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„Wir sind sprachlos“: Juniorchef Lukas Friedel (l.) und Inhaber Wolfgang Friedel wollten das Parkhotel mit dem Kurhaus-Areal erweitern – sie dachten an neue Seminar- und Wellnessbereiche.  

Enttäuschung bei den Parkhotel-Betreibern

Dicke Luft nach Kurhaus-Entscheidung in Bad Bayersoien

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„Wir sind maßlos enttäuscht“: Wolfgang Friedel (64) und sein Sohn Lukas Friedel (30) hatten große Pläne mit dem Kurhaus in Bad Bayersoien. Sie fühlen sich als Traditionsbetrieb ausgebremst. 

Bad Bayersoien – An diesem Abend saßen Wolfgang Friedel (64) und sein Sohn Lukas Friedel (30) erstarrt auf ihren Stühlen in den Zuhörerreihen des Bad Bayersoier Sitzungssaals. Inhaber und Juniorchef des heimischen Parkhotels hatten soeben bei der Gemeinderatssitzung von Bürgermeisterin Gisela Kieweg hören müssen, dass sich das Gremium nicht-öffentlich mit 9:1 Stimmen für einen Verkauf des Kurhauses an die Riegseer Familie Lage-Roy entschieden hatte. Diese legt rund 1,82 Millionen Euro auf den Tisch und will ein Heilzentrum aufbauen.

Für das gemeindeeigene Anwesen auf dem etwa 8600 Quadratmeter großen Areal mit Seeblick hatten sich die Friedels als Hotel-Nachbarn selbst brennend interessiert und bei der öffentlichen Ausschreibung ihren Hut in den Ring geworfen. Eigentlich waren die Hotelierswegen ihres Antrags in die Sitzung gekommen. Dass der Verkauf entschieden war, ahnten sie nicht. Völlig überrascht zeigte sich der Senior. Einfach nur noch sprachlos war der Junior.

Für die Friedels bedeutet es das Ende eines jahrelangen Werbens um das Kurhaus. „Wir sind maßlos enttäuscht“, sagt Wolfgang Friedel. Er hatte bereits 2012, als sich der Gemeinderat für die Suche nach einem Investor für die Immobilie entschieden hatte, Geld auf den Tisch gelegt. Eine Bankbürgschaft wurde hinterlegt, dem Vernehmen nach über 1,5 Millionen Euro. Dies habe die Gemeinde gefordert, sagt Friedel. Das Interesse am Kurhaus hat Betriebsgründe, das Parkhotel soll erweitert werden. Lukas Friedel spricht von „einer Verbesserung des Gesamtkonzepts“. Das familiengeführte Vier-Sterne-Haus existiert seit vielen Jahren, am 21. Mai 1990 war Eröffnung. Das 130-Betten-Hotel, mit dem Sanatoriumsbereich sind es 180 Betten, beschäftigt rund 80 Mitarbeiter, zudem werden Lehrlinge ausgebildet.

Doch aus dem Kurhaus-Kauf wurde nichts. Der Rat beauftragte nach Bürgerprotesten eine Beraterfirma mit einem Konzept. Die Suche nach einem Investor für eine Gesundheitsakademie war jedoch erfolglos. Völlig überraschend präsentierte Rathauschefin Kieweg Ende 2016 in der Bürgerversammlung die Familie Lage-Roy als Käufer. Doch nach einem drohenden Bürgerentscheid – mitinitiiert aus Reihen des Parkhotels – startete der Gemeinderat eine öffentliche Ausschreibung.

Die Friedels legten gleich drei Konzepte vor: Erstens den Kauf des gesamten Areals für 2,2 Millionen Euro. Zweitens den Erwerb eines Teilgrundstücks mit Nutzung des Kurhaus-Westflügels als Haus für Kultur und Vereine für 1,85 Millionen Euro. Drittens als abgespeckte Variante lediglich den Kauf eines angrenzenden Geländestreifens für Feuerwehrzufahrt und Anlieferung für 550 000 Euro. Dass sich die Kommune an den Abrisskosten hätte beteiligen müssen – wie beim jetzigen Deal mit bis zu 200 000 Euro – verneinen die Parkhotel-Betreiber. Man hätte diese selber getragen und sogar einen Teil des Kurhauses weiter genutzt, betont das Duo.

Doch nichts davon überzeugte Bürgermeisterin und Gemeinderat. Ein Fakt, mit dem die Friedels im Leben nicht gerechnet hätten. „Uns war wichtig, etwas mit der Gemeinde zu machen.“ Diese hätte sich aus dem Dreierpack die für sie beste Lösung heraussuchen können. Damit spielt der Juniorchef auch auf die Lösung mit einem Veranstaltungssaal an, der in der Vergangenheit von der Kommune als Wunsch für Musiker und Theaterer geäußert wurde.

Wolfgang Friedel gibt trotz aller Enttäuschung zu: „Das Verfahren ist fair abgelaufen.“ Aber: „Was wir nicht verstehen können, ist das Vorgehen der Gemeinde.“ Er hatte erwartet, dass die Kommune die künftigen Nachbarn an einen Tisch bringt, um mögliche Konflikte aus dem Weg zu räumen. Die Hoteliers wollen nun mit den neuen Kurhaus-Besitzern sprechen – vor allem über die Zufahrt zu ihrem Haus. „Unsere Türen stehen offen“, signalisiert Wolfgang Friedel. Er macht jedoch klar, dass sich die Beziehung zum Rathaus abgekühlt hat: „Wir werden unser bisher gutes Verhältnis zur Gemeinde überdenken.“

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