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Glücklicher Tag: Mit Musik wird der Dorfladen eingeweiht.

Bürger von Bad Bayersoien atmen auf

Dorfladen-Einweihung:Die Rückkehr einer Institution

Bad Bayersoien - Ein kleines Geschäft macht die Bayersoier froh. Der Dorfladen wurde eingeweiht - und alle macht das glücklich.

Der neue Dorfladen in Bad Bayersoien erfreut sich schon seit Mitte Dezember großer Beliebtheit, doch so richtig gefeiert und mit Gottes Segen an den Start gebracht wurde er erst jetzt. Dafür hat sich am Samstag die gesperrte Dorfstraße auf Höhe von Hausnummer 42 zu einem Festplatz verwandelt – mit vielen, vielen Gästen, warmen Worten, Musik, kostenlosen Schmankerln und kleinen Probiergeschenke der Lieferanten aus der Gegend. Schließlich gilt das regionale Wirtschaften als eine Hauptsäule der Dorfladen-Philosophie.

„Wir wollen die Waren nicht durchs Land fahren“

Der Landtagsabgeordnete Florian Streibl (Freie Wähler) unterstützt diese. „Man muss jetzt nicht Erdbeeren oder Spargel essen. Ich würde fast sagen, ‚regional‘ nutzt noch mehr als ‚Bio‘“. Wenn vieles vor Ort produziert wird, „dann haben wir hier unser Auskommen“, sagte er bei seinen Grußworten. Für das Regionale sprechen natürlich auch die kleineren Wege von Lieferanten und Kunden. „Wir wollen die Waren nicht durchs Land fahren“, lautete der Tenor von Dr. Michael Rapp (CSU), der als Landratsvertreter zum Fest gekommen war. Auch fürs Einkaufen würden hunderte Millionen Kilometer verfahren. Immer mehr Supermärkte entstünden, viel Fläche würde verbraucht. „Sie können den Leuten große Supermärkte nicht verwehren, aber sie müssen auch regional wirtschaften.“  

„Ein Stück Lebensqualität“

Das ist für einen kleinen Laden in einem 1200-Seelen-Dorf gar nicht so einfach, darüber waren sich alle Redner einig. „Früher waren wir Rufer in der Wüste, heute sind Politiker dabei. Wir brauchen die öffentliche Hand“, sagte Rainer Utz, Geschäftsführer von Utz Lebensmittel. Das Unternehmen beliefert ausschließlich Nahversorgungsläden und Bürgerprojekte. Ein Dorfladen sei mehr als Versorgung, nämlich „ein Stück Lebensqualität“. Doch nirgendwo seien die Lebensmittelpreise so billig wie in Deutschland. Aber auch für einen Dorfladen gelte es, schwarze Zahlen zu schreiben.  Im Soier Geschäft hält sich alles die Waage. „Die Preise sind nicht viel teurer als anderenorts. Vor allem, wenn man bedenkt, dass man woanders hinfahren muss“, erklärte Margit Greinwald vom Trio der Geschäftsführer. Etwas teurer als anderswo sind die hochwertigen Produkte der regionalen Anbieter, im Laden hübsch in einem Bauernschrank angeordnet.

„Elementar wichtig für den Tourismus“

Frische Waren von der Wurst- und Käsetheke sind zum gleichen Preis zu bekommen wie bei der Konkurrenz. Im Supermarktsortiment inklusive frischem Obst und Gemüse gibt es auch Sonderangebote. Eine Postannahmestelle enthält der Laden übrigens auch, nicht zu vergessen ein kleines Regal mit Fairtrade-Waren. Nur Fleisch und frisches Brot sucht man vergeblich, doch dafür gibt es Metzgerei und Bäckerei in der Nachbarschaft.

„Elementar wichtig für den Tourismus“ nannte Bürgermeisterin Gisela Kieweg (parteifrei) den Dorfladen. „Nun gibt es wieder alle Artikel für den täglichen Bedarf, mit und ohne Auto“, sagte sie erleichtert. Die Schließung des vorherigen Dorfladens sei für sie ein Schock gewesen. Den Segen Gottes brachten die beiden Pfarrer Rudolph Scherer und Peter Sachi in die Räume.

Für die Zeichnung weiterer Anteilsscheine machte Beiratsvorsitzender Karl-Heinz Schuster unermüdlich Werbung. Immerhin hat das Projekt einen Kapitalstock von aktuell 96 250 Euro aufgebaut. Doch die Initiative träumt zum Beispiel von Schiebetüren, damit ältere Menschen noch leichter in das barrierefreie Geschäft kommen. Schuster wies in seiner engagierten Rede auch auf die immensen Nebenkosten hin, unter anderem für Strom, die eingespielt werden müssten. 265 Anteilseigner gibt es bereits. Weitere sind ab einer Einlage von 250 Euro immer willkommen

Juliane Klieser

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