Telekommunikation

Breitband-Ausbau in Bad Bayersoien startet

  • schließen

Bad Bayersoien –  Schnelles Internet ist – vor allem für Firmen auf dem Land – wichtiger Standard. In Bad Bayersoien bekommen ab diesem Sommrer 642 einen besseren Anschluss.

Der Breitbandausbau in Bad Bayersoien steht in den Startlöchern. Ende April trafen sich Vertreter der Gemeinde und die Trassenplaner der Telekom zum Ortstermin zur so genannten Wegsicherung der Leitungsstrecken. „Der Baubeginn steht bevor“, sagt denn auch Bürgermeisterin Gisela Kieweg (parteifrei) optimistisch. Einen konkreten Zeitpunkt kann Telekom-Sprecher Markus Jodl allerdings nicht nennen. „Wir warten derzeit auf die Freigabe“, teilt er auf Anfrage mit. Fest steht aber, dass das Unternehmen mit dem Ausbau im Ortskern beginnen will. Material und Technik sind laut Jodl bestellt, die Pläne gemacht und eine Baufirma wurde bereits beauftragt. Erste Anschlüsse fürs schnelle Internet „sind dann voraussichtlich ab Ende August buchbar“, sagt er.

Im Dorf geht es relativ einfach mit dem „Aufspringen“ auf die moderne Daten-Autobahn: Dort werden die vorhandenen Kupferleitungen bis zu den Häusern genutzt, die Telekom verlegt Glasfaser lediglich bis zu den Verteilerkästen. Aufwändiger ist dagegen der Ausbau im Außenbereich, der Jodl zufolge „nach und nach“ angeschlossen wird. Denn die Bewohner der Ortsteile kommen in den Genuss von Glasfaserkabel bis ins Haus - aber das bedeutet umfangreiche Arbeiten für das Verlegen der High-Tech-Leitungen. Die Kabel werden bis an den Straßenrand gezogen und von dort bestehende Leitungen genutzt. Und weil mit jedem Haushalt ein Termin ausgemacht werden muss, gestaltet sich der Zeitplan schwierig. „Deshalb sind Aussagen, wann der Ausbau komplett abgeschlossen sein wird, nur schwer zu tätigen“, sagt Jodl.

Laut Telekom werden in Bad Bayersoien 642 Haushalte mit schnellem Internet, Telefonie und Fernsehen beglückt. Dafür werden rund 19 Kilometer Glasfaserkabel verlegt und drei neue „Multifunktionsgehäuse“ aufgestellt. Wie viel der Kommunikationskonzern, der im Rahmen des bayerischen Breitband-Förderprogramms für Bayersoien als einziger ein Angebot abgegeben hatte, investiert, ist nicht bekannt.  Über solche Zahlen schweigt sich die Telekom generell aus. Für die Gemeinde ist die neue Technologie dagegen praktisch ein Schnäppchen. Lediglich 75 000 Euro muss Soien beisteuern. Vom Freistaat gibt es immerhin einen Zuschuss von genau 299 728 Euro. Den entsprechenden Förderbescheid hatte Rathauschefin Kieweg im Dezember von Finanzminister Markus Söder (CSU) überreicht bekommen. Damit wird die Wirtschaftlichkeitslücke von 375.000 Euro gedeckt – das ist die Investitionssumme, die sich für die Telekom beim Ausbau wirtschaftlich nicht rentiert. Anfangs war das Bauprojekt vom Regensburger Ingenieurbüro IK-T noch auf rund 800 000 Euro geschätzt worden, Bayersoien hätte in diesem Fall trotz maximaler Förderung 180 000 Euro Schultern müssen. Dann legte die Telekom ein besseres Angebot vor, angeblich aus Wettbewerbsgründen, um in der Region Präsenz zu zeigen.  Wenn jetzt die Bagger anrollen, ist Zeit ins Land gegangen. Im Dezember 2015 hatte der Gemeinderat den Breitband-Beschluss gefasst, im August 2016 unterschrieb die Bürgermeisterin mit der Telekom den Vertrag. Kieweg rechnet damit, dass noch im Herbst gestartet wird. Doch daraus wurde nichts, auch der dann von der Telekom avisierte Beginn heuer im März war nicht zu halten. Dem Vernehmen nach tut sich der Konzern wegen der allerorten regen Bautätigkeiten und der vollen Auftragsbücher schwer, Tiefbaufirmen zu finden.

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Nach tragischem Todesfall: Wellenberg-Betriebsleiter hat gekündigt
Der Prozess gegen zwei Bademeister vor dem Amtsgericht Garmisch-Partenkirchen und der Chlorgas-Austritt im Oberammergauer Wellenberg waren die Auslöser für …
Nach tragischem Todesfall: Wellenberg-Betriebsleiter hat gekündigt
Ettaler Berg teilweise gesperrt
Zwei Felsstürze sind schuld: Wegen diesen stehen Arbeiten am Ettaler Berg an  nicht ohne Auswirkungen auf die Verkehrsteilnehmer.
Ettaler Berg teilweise gesperrt
Hummel erwägt Klage gegen Zitzmann
Per Pressemitteilung kündigt Amanda Stork, Initiatorin des Bürgerbegehrens zum Erhalt von Spielwaren Zitzmann, an, die Entscheidung der Gemeinderats gerichtlich …
Hummel erwägt Klage gegen Zitzmann
Tritt Neureuther kürzer? 
All zu lange ist es nicht mehr hin bis zu den Winterspielen in Pyeongchang. 2018 kämpft Felix Neureuther dort um Medaillen. Schon jetzt macht sich das Ski-Ass Gedanken …
Tritt Neureuther kürzer? 

Kommentare