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Fühlt sich mit dem Energiemanager des Landkreises gut aufgehoben: Gisela Kieweg.

Gemeinde will sich Gedanken machen

Neuer Anlauf für die Energiewende

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Überraschenderweise stand das Thema nun wieer auf der Tagesordnung des Soier Gemeinderates. Doch es bleibt vorerst dabei: Einen Beitritt zur EWO wird es nicht geben.

Bad Bayersoien – Eigentlich ist die Entscheidung schon gefallen: Im April hatte der Bad Bayersoier Gemeinderat mit deutlicher 9:3-Mehrheit einen Beitritt der Kommune zur Bürgerstiftung Energiewende Oberland (EWO) abgelehnt. Man profitiere über die Mitgliedschaft des Landkreises eh von den Beratungsangeboten, hieß es damals.

Zu den Nein-Sagern gehörte damals auch Bürgermeisterin Gisela Kieweg. Sie fühle sich derzeit im Landkreis dank des eigens installierten Energiemanagers gut aufgehoben, argumentierte sie. Nun stand das Thema plötzlich doch wieder auf der Tagesordnung: In der jüngsten Ratssitzung stellten EWO-Geschäftsstellenleiter Stefan Drexlmeier und Vorstandschef Josef Kellner ihr Projekt vor. Das Duo warb natürlich von den Vorzügen einer Mitgliedschaft. Beide verwiesen auf das ehrgeizige Ziel, die Region bis zum Jahr 2035 zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien zu versorgen. Das Oberland verfüge dafür über das notwendige Potenzial, zeigte sich Drexlmeier mit Blick auf Photovoltaik, Wasser- und Windkraft sowie Biomasse optimistisch. Aber: „Wir können dies nicht allein schaffen, wir bauen keine Anlagen.“ Unter den derzeit 249 Stiftern seien immerhin 79 Kommunen.

Rein finanziell dürfte es für Bad Bayersoien kein Problem sein, der Jahresbeitrag liegt bei 500 Euro. Dafür gebe es einen umfangreichen Service, so der Geschäftsstellenleiter – von der Beratung bis zur Vermittlung von Kontakten. Großen Zuspruch erhielten die beiden EWO-Vertreter nicht aus dem Gremium. Eine Diskussion fand nicht statt, ebenfalls gab es keine Fragen an die beiden Gäste. Lediglich Georg Haseidl zeigte sich aufgeschlossen für das Anliegen. Der Gemeinderat ist ein Verfechter der Energiewende und hatte sich mit dem eigens installierten Energiebeirat in letzter Zeit dafür stark gemacht: „Es braucht eine überregionale Kompetenz.“ Drexlmeier machte klar, dass „mit dem Beitritt ein Zeichen gesetzt wird“. Ein Zeichen, dass laut Kellner die Bürger motiviere, „die was anschieben wollen“.

Eine Entscheidung traf der Gemeinderat letztlich nicht, wobei Bürgermeisterin Kieweg anmerkte: „Die Gemeinde muss sich Gedanken machen, wo der Weg hingeht.“

Info

Die Energiewende Oberland ist am 18. Oktober 2005 in den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach aus der Taufe gehoben worden. 2017 kam Garmisch-Partenkirchen hinzu. Mit dabei aus dem Kreis sind GAP, Murnau, Oberammergau, Farchant, Schwaigen und Ohlstadt.

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