das Bierlinghaus mit Museum in Bad Bayersoien
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Auf drei Stockwerke erstreckt sich das Bad Bayersoier Dorfmuseum im Bierlinghaus.

Ein Ort der Erinnerung

Die Geburtstagsfeier folgt noch: Museum im Bierlinghaus wird 20 Jahre alt

  • vonBarbara Falkenberg
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Es ist ein Haus der Geschichte, der Bad Bayersoier Ortsgeschichte. Vor 20 Jahren wurde das Museum im Bierlinghaus eröffnet. Das Konzept der Gründer wurde bis heute erhalten.

Bad Bayersoien – Die Themenvielfalt gefällt ihr. Immer wieder gerne besucht Gisela Kieweg die verschiedenen Sonderausstellungen im Museum im Bad Bayersoier Bierlinghaus. In diesem Jahr mussten sie ausfallen. Die Bürgermeisterin bedauert’s. Doch für das kommende Jahr ist sie zuversichtlich. Es gibt jedenfalls schon Pläne, zum Beispiel für eine Ausstellung über die Echelsbacher Brücke. Und dann steht da ja noch ein Fest an. Jetzt, im Dezember, wird das Museum 20 Jahre alt. Diesen Geburtstag will die Gemeinde gebührend nachfeiern.

Die Rathauschefin weiß um die Bedeutung des Museums. „Es ist ein Pfeiler des kulturellen Lebens in Bad Bayersoien und macht die Ortsgeschichte lebendig“, betont sie. Gleichzeitig biete es einheimischen Künstlern eine Plattform zur Präsentation ihrer Werke. Schon immer befindet sich das Dorfmuseum, das Franz Maier seit sieben Jahren leitet, im ehemaligen Kaufhaus der Familie Bierling. Auf drei Stockwerke und etwa 700 Quadratmetern erstreckt es sich. Vieles deutet auf diese für den Ort so wichtige Kaufmannsfamilie hin, die zwischen 1745 und 2011 im früheren „Soyen“ ansässig war. Das Museum, das sich heute im Besitz der Gemeinde befindet und von ehrenamtlichen Helfern betreut wird, ist ein Ort der Erinnerung. Nicht nur an die Familie Bierling, sondern auch an die Geschichte des Ortes, der wohl wegen seiner einmaligen Lage an der ehemaligen „Rottstraße“, die den Verkehr von Schongau und dem Lech ins Loisachtal und zum Brenner ermöglichte, den wirtschaftlichen Aufstieg verdankte.

Die Technik wurde aktualisiert

Seit der Eröffnung im Jahr 2000 hat sich eigentlich nicht viel verändert. „Im Großen und Ganzen zeigt sich das Museum wie damals“, sagt Kieweg. Die Technik wurde aktualisiert und neue Ausstellungsstücke integriert. „Das Konzept der Gründer des Museums ist aber bis heute erhalten geblieben.“

Zu den neuen Ausstellungsstücken zählen in den vergangenen Jahren erworbene Werke der Bad Bayersoier Bäuerin Adelheid Reichsiegel, die dem Museum von ihren Besitzern zur Verfügung gestellt wurden und in einem eigenen Raum zu sehen sind. „Die Bilder dieser malenden Bäuerin und ihre detailgetreue naive Malerei hat bis heute viele Freunde, welche auch regelmäßig das Museum besuchen“, erzählt die Rathauschefin. Neben diesen und den vielen Erinnerungsstücken an die Bierlings befindet sich auch eine Sammlung unter dem Namen „Mößmer“ in diesem Haus der Geschichte. Eine Viehhändlerin im Ort hat die religiösen Darstellungen, darunter Skulpturen, Heiligen- und Hinterglasbilder, zusammengetragen. Daneben sind bäuerliche, handwerkliche und hauswirtschaftliche Gerätschaften aus früheren Zeiten, auch eines ehemaligen Kohlebergwerks in der Ammerleite, zu bestaunen.

„Stern“-Fotograf bei Eröffnung der Sonderausstellung

Allzu gerne denkt Kieweg an einen für sie unvergesslichen Moment in den vergangenen zwei Jahrzehnten zurück. Im Jahr 2018 wurde im Rahmen der Landesausstellung „Wald, Gebirg und Königstraum – Mythos Bayern“ eine große Sonderausstellung unter dem Titel „Ins Holz fahren mit Schlitten und Roß“ im und um das Museum gezeigt. Großflächige Fotografien des ehemaligen „Stern“-Fotografen Hanns-Jörg Anders über das Leben und Arbeiten der Holzer in Unternogg in den 1970er Jahren zogen die Besucher in ihren Bann. Anders selbst nahm als Ehrengast bei der Eröffnung der Sonderausstellung teil. „Das war schon für mich persönlich und für den Ort ein ganz besonderer Augenblick.“

Zu den Geburtshelfern zählen Josef Kunert und Maria Bierling, die sich bis zu ihrem Tod für das Museum aufgeopfert haben. Kunert hatte gemeinsam mit Josef Echtler ehrenamtlich viele Jahre in den Um- und Ausbau investiert. Auch die Familie Bierling hat die Gründung maßgeblich unterstützt. „Sie war über Jahrhunderte die prägende Familie im Ort“, erzählt Kieweg. „Die Geschwister Bierling haben sich stark im sozialen Bereich engagiert.“ Die von Maria Bierling ins Leben gerufene Geschwister-Bierling-Stiftung unterstützt bis heute soziale Projekte im Ort. Das Kontor dieser Kaufmannsfamilie, macht die Bürgermeisterin deutlich, ist heute noch im Museum zu besichtigen. Ein Stück Geschichte in einem Haus der Bad Bayersoier Geschichte.

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