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So soll das neue Hotel aussehen.

Millionen-Bauprojekt

Zweites Vier-Sterne-Hotel für Bad Bayersoien

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Eine Wellness-Herberge mit 32 Zimmern soll in Bad Bayersoien in 1A-Lage entstehen. Bauwerber und Architekt stellten dem Gemeinderat die Pläne vor.

Bad BayersoienDas Kurhaus in Bad Bayersoien ist derzeit kein Schmuckstück. Steht ungenutzt und ausgeräumt da. Die Gemeinde hat ihre Immobilie in 1A-Lage nördlich des Soier Sees 2018 an die Riegseer Homöopathie- und Heilpraktiker-Unternehmer Ravi Roy und Carola Lage-Roy verkauft. Diese legten 1,82 Millionen Euro auf den Tisch, allerdings beteiligt sich die Kommune mit maximal 200 000 Euro an den Abrisskosten. Denn das 1971 errichtete Gebäude muss verschwinden, die Besitzer wollen groß einsteigen: Ein Hotel mit 32 Zimmern soll entstehen. Dazu planen die Lage-Roys gesundheitliche Anwendungen und Seminare. Die ersten Entwürfe dafür stellte Planer Karl Landauer nun im Gemeinderat vor.

Mit Landauer haben sich die Eigentümer einen Star-Architekten geholt. Der gebürtige Wiener und Honorarprofessor einer koreanischen Universität mit Wohnsitz und Planungsfirma in Maurach am Tiroler Achensee und auf Malta hat diverse Hotelvorhaben in aller Welt umgesetzt. „Das Projekt hat ganz besondere Anforderungen“, umschrieb er seinen Auftrag in der Ammertalgemeinde.

Entstehen soll nämlich kein klassisches Wellness-Refugium, sondern eine Einrichtung für spezielle Anwendungen – mit ein Grund, warum sich der Gemeinderat im Dezember 2017 hinter verschlossener Tür mit 9:1 im Bewerberverfahren für die Homöopathen aus Riegsee votiert hatten. Eine Entscheidung, die im Dorf nicht unumstritten war.

Anstelle des Kurhauses entsteht ein u-förmiges Gebäude mit zwei Obergeschossen und einer Dachetage, erfuhren die Räte sowie die rund 20 Zuhörer am Dienstagabend. Im Erdgeschoss sind Gastronomie und Seminarräume vorgesehen, der erste Stock beherbergt Gästezimmer. Diese finden sich ebenso im Zweiten Stock, dazu Räume für Behandlungen und Mitarbeiter. Unter dem Dach sind weitere Gästezimmer sowie eine Privatwohnung vorgesehen. Als Clou ist im Gartenbereich ein 17 Meter langer Infinity-Pool geplant, inklusive Blick auf den Soier See.

Zwei Zufahrten gibt es: Eine östlich zum Eingang und der Tiefgarage, die andere auf dem westlichen Grundstück für die Anlieferung an die Hotelrückseite. Die Garage wird wegen des sumpfigen Untergrunds nicht eingegraben, sondern auf eine Ebene mit der Kirmesauer Straße gesetzt. Damit liegt das Erdgeschoss etwa drei Meter über dem Straßenniveau – was einen ungestörten Blick auf den See erlaubt. Trotz des Kniffs, passt sich das Vorhaben laut Landauer optisch gut in die Umgebung ein. Der Architekt ist sicher, „dass es ein harmonisches Ganzes geben wird“. Es werde „kein großes Hotel“, versprach er mit Blick auf die Zimmerzahl. Landauer rechnet mit einer regelmäßigen Belegung von 50 bis 60 Gästen.

Allerdings musste der Fachmann einräumen, dass das Gebäude mit dem First etwa zwei Meter höher als das benachbarte Parkhotel aufragen wird. Man habe mit dem Entwurf jedoch viel Rücksicht auf die angrenzende bislang einzige Vier-Sterne-Einrichtung im Moorkurort genommen. Dessen Seniorchef Wolfgang Friedel, im Verkaufsverfahren um das Kurhaus damals deutlich unterlegen, saß an diesem Abend unter den Zuhörern.

Derzeit laufen Gespräche mit dem Landratsamt, um den Bauantrag vorzubereiten. Diesen will die Familie Lage-Roy noch heuer im Gemeinderat einreichen. Aber wohl erst nach dem Abriss des Altbaus. Diesen sieht der Zeitplan für Herbst vor. Im September will die Soier Feuerwehr im Leerstand noch zu einer Großübung anrücken, wie Bürgermeisterin Gisela Kieweg ankündigte. Wie Ravi Roy gegenüber dem Tagblatt sagt, soll 2020 Baubeginn sein. Für solch ein Projekt werden in der Regel neun bis zwölf Monate angesetzt, Roy geht allerdings eher von einem Jahr Bauzeit aus.

Die Erwartungen im Gemeinderat sind hoch. „Hier tun sich ganz tolle Dinge“, schwärmte Rathauschefin Kieweg. Sie hatte sich stets für den Verkauf an das Riegseer Ehepaar stark gemacht. „Ich bin ganz sicher, dass die Infrastruktur davon profitieren wird.“ Auch Zweiter Bürgermeister Georg Haseidl hofft auf positive Auswirkungen für den Kurort: „Wir wollen neue Zielgruppen für unseren Fremdenverkehr gewinnen.“ Architekt Landauer versprach den Soiern neue Perspektiven für ihren Ort: „Der Name wird noch mehr herausgehoben, als er schon ist.“ Wenn das Hotel, laut Carola Lage-Roy im Vier-Stern-Bereich angesiedelt, in Betrieb geht, hat die Öffentlichkeit allerdings nichts von der Gastronomie: Das Restaurant sei nur für Hausgäste, sagte sie auf Nachfrage.

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