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Einiges zu tun: Der Trahtweg soll auf 60 Metern Länge hochwassersicher gemacht werden. Für die Arbeiten ist ein mittlerer fünfstelliger Betrag vorgesehen. 

Konzept für den Trahtweg

Soien investiert in den Hochwasserschutz

Bad Bayersoien hat aus einem schweren Unwetter 2016 gelernt: Der Trahtweg wird für 52.000 Euro hochwassersicher. 

Bad Bayersoien – Diesen 24. Juli 2016 werden viele Bad Bayersoier nicht vergessen, vor allem nicht die Anwohner am Trahtweg: Eine Unwetterzelle entlud sich minutenlang ausgerechnet über dem Kurort. Der Starkregen ließ Keller volllaufen, die Feuerwehr war stundenlang im Einsatz. Am Trahtweg wälzte sich eine braune Schlammlawine die Straße hinunter. Nur mit viel Glück entgingen die Hausbesitzer größerem Schaden. Damit das nicht mehr passiert, baut die Kommune dort den Hochwasserschutz aus.

Darauf verständigte sich nun der Gemeinderat einstimmig und schob die Planung an. Allerdings kostet dies richtig Geld: Das Angebot einer Füssener Baufirma beläuft sich auf rund 52 000 Euro. Doch die Investition ist nötig, machte Bürgermeisterin Gisela Kieweg in der Sitzung deutlich: „Wir sind als Gemeinde verpflichtet, auf unsere Bürger zu schauen.“ Kurzfristig hatte sie das Ingenieurbüro „WipflerPlan“ um ein Konzept gebeten.

Die Planer haben konkret rund 60 Meter Straße samt Entwässerungsanlagen am Ende des Trahtwegs im Visier. Dort münden zwei Wirtschaftswege mit Gefälle in die Fahrbahn, und diese leiten das Regenwasser weiter. Was aber die vorhandene Infrastruktur nicht mehr aufnehmen kann.

„Der Kanal ist unterdimensioniert“, machte Planer Robert Streif den Gemeinderäten klar. Auch die dortigen Gräben und Einlaufschächte schaffen die Mengen nicht. Ergebnis: Das Wasser fließt unkontrolliert den Trahtweg hinunter. Streif hatte eine Liste an Lösungen dabei. Ein Stück Straße komplett erneuern und mit einem Gefälle zur Hangseite versehen, die Schächte sanieren, die Wasserrinnen verbessern, entlang der Fahrbahn einen Steinwall als Überlaufschutz – und vor allem zusätzlich einen neuen Regenwasserkanal zur Entlastung der vorhandenen Leitung verlegen. Dieser soll rund 100 Meter über ein Privatgrundstück und die angrenzende Strahwiese in den Bärenbach führen. Der Kanal käme mit 22 000 Euro laut Angebot auch am teuersten. Der Straßenbau wird mit 15 000 Euro veranschlagt, dazu kommen Schachtsanierungen und restliche Arbeiten. Baubeginn soll so bald wie möglich sein. Planer Streif geht von Ende März oder Anfang April aus.

Logistischer Vorteil: Die vom Gemeinderat beauftragte Füssener Firma ist dann bereits mit einer Straßensanierung in Lettigenbichl und einem Hochwasserschutz im Kurgebiet tätig. Eine gute Nachricht gibt es für die Anwohner: Sie werden laut Rathauschefin Kieweg nicht zur Kasse gebeten. Denn der Hochwasserschutz sei Sache der Gemeinde. Das Geld dafür wird in den Haushalt 2017 eingestellt. Wann der verabschiedet wird, ist allerdings noch unklar.

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