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Platz für Gewerbe: Auf diesem Areal an der Straße nach Schönberg (Hintergrund) möchte die Gemeinde Bad Bayersoien Betriebe ansiedeln. 

Sommerhof: Projekt zieht sich - Erschließung nicht vor Frühjahr 2020 

Bad Bayersoien: Kritik am Standort für neues Gewerbegebiet

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Nach langer Suche hat die Gemeinde Bad Bayersoien im vergangenen Jahr endlich einen Standort für ein neues Gewerbegebiet gefunden. Doch es gibt Kritik, besonders von Naturschützern. 

Bad Bayersoien – Ein neues Gewerbegebiet für Bad Bayersoien. Das wünscht sich der Gemeinderat schon lange. Im vergangenen Jahr war endlich ein Standort gefunden: eine Fläche von rund 10 000 Quadratmetern – nahe der B 23 und der Echelsbacher Brücke, an der Straße nach Schönberg. Das Areal wurde der Kommune von privat angeboten. Im März 2018 beauftragte der Gemeinderat das Schongauer Architekturbüro Hörner mit den Planungen.

Die erste öffentliche Auslegung des Bebauungsplans „Sommerhof“ sowie des zu ändernden Flächennutzungsplans ist nun abgeschlossen. In dem Verfahren können betroffene Bürger, Behörden, Verbände und Energieversorger ihre Stellungnahmen abgeben. In der Sitzung befanden die Räte über die Einwendungen. Es zeigte sich: Nicht alle Behörden sind glücklich mit dem Standort. Zudem verzögert sich das Verfahren aus planerischen Gründen. Die endgültige Lage des Gewerbegebiets ist nicht fix, betont Bürgermeisterin Gisela Kieweg – weil ein angrenzendes landwirtschaftliches Bauvorhaben noch in der Genehmigungphase ist. „Erst danach machen wir weiter.“ Architekt Hörner bestätigt: „Es ist eine ziemlich aufwendige Geschichte.“

Naturschutzbehörde gegen Standort für Gewerbegebiet in Bad Bayersoien

Kritik am Platz äußert vor allem die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt. Es handle sich um ein Einfalltor ins Ammertal, das „mit dem Image des Landkreises nicht in Einklang zu bringen ist“, zitierte Hörner. Ein Einwand, den die Gemeinde nicht gelten lässt: „Wir haben keine Alternativen“, betonte Hörner. „Wir haben extra Standortanalysen gemacht“, bekräftigte Kieweg. Neun Standorte wurden ihr zufolge untersucht, den „Sommerhof“ nickte die Regierung von Oberbayern nach einem Ortstermin ab. Auch bei der Entsorgung des Niederschlagswassers hat die Kreisbehörde Bedenken. Es dürfe aus Naturschutzgründen nicht in die Ammer geleitet werden. Ähnlich wie beim Schmutzwasser und Kläranlagenbedarf beruhigt die Gemeinde mit einem Verweis auf „ein Gesamtkonzept“, an das sich ein Fachbüro setzen werde, sagte Kieweg.

Damit nicht genug: Entgegen der ursprünglichen Annahme verlangt das Landratsamt doch ein Immissionsschutz-Gutachten bezüglich Verkehr und Lärm. Zähneknirschend erklärte sich das Gremium dazu bereit. Die Kosten liegen laut Kieweg bei rund 5400 Euro.

Auch Rottenbuch hat Bedenken wegen Platz für Gewerbegebiet

Bedenken haben die Rottenbucher Nachbarn wegen des Areals. Der Gemeinderat hatte klar gemacht: Bei den Planungen sind die Flächen für den angedachten Radweg auf der Kreisstraße hoch in den Ortsteil Schönberg zu berücksichtigen, heißt es. Allerdings steht das Vorhaben noch in den Sternen.

Behördlichen Applaus für „Sommerhof“ gibt es aber auch. Die Handwerkskammer für München und Oberbayern „lobt uns“, sagt Kieweg – weil das Areal ideal für kleinere Betriebe sei. Erlaubt sein sollen zwei Vollgeschosse, allerdings keine Betriebswohnungen. Beim Branchenmix halten die Soier den Daumen drauf. Nicht zugelassen werden Sportanlagen, große Einzelhändler und Tankstellen. Kieweg spricht vom „Schutz der örtlichen Infrastruktur“. Erlaubt sind gesundheitliche Einrichtungen.

Am Ende beschloss der Rat einstimmig, dass das Architekturbüro die Änderungen in die Entwürfe einarbeitet. Erst, wenn sich das benachbarte Bauvorhaben geklärt hat, sollen die Pläne in die zweite öffentliche Auslegung gehen. Diese sieht die Bürgermeisterin für Herbst vor. Läuft alles glatt, könnte im Frühjahr 2020 die Erschließung im „Sommerhof“ starten. Noch aber ist die Kommune nicht Besitzer des Grund und Bodens: Wegen der Hängepartie hat Kieweg mit dem Kauf gewartet.

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