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Museumsleiter Franz Maier an einer alten Schulbank im Dorfmuseum von Bad Bayersoien.

Serie: Ehrenamt im Portrait

Das Museum ist Franz Maier ein Herzensanliegen

In einer Serie stellen wir Ehrenamtliche aus dem Schongauer Land vor, ohne die nichts richtig funktionieren würde. Heute: Franz Maier aus Bad Bayersoien.

Bad Bayersoien „Franz, wir brauchen einen Mann fürs Museum, Du wärst der richtige!“ An die Worte des Bad Bayersoiers Kulturreferenten Uwe Reinecke kann sich Franz Maier noch gut erinnern. Das war vor über sechs Jahren. Damals hatte Josef Kunert sein Amt als Museumsleiter aus Altersgründen niedergelegt, und es musste ein Nachfolger gefunden werden. Keine leichte Aufgabe, denn um einen Posten, der mit viel ehrenamtlicher Arbeit verbunden ist, reißt sich bekanntlich niemand.

Franz Maier kam damals als Nachfolger von Kunert ins Gespräch, weil er nach 28 Jahren als Bauhofleiter in Peißenberg in den Vorruhestand getreten ist. „Der hat ja jetzt Zeit“, hieß es damals. Aufgedrängt für dieses Amt? Nein, das hat sich Franz Maier keineswegs. Aber: „Ich wollte den Ort nicht hängen lassen, mir war wichtig, dass es mit dem Museum weitergeht“, begründete Maier seine Zusage und meinte voll entschlossen: „Dann pack ich es halt mal an!“

Bad Bayersoien: Das Museum ist Franz Maier ein Herzensanliegen

Und wenn der Franz Maier was anpackt, dann schon g’scheit. Gleich von Anfang an gab es viel zu tun. Der Holzwurm musste aus dem Dorfmuseum vertrieben werden, was auch gelungen ist – auch dank der vielen ehrenamtlichen Helfer, auf die sich der Museumsleiter bisher immer verlassen konnte. „Sonst wäre ich verlassen“, gibt der 69-Jährige offen zu.

Zum „harten Kern“ der Ehrenamtlichen gehören noch Karl-Heinz Stoll und Roland Richter sowie Annelies Wohlrab als Unterstützerin an der Kasse. „Unser Museum im Bierlinghaus wird rein ehrenamtlich geführt. Durch das große Engagement der Ehrenamtlichen hat unser Museum über die Gemeindegrenzen hinweg einen großen Bekanntheitsgrad erlangt“, bestätigt Bad Bayersoiens Bürgermeisterin Gisela Kieweg.

Noch bis zum 15. Mai geschlossen

Durch die Landesausstellung in Ettal ist im vergangenen Jahr auch das Dorfmuseum in Bad Bayersoien wieder mehr in den Blickpunkt gerückt. „Da hatten wir jeden Tag geöffnet“, berichtet Franz Maier. Und dazu wurde im Soier Museum auch die Sonderausstellung „Ins Holz fahren mit Schlitten und Ross“ eingerichtet, was von den Ehrenamtlichen hohen Einsatz erforderte. Sie haben alle viel Freizeit geopfert.

Sehr gut besucht war bisher auch die Sonderausstellung über die malende Bäuerin Adelheid Reichsiegel. „Deshalb werden wir diese Ausstellung bis zum Sommer verlängern“, verrät Franz Maier.

„Noch bis zum 15. Mai geschlossen“ – so steht es derzeit auf einem Zettel, der am Dorfmuseum in Bad Bayersoien hängt. Aber auch außerhalb der Öffnungszeiten gibt es für Franz Maier genug zu tun. Regelmäßig schaut er nach, ob im Museum alles in Ordnung ist. Sorgen macht ihm vor allem die alte (Elektro-)Heizung, die erneuert werden müsste, weil sie einfach zuviel Strom verbraucht. Deshalb ist das Museum im Winter auch geschlossen.

Exponate auf drei Stockwerke verteilt

„Wichtig ist, dass die Räume und Exponate immer gleichmäßig temperiert sind“, sagt der Museumsleiter. Über künftige Sonderausstellungen macht er sich jetzt schon Gedanken. Das Museum soll sich schließlich fortentwickeln und nicht auf einem Stillstand verharren.

Die Exponate im Soier Dorfmuseum sind auf drei Stockwerke verteilt. Dort lagert vieles, wo noch Nachforschungen angestellt werden könnten. „Dies erfordert mitunter eine umfangreiche Recherche“, weiß Franz Maier. „Leider gibt es immer weniger alte Leute, die man dazu noch fragen könnte“, bedauert der Museumsleiter, der sein Amt – trotz der vielen Arbeit – nach wie vor mit viel Herzblut ausübt und für eine gute Sache gerne einen Teil seiner Freizeit opfert, wie auch alle anderen ehrenamtlichen Museumsmitarbeiter in Bad Bayersoien. Wenn die Gemeinde dies alles bezahlen müsste, wäre sie wirklich arm dran.

von Michael Gretschmann

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