber eine andere. „In den 1960er Jahren als Ortsumgehungsstraße konzipiert, ist die B 23 längst zu einer Ortsdurchfahrtsstraße geworden.“ Die Gemeinde hat sich zu beiden Seiten entwickelt und das Verkehrsaufkommen sich vervielfacht. „Wo in Bayern darf man im Ort so schnell fahren?“

Warten auf das Gutachten

Vor allem verweist Richter auf die Einmündungen „Bad Bayersoien Nord“ und „Süd“. Sie führen unmittelbar, ohne Seitenspur, auf die B 23 – in den 100 Stundenkilometer schnellen Verkehr. Die Abzweigung „Süd“ liegt in einer Steigung. „Das macht das Einfahren noch riskanter“, sagt der Bayersoier. Tempo 100 an dieser Stelle – „ein Irrsinn“.

Genau dort ereignete sich auch der tödliche Unfall. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen, sagt Stephan Scharf, Sprecher im Landratsamt. Die Behörde ist für verkehrsrechtliche Anordnungen zuständig. Das Gutachten steht noch aus. „Wir müssen abwarten, was drinsteht“, sagt er. Erst dann kann die Unfallkommission aus Vertretern des Landratsamts, der Polizei und des Staatlichen Bauamts Weilheim die Gründe besprechen und bewerten.

Kein Unfallschwerpunkt

Laut dem gesetzlichen Rahmen ist eine Tempo-Verringerung bis dato nicht erforderlich gewesen, sagt Scharf. Anders als in Graswang oder Oberammergau Süd. „Das waren konkrete Unfallschwerpunkte.“ Dort musste die Kreisbehörde handeln.

Seinen Aussagen schließt sich Nadine Heiß an. „Wir müssen den Bericht abwarten.“ Die zuständige Abteilungsleiterin im Straßenbauamt weist aber auf die Datenbank hin, in der alle Unfälle im kompletten Streckennetz aufgenommen werden. Bislang hat es Heiß zufolge an der B 23 bei Soien keine gravierend hohe Anzahl gegeben.

Wann das Gutachten im Landratsamt eintrifft, kann Scharf nicht abschätzen. „Vier Wochen werden sicher ins Land ziehen.“

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