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Vereinter Appell: (v.l.) Marktleiterin Kathrin Schäfer, Marco Schmid, einer der drei Geschäftsführer, und Beiratsvorsitzender Karl-Heinz Schuster.

Nahversorgung

Dorfladen in Bad Bayersoien ist „leider kein Selbstläufer“

Es könnte besser laufen mit dem Dorfladen in Soien.  Er schließt mit leichtem Minus ab. Die Geschäftsführer rufen dazu auf, die Einkaufsmöglichkeit mehr zu nutzen.

Bad Bayersoien – Die gute Nachricht: Es gibt ihn noch den Dorfladen in Bad Bayersoien, und es gibt einiges Engagement unter den Bürgern, ihn auch zu erhalten. Die schlechte Nachricht: Das Projekt ist leicht in die roten Zahlen gerutscht. Jetzt haben Geschäftsführung und Beirat zur Gesellschafterversammlung eingeladen. Rund die Hälfte der 265 Anteilseigner füllte den Saal im Sport- und Schützenheim.

„Jetzt kommt die Zeit, wo wir auf die Einheimischen und die Gesellschafter angewiesen sind“, eröffnete Beiratsvorsitzender Karl-Heinz Schuster die Versammlung. Er meint den November, wo nicht so viele Gäste im Ort sind. Zwar höre er oft Kommentare wie „Passt scho“ oder „Es läuft“. „Aber es sieht nicht ganz so locker aus, der Laden ist leider kein Selbstläufer“. Minus 6372,56 Euro betrug der Kassenstand am 30. September, wie Marco Schmid, einer der drei Geschäftsführer, mitteilte. Das sei noch nicht existenzgefährdend, es hatte schon einmal eine höhere rote Zahl gegeben, führte Geschäftsführer Hans Klöck weiter aus. „Der Pro-Kopf-Einkauf ist zu gering.“ 8,86 Euro gibt jeder Kunde pro Einkauf im Soier Dorfladen aus. Ein Supermarkt-Durchschnittseinkauf in Bayern liegt bei 13,26 Euro. „11 Euro wären schon ganz gut für uns“, rechnete Klöck vor. „Wenn ich nur die Sachen, die ich vergessen habe, kaufe, dann reicht das nicht“, appellierte Schmid an die Zuhörer. Beschwerden würden oft „hintenrum“ weiter getragen. „Sprecht uns an“, lautete darum ein weiterer Aufruf der Macher. „Wenn Ihr etwas braucht, was wir nicht haben, bestellt es, und wir machen es“, versprach Klöck. Für ihn ist es wichtig, Solidarität zu zeigen mit denen, die auf den Laden angewiesen sind.

Im Bedarfsfall auch am Sonntag da

Den kritischen Tönen folgte eine lange Liste von Vorteilen des Dorfladens. So könne der Kunde beispielsweise auch außerhalb der Öffnungszeiten anrufen. „Wenn man eine Feier und etwas vergessen hat, sogar am Sonntag, dann sind wir da“, sagte Schmid. Marktleiterin Kathrin Schäfer wies auf die ständige Erweiterung des Sortiments hin. Jetzt gebe es auch Schreib- und Kurzwaren sowie eine kleine Auswahl an Haushaltsutensilien und Haarschmuck. „Wir kämpfen, dass wir gute Sachen kriegen. Bei Obst und Gemüse haben wir kurzfristig oft preislich gute Angebote. Bringt zurück, was Euch nicht gefällt“, bat Schäfer.

Schließlich mache die Einkaufsmöglichkeit Bad Bayersoien attraktiv als Wohn- und Urlaubsort. Im Laden gibt es alles, was für den täglichen Bedarf nötig ist. Sogar eine Postvertretung wurde aufgenommen, die so gut wie nichts einbringe. Obst, Gemüse und die Waren von der Frischetheke würden von den Kunden recht gut angenommen, rechnete Klöck vor. Bei den Ausgaben sei der Wareneinsatz mit 78 Prozent der größte Batzen, gefolgt mit Personalkosten von knapp 18 Prozent. Applaus bekam der Vorstand dafür, dass er auf jegliche Aufwandsentschädigungen verzichten werde.

Mit einem weinenden Auge verabschiedete Schuster die Weggefährtin Jessica Grimm aus dem Kreis der Aktiven. Sie kann aus persönlichen und Zeitgründen den Aufgaben nicht mehr nachkommen. Sein Lob galt ihr und all den fleißigen Mitwirkenden rund um das Projekt. Ebenso den Angestellten, deren Löhne nicht eben glänzend seien. Demnächst soll die Einfahrt zwischen Laden und Bierlinghaus gepflastert werden. Es werden noch Helfer gesucht, damit die Kosten im Rahmen bleiben. Gebraucht werden außerdem ebenfalls ehrenamtliche Helfer, die Handzettel zu Werbezwecken austragen können.

Mit einem letzten Argument und kleinem Augenzwinkern schloss Karl-Heinz Schuster die Versammlung. Ein Gesellschafter habe genau Buch geführt über seine Ausgaben im Dorfladen. „Er kauft nicht mehr so viel unnützes Zeug“, stattdessen habe er keinen Cent mehr ausgegeben als früher beim Einkaufen mit dem Auto.

Juliane Klieser

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