Versorgung mit 100 Megabit

Schnelleres Internet im Ort: Bad Bayersoiens Bürgermeisterin wirbt für Breitband-Ausbau

  • Manuela Schauer
    vonManuela Schauer
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Der Breitband-Internetausbau im ländlichen Raum ist gewünscht.

Bad Bayersoien – Gisela Kieweg ist ein Sparfuchs. Gerne und oft hat sie in der Vergangenheit Fördertöpfe angezapft, um Projekte zu realisieren und die Gemeindekasse dafür nicht zu schröpfen. Jetzt hat Bad Bayersoiens Bürgermeisterin (FBB) mit dem neuen Gigabyt-Verfahren eine neue Fährte gewittert. Gerne würde die Rathauschefin ihr folgen, daran ließ sie im Gemeinderat keinen Zweifel.

Bereits 2017 startete in der Kommune eine Breitband-Offensive. Ebenfalls mit einer Finanzspritze des Freistaats Bayern. Durch die knapp 300 000 Euro wurde der Ausbau für Bayersoien zum Schnäppchen. Lediglich 75 000 Euro musste die Gemeinde damals selbst berappen – für eine Datenversorgung im ganzen Dorfgebiet.

Bad Bayersoien ist Raum mit besonderem Handlungsbedarf

Etwa 300 Adressen sind noch offen, teilte Kieweg mit. „Es wäre eine ganz tolle Möglichkeit für viele, viele Jahre, die restlichen Anwesen an das Glasfasernetz anzuschließen.“ Während die Außenbereiche wie Lettigenbichl sowie die Neubaugebiete Breiten und Bruckler Filz bereits mit schnellem Internet von 100 Megabit (Mbit) versorgt sind, würde sich der Prozess nun auf den Hauptort konzentrieren, um dort die Leistung von 30 auf 100 Mbit – beziehungsweise auf 200 Mbit bei Gewerbebetrieben – aufzustocken. Kieweg versuchte, Überzeugungsarbeit zu leisten. „Das ist eine der letzten Chancen, dass der Staat das unterstützt.“

Laut dem Landesentwicklungsplan Bayern gehört Bad Bayersoien zum Raum mit besonderem Handlungsbedarf. Auf dieser Grundlage würde der Höchstbetrag bei 90 Prozent der förderfähigen Kosten liegen. Gedeckelt auf maximal 8000 Euro pro Haushalt. In Bad Bayersoiens Fall gibt es 6000 Euro pro Hausanschluss, sagt Kieweg auf Tagblatt-Nachfrage.

Breitband-Ausbau: Noch Geld für Planungsleistungen übrig

Mit dem Einstieg in das Verfahren könnte sich Andreas Baar (FBB) anfreunden. „Das ist eine einmalige Gelegenheit“, betonte er und warf eine kommunale Kooperation in den Raum. Damit spielte er auf Rottenbuch an. Die Gemeinde packt den Ausbau zusammen mit dem VG-Nachbarn Böbing an. Dafür gibt’s einen ordentlichen Zusatzbonus von 50 000 Euro für jeden Ort. Für Kieweg durchaus eine Option. „Man muss sich erkundigen, ob die VG einsteigt.“

Selbst, wenn das nicht der Fall sein sollte, will sich die Bürgermeisterin die Förderung nicht nur die Lappen gehen lassen. Zumal die Gemeinde damals für Planungsleistungen 50 000 Euro von der Telekom bekommen hatte. Davon sind noch knapp 30 000 Euro übrig. Geld, das die Gemeinde für den gleichen Zweck abrufen könnte. „Wir vertun uns nichts.“

Das weitere Vorgehen würde vorsehen, eine Beratungsfirma zu beauftragen. Vor allem, um Kostenschätzungen zu erhalten. „Dann können wir immer noch entscheiden, ob wir uns das leisten können oder nicht“, erklärte die Bürgermeisterin. Dass an der Digitalisierung kein Weg vorbeiführt, das hat sich für sie aber während der Corona-Krise gezeigt.

Rubriklistenbild: © dpa / Jens Büttner

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