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Glückliche Gesichter - die Verantwortlichen des Dorfladens in Bad Bayersoien. Von links Marktleiterin Kathrin Schäfer, Geschäftsführer Hans Klöck, Beiratsvorsitzender Karl-Heinz Schuster, Geschäftsführerin Margit Greinwald, Geschäftsführer Marco Schmid und Beirätin Andrea Bauer. Nicht auf dem Bild: Konrad Maier.

Es sind zwar nur 31,80 Euro plus in der 2018-er Bilanz, aber trotzdem:

Bayersoier Dorfladen erzielt erstmals einen Gewinn

  • Ludwig Hutter
    VonLudwig Hutter
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„Das Ding ist weg!“ Dieser Satz bestimmte die Gesellschafterversammlung der Dorfladen UG in Bad Bayersoien.

Bad Bayersoien – Hans Klöck spart nicht mit Lob an die Versammelten: „Ihr seid echt Spitze, überragend.“ Doch schon im nächsten Satz schränkt er ein: „Aber wir dürfen nicht nachlassen, müssen weiter am Ball bleiben!“ Mit einer sehr frohen Nachricht überraschte Klöck, einer von drei Geschäftsführern der „Dorfladen UG“ in Bad Bayersoien, die rund 60 Anwesenden der Gesellschafterversammlung am Donnerstagabend im Sport- und Schützenheim: „Meine lieben Freunde! Ich kann Euch mitteilen: Das Ding ist weg, endlich!“ Mit „Das Ding“ meinte der Soier das Minuszeichen, das bisher immer vor dem Jahresergebnis stand. Erstmals hat die Unternehmensgesellschaft (UG) im Jahr 2018 nämlich ein Plus gemacht, nicht viel, aber immerhin: 31,80 Euro! 2017 waren es noch 5657 Euro – minus.

445 000 Euro Gesamtumsatz

Kurz vor Weihnachten 2016, am 15. Dezember, fand die „stille Eröffnung“ des Bayersoier Dorfladens statt. Im Rahmen einer vorbildhaften Bürgeraktion zeichneten viele Einwohner Anteile. Heute sind es 236 stille Gesellschafter und 37 Gründungsgesellschafter, die diese Form der Versorgung mit Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs aktiv unterstützen. Das Gesamtkapital beträgt derzeit nach den Worten von Karl-Heinz Schuster, Vorsitzender des Beirats, exakt 100 000 Euro.

Anschließend erläuterte Hans Klöck detailliert die Bilanzzahlen des vergangenen Jahres. Das Dorfladenteam setze sich derzeit aus einer Vollzeit- und einer Teilzeitkraft sowie fünf geringfügig Beschäftigten zusammen. Die Leitung hat Kathrin Schäfer inne. Insgesamt seien die Mitarbeiter 5650 Stunden beschäftigt gewesen, wobei laut Klöck „manche Stunde nicht aufgeschrieben worden ist“.

Noch weitere interessante Zahlen und Fakten hatte der Geschäftsführer parat: Der Gesamtumsatz ist 2018 von 396 000 Euro (2017) auf 445 000 Euro angestiegen; am besten gehen in dem Laden Milchprodukte, Eier sowie Obst und Gemüse mit jeweils 20 Prozent. Tabakwaren folgten mit 9,5 Prozent auf dem fünften Platz; 5832 Briefmarken und 2832 Bananen wurden verkauft; der Durchschnittseinkauf lag bei 10,18 Euro; die besten Verkaufsmonate sind Juni, Juli, August, die schlechtesten Januar und Februar. Unterm Strich sieht Hans Klöck den Laden auf einem guten Weg: „Wir halten uns wacker über Wasser!“ Er wünscht sich noch zehn bis 15 Prozent mehr Einkäufer und bittet die örtlichen Vermieter, ihre Gäste auf diese Einkaufsmöglichkeit hinzuweisen. Ausdrücklich lobte Klöck das hohe Engagement des Verkaufsteams im Dorfladen. Weitere Pluspunkte seien die stetige Aktualisierung des Sortiments, die Erreichbarkeit auch außerhalb der Geschäftszeiten, der Erhalt der Arbeitsplätze, die hohe Anzahl treuer Kunden und der Umstand, dass Bad Bayersoien auch durch diese lokale Einkaufsmöglichkeit als Wohn- und Urlaubsort attraktiv bleibe.

Neuer Beirat ist der alte Beirat

Anschließend ging Marktleiterin Kathrin Schäfer auf aktuelle Dinge rund um den Dorfladen ein, betonte, dass man mittlerweile sehr viele Produkte und Erzeugnisse aus regionaler Herstellung im Sortiment habe, wie etwa vom heimischen Haserhof. „Wir versuchen auch, Schritt für Schritt auf Verpackung und Plastik zu verzichten.“ Nach der einstimmigen Entlastung von Beirat und Geschäftsführern folgte die Neuwahl des Beirats, die die bisherigen Mitglieder Karl-Heinz Schuster, Andrea Bauer und Konrad Maier für weitere drei Jahre in ihren Ämtern bestätigte. Bürgermeisterin  Gisela Kieweg fügte in einem kurzen Statement an, „dass es sehr wichtig für unser Dorf ist, dass wir so einen Laden mit so einem supertollen Team haben“.

Das Schlusswort des kurzweiligen und interessanten Abends gebührte Beirats-Chef Schuster: „Kauft’s weiter fleißig bei uns ein und animiert’s die anderen.“

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